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München - Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer will zu den Casino-Gerüchten um Arturo Vidal nichts mehr sagen - und nimmt die Konsequenzen seines Schweigens in Kauf.

Warum hat Arturo Vidal vergangene Woche überstürzt die chilenische Nationalmannschaft verlassen?

Seit letztem Donnerstag ist Vidal wieder in München, seit Freitag trainiert der Mittelfeldspieler wieder beim FC Bayern.

Zeit genug für den Klub, den Gerüchten auf den Grund zu gehen, dass Vidal wegen einer langen Nacht im Casino nach Hause geschickt worden ist. Sportvorstand Matthias Sammer hat genau das im SPORT1-Interview ja auch angekündigt: "In Ruhe" wolle man mit dem Neuzugang sprechen.

Doch darauf, dass der Klub die Ergebnisse dieser Unterredung noch präsentiert, braucht man jetzt nicht mehr zu hoffen.

"Ja, es gibt Spekulationen. Ja, wir haben miteinander gesprochen. Aber will ich Ihnen etwas dazu sagen? Nein", sagte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer am Donnerstag bei der Präsentation von Kingsley Coman.

Ein Schweigen mit Konsequenzen

Kurz und knapp: kein Kommentar.

Wobei, ganz so kurz war's nicht, denn Sammer fügte noch hinzu: "Wir sind uns der Konsequenz unseres Schweigens bewusst."

Welche lautet, dass die Situation nun folgende ist: Über den Neuzugang - der wegen diverser Ausschweifungen in der Vergangenheit ein gebranntes Kind ist - sind Gerüchte in der Welt, die sein Verein nicht dementiert. Und zu denen der Klub auch kein Wort der Verteidigung sagt. Eine Situation, aus der Außenstehende nun ihre Schlüsse ziehen können.

Vidal befeuert Gerüchte indirekt weiter

Unmittelbar nach Vidals Abreise war in Chile von einem neuerlichen nächtlichen Casino-Besuch die Rede gewesen. Die Zeitung El Mercurio wollte herausgefunden haben, dass Vidal die Nacht zum Dienstag in der Glücksspielstätte Monticello verbracht haben soll, demselben Casino, das ihm schon während der Copa America im Juni zum Verhängnis geworden war, als er auf der Heimfahrt alkoholisiert seinen Ferrari geschrottet hatte.

Vidal selbst hatte zum Thema geschwiegen, die Spekulationen aber über Twitter indirekt weiter befeuert, indem er sich beim Krafttraining fotografierte und mit nacktem Oberkörper seinen Kritikern, die "mich am Boden sehen wollen", schöne Grüße ausrichtete. Später offenbarte er noch, dass sein an Diabetes leidender Sohn sich in Italien einer neuen experimentellen Therapie unterziehen werde.

Zwischen Vidals Abreise und der Therapie seines Sohnes in Italien besteht ein zeitlicher Zusammenhang, doch es ist kaum anzunehmen, dass der Termin kurzfristig vereinbart wurde.

Vidal selbst hat die Therapie seines Sohnes auch nicht mit seiner Abreise aus Chile verknüpft.

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