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Dortmund - Ilkay Gündogan springt Mats Hummels im SPORT1-Interview zur Seite. Der Nationalspieler spricht zudem über seine Leidenszeit, eine Vertragsverlängerung und die Terror-Anschläge.

Ilkay Gündogan ist wieder da! Nach seiner langen Leidenszeit ist der Leistungsträger bei Borussia Dortmund wieder eine feste Größe und auch zurück in der Nationalmannschaft.

Knapp 403 Tage war Gündogan wegen seiner Rückenprobleme ausgefallen, in dieser Saison hat er aber alle 13 Bundesligaspiele bestritten.

Im SPORT1-Interview spricht Gündogan über seine lange Leidenszeit, eine Vertragsverlängerung, die Kritik an Mats Hummels und die Folgen der Terror-Anschläge von Paris. (Das komplette Interview ab 18.30 Uhr bei Bundesliga aktuell im TV auf SPORT1)

Gündogan über …

seine Fitness nach der Leidenszeit:

Man muss seinen Körper immer wieder regenerieren, manchmal schonen, weil es Schlag auf Schlag geht. Wir haben eigentlich nur noch englische Wochen und spielen jeden dritten Tag. Darauf muss man sich einstellen, auch vom Kopf her. Es ist nicht leicht, wenn man wie gegen Quäbälä fünf Stunden im Flieger sitzt, nach dem Spiel direkt wieder zurückfliegt, am nächsten Morgen Training hat und ein oder zwei Tage später schon wieder Bundesliga spielt.

Bisher haben wir und auch ich persönlich das sehr gut gestemmt. Ich bin sehr froh, dass ich keine größeren Probleme davongetragen habe, sondern körperlich absolut auf Topniveau bin. Deswegen freue ich mich, dass wir so viele Spiele haben. Dann trainieren wir nicht so oft (lacht).

(Die UEFA Europa League am Donnerstag ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm sowie im LIVETICKER)

das Thema Vertragsverlängerung:

Ich bin gerade einfach froh, wieder gesund zu sein. Noch vor eineinhalb Jahren war ich in einem Zustand, der nicht so schön war und durch den es eine große Unsicherheit gab. Jetzt wieder schmerzfrei Fußball spielen zu können, ist für mich das Größte. Das geht über Vertragsdetails und -laufzeiten hinaus. Wenn man als Sportler seine Sportart nicht ausüben kann, ist das eine große Belastung.

Deswegen mache ich mir jetzt keinen großen Druck. Aber natürlich habe ich Verständnis, dass viele Leute eine Entscheidung erwarten und die wird auch irgendwann kommen. Aber bis dahin lasse ich mir ein bisschen Zeit. Die muss man mir nach den Ereignissen auch zugestehen.

die Kritik an Mats Hummels:

Er war definitiv nicht alleine schuld (an der Niederlage beim HSV, Anm. d. Red.). Mats hat sich wegen der Berichterstattung schon die letzten Wochen nicht öffentlich geäußert, sondern wollte sich zurückziehen und auf Fußball konzentrieren. Deshalb überrascht es mich, dass ihm nach dem Spiel vorgeworfen wurde, er habe sich als Kapitän nach der Niederlage nicht gestellt. Das finde ich Mats gegenüber nicht fair - zumal viele Leute auch wussten, dass er schon vorher bewusst nichts gesagt hat.

die EM nach den Terror-Anschlägen von Paris:

Ich hoffe schon, dass die EM so ablaufen kann, wie man sich das noch vor drei Wochen vorgestellt hat und gehe auch erst einmal davon aus. Die EM ist aber noch ein bisschen weiter weg. Die Ereignisse kann man natürlich nicht einfach vergessen, ich weiß auch nicht, ob man das in einem halben Jahr schon mehr verdrängt hat.

seinen Umgang mit dem Erlebten:

Ich persönlich hatte danach keine Angst, wieder ins Stadion zu gehen und zu spielen. Ich denke, das ist wichtig. Es war ein komisches Gefühl, im Innenraum des Stadions quasi gefangen zu sein, während draußen ein Mensch nach dem anderen sein Leben geben musste. Das hatte die meisten Auswirkungen auf mich persönlich, auch in den letzten Tagen noch. Das kann man nicht so schnell vergessen.

das erste Spiel nach den Anschlägen:

Um die Sicherheit im Stadion habe ich mir beim Hamburg-Spiel keine größeren Sorgen gemacht. Vielleicht ist das für uns als Spieler auch ein bisschen einfacher als für die Zuschauer auf der Tribüne, weil wir 90 Minuten Fußball spielen und uns darauf konzentrieren. 

die Folgen der Anschläge:

Ein mulmiges Gefühl bleibt erst einmal. Hoffentlich nicht lange, aber es ist auf jeden Fall noch präsent. Wichtig ist, dass wir angstfrei in unsere Zukunft blicken.

die Niederlage beim HSV:

Wir haben dieses Spiel verdient verloren, weil wir einfach sehr, sehr schwach gespielt haben. Jeder Einzelne muss sich da hinterfragen, wie es dazu kommen konnte, dass wir auch vom Kopf her nicht da waren. Der HSV war sehr aggressiv, hat alles in die Waagschale geworfen - und wir können so ein Spiel mit unseren Ansprüchen nicht so angehen. Wir haben intern schon über diese Partie gesprochen und wollen jetzt in der Europa League und danach in der Bundesliga Wiedergutmachung betreiben. 

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