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Mats Hummels holte mit dem BVB 2012 das Double

Sinsheim - Im zwölften Pflichtspiel reißt Dortmunds Siegesserie bei 1899 Hoffenheim. Kapitän Mats Hummels ist sauer, bei Trainer Thomas Tuchel stößt er damit auf Verständnis.

Von Holger Luhmann und Thorsten Siegmund

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff riss sich Mats Hummels die Kapitänsbinde vom Arm und warf sie auf den Boden.

Der Grund für den Wutanfall: Durch das 1:1 bei 1899 Hoffenheim ist Borussia Dortmunds Serie von elf Pflichtspielsiegen in dieser Saison gerissen, die Tabellenführung in der Bundesliga musste der BVB an Meister FC Bayern abtreten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Während sich Hummels nach der Begegnung schützte und lieber nichts in der Öffentlichkeit sagen wollte, klärte Dortmunds Talent Julian Weigl auf. "Er war sauer über die vergebenen Chancen", sagte Weigl über Hummels Gemütszustand: "Mats ist auch in der Pause laut geworden. Und das hat ja auch gewirkt." Nicht genug allerdings für den zwölften Sieg in Serie.

Dennoch nahm der BVB nach einer behäbigen ersten Hälfte immerhin noch einen Punkt von 1899 Hoffenheim mit, wo der FCB bekanntermaßen erst im Endspurt siegte.

"Gut, dass er so deutlich kommuniziert"

Hummels Furor zeigte auch den Ehrgeiz des Abwehrchefs, der mit einer starken Leistung zudem das gesamte Team puschte. Nach seinem Wutausbruch schwieg Hummels, Trainer Thomas Tuchel nahm ihn derweil in Schutz. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Mats ist der Kapitän, es ist gut, dass er das so deutlich kommuniziert, auch wenn ich es gar nicht mitbekommen habe", kommentierte Tuchel. Und natürlich war auch ihm klar, was Hummels so genervt hatte: "Es war nicht nötig, dass wir kurz vor der Pause in Rückstand gehen."

© SPORT1

Schmelzer spricht von "einem kleinen Dämpfer"

In der ersten Halbzeit erlebte die Borussia einen Rückfall in alte Zeiten der vergangenen Saison. Zu lässig traten die Dortmunder auf, leisteten sich - allen voran Shinji Kagawa - zu viele leichte Abspielfehler und bauten so einen verunsicherten Gegner unnötig auf (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

"Bei allem Respekt für Hoffenheim: Wenn wir gleich von Beginn an so spielen wie in der zweiten Halbzeit, gewinnen wir das Spiel", sagte Linksverteidiger Marcel Schmelzer und stützte so ebennfalls Hummels. Schmelzer fügte auf SPORT1-Nachfrage hinzu: "Das war ein kleiner Dämpfer."

Mkhitaryan und Gündogan fehlen - Reus schwach

Mit seiner Mini-Rotation hatte Tuchel selbst Einfluss auf das Spiel. Dortmunds Trainer hatte Henrikh Mkhitaryan und Ilkay Gündogan zunächst eine Schaffenspause gegönnt und auf die Bank gesetzt. Die beiden Antreiber fehlten spürbar. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

"Beide hatten elf Spiele in den Knochen. Ich wollte sie lieber am Ende frisch auf dem Platz haben", rechtfertigte Tuchel seine Maßnahme.

Torgarantie Aubameyang zu wenig

In der zweiten Hälfte dreht der BVB dann auf, dass es nicht zum Sieg reichte, lag nur an der mangelnden Chancenverwertung.

Zwar erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in der 55. Minute - nach herrlichem Zuspiel von Gonzalo Castro per Brust - den Ausgleich und war somit in den ersten sechs Spielen immer erfolgreich (das gab es noch nie in der Bundesliga).

© SPORT1

Doch weitere Gelegenheiten zum Sieg vergab der BVB fahrlässig.

"Bayern hat eben einen Robert Lewandowski - wir nicht", brachte es Torwart Roman Bürki kurz und knapp auf den Punkt.

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