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München und Wolfsburg - Der Joker schießt die Wölfe mit einem Doppelpack zum Sieg, obwohl er 70 Minuten auf der Bank schmort. Vom Trainer gibt es nach dem Spiel eine Standpauke.

Beim VfL Wolfsburg ist Feuer unterm Dach - ausgerechnet vor einer englischen Woche und dem Auswärtsspiel beim FC Bayern am Dienstag.

Der Grund: Coach Dieter Hecking ist sauer auf Bas Dost. Den Mann, der die Wölfe mit einem Doppelpack zum 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC schoss.

Der Matchwinner hatte zuvor 70 Minuten auf der Bank geschmort. Offenbar eine disziplinarische Maßnahme. Nach Spielschluss gab es jedenfalls eine verbale Ohrfeige vom Trainer. 

"Dann ist er falsch in Wolfsburg"

Auf der Pressekonferenz übte Hecking ungewohnt scharfe Kritik an seinem niederländischen Stürmer: "So wie er die letzten drei Tage rumgelaufen ist, das geht nicht. Das ist Egoismus und den brauchen wir auch nicht. Wenn er meint, dass das der richtige Weg ist, ist er hier in Wolfsburg falsch."

Worte, die als eindringliche Warnung an Dost gemeint waren. Hecking hatte offenbar erzürnt, dass der Niederländer zunächst im Champions-League-Auftaktspiel gegen ZSKA Moskau (1:0) eine lasche Einstellung gezeigt und dann die vergangenen Tage im Training den Einzelgänger gemimt hatte - und außerdem beleidigt war, dass er im Abschlusstraining nicht zur A-Elf zählte.

Im Interview mit dem TV-Sender Sky zeigte sich Dost überrascht über seine Nichtnominierung für die Startelf. "Ich habe das gestern beim Training erfahren." 

Hecking lieferte die Erklärung für seine Personalentscheidung: "Wenn einer drei Tage im Training rumläuft, als wenn man ihm gerade das Spielzeug weggenommen hat, ist das sehr bedenklich. Er sollte seine Einstellung überdenken." 

Dost reagierte auf seine Weise auf die Schelte und sicherte seinem Team in der Schlussphase durch einen Abstauber (76.) und einen verwandelten Foulelfmeter (89.) doch noch drei Punkte, nach denen es lange Zeit nicht ausgesehen hatte.  

"Da schlafe ich lecker"

"Auch wenn du nicht verstehst, dass du nicht spielst: Du musst alles geben, wenn du reinkommst - das habe ich gemacht", sagte der Niederländer. Und fügte hinzu: "Tore sind immer gut, da schlafe ich immer lecker."

Hecking merkte in Richtung seines zweifachen Torschützen vielsagend an: "Es freut mich für die Mannschaft, dass er zwei Tore gemacht hat."

Motivationsspitze für München?

Der Teamgedanke geht beim Wolfsburger Coach eben über alles. Vielleicht wollte er mit der Kritik seinen besten Stürmer (vier Saisontore) aber auch anstacheln. Mit Blick auf den nächsten Gegner sagte Dost: "Wir fahren nicht nach München, um da unentschieden zu spielen."

Fragt sich, ob der Stürmer dann überhaupt schon wieder ran darf. Der Ärger über das Auftreten scheint bei Hecking jedenfalls noch nicht verraucht zu sein. "Ich lasse ihn jetzt auch drei Tage in Ruhe, so wie er das mit der Mannschaft getan hat", erklärte er.

Drei Tage Funkstille zwischen Spieler und Trainer - dann ist schon Dienstag und Bayern steht auf dem Programm. Bast Dost sollte schleunigst eine Reaktion auf die Trainer-Standpauke zeigen. Ansonsten wird er wohl wieder nur auf der Bank Platz nehmen müssen.

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