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Dortmund - Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball lässt die turbulente Woche der Nationalspieler nicht als Entschuldigung für das 1:3 beim HSV gelten. Viel Lob gibt es auf der BVB-Mitgliederversammlung für Thomas Tuchel - und dessen Vorgänger.

Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball hat bei der Mitgliederversammlung des Revierklubs einen Zusammenhang zwischen der turbulenten Woche für die BVB-Nationalspieler und der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV abgestritten.

"Wir werden nicht diejenigen sein, die das als Entschuldigung für Hamburg nehmen. Das brauchen wir nicht und haben wir nicht nötig", stellte Rauball am Sonntag vor rund 1000 Mitgliedern in der Westfalenhalle 3b klar.

 "Aber was wir nötig haben ist, zu zeigen, dass wir dem Terror trotzen, dass wir keine Gewalt akzeptieren und dass wir aufstehen für Rechtsstaatlichkeit und Freiheit", appellierte der 68-Jährige im Beisein des gesamten Profikaders und erntete donnernden Applaus.

Watzke: "Vorgänge nicht ohne Wirkung geblieben"

Den drei BVB-Profis Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter, die in Paris und Hannover dabei waren, zollte er seinen Respekt. "Ich danke euch, dass ihr das überwunden habt", sagte Rauball.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke stufte den Einfluss der Geschehnisse ein wenig anders ein.

"Ich hatte schon dass Gefühl, dass die Vorgänge, die speziell die deutschen Nationalspieler erlebt und dadurch auch in die Mannschaft hineingetragen haben, nicht ohne Wirkung geblieben sind", hatte Watzke zuvor mit dem Blick auf das HSV-Spiel konstatiert.

Er sagte aber auch: "Das soll keine Entschuldigung sein. Wir müssen einfach konzedieren, dass wir am Freitag nicht bereit waren."

Lob für Tuchel und Dank an Klopp

Trotz der jüngsten Niederlage war Watzke in seinem Jahresbericht voll des Lobes für den neuen Cheftrainer Thomas Tuchel.

"Die Entscheidung für Borussia Dortmund war intelligent, aber sie war auch sehr mutig. Aber es war auch verdammt mutig, zum zweiten Mal die Nachfolge von Jürgen Klopp anzutreten", meinte Watzke.

Der 59-Jährige sagte zum reibungslosen Übergang an Tuchel gewandt: "Das hast du großartig gelöst, besser kann man es nicht machen." Lächelnd nahm Tuchel das Lob und den folgenden jubelnden Applaus der Mitglieder entgegen.

Glückwünsche schickte Watzke auch an Tuchels Vorgänger Jürgen Klopp für seinen Sieg mit dem FC Liverpool gegen Manchester City - und dankte Klopp nochmal für "unfassbare" sieben Jahre.

Verneigung vor "Phänomen Bayern"

Die Vormachtstellung des FC Bayern gestand Watzke indes offen ein. "Wir müssen uns einfach von dem Phänomen Bayern München lösen", forderte er.

"Wenn du 115 Millionen im Jahr mehr an Gehältern ausgeben kannst für die Mannschaft, hast du normalerweise auch die Pflicht, ganz weit oben zu stehen", so Watzke.

In jeder anderen Liga Europas würde der BVB ganz vorne stehen, führte der BVB-Geschäftsführer weiter aus.

Gleichzeitig warnte er vor Zufriedenheit: "Die Mannschaft hat ihr Potenzial aus meiner Einschätzung noch nicht ausgereizt. Es ist immer noch ein ganz Stück Luft nach oben."

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