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Mönchengladbach - Der FC Bayern will sich von der Niederlage in Mönchengladbach nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sie zeigt aber, woran es beim Rekordmeister doch noch hapert.

Den Schock über die erste Saisonniederlage in der Bundesliga und die verpasste Herbstmeisterschaft versuchten Spieler und Verantwortliche des FC Bayern München schnell abzuhaken, doch die Art und Weise wird den deutschen Rekordmeister noch länger beschäftigen.

"Wir müssen lernen, dass Siege nicht selbstverständlich sind und Rückschläge in einem Spiel dazugehören. Da muss man die Ruhe bewahren", sagte Sportvorstand Matthias Sammer nach dem 1:3 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach.

Die Münchner waren vor allem in der ersten Halbzeit klar überlegen und hätten längst führen müssen. Doch nach dem ersten Gegentreffer durch Oscar Wendt (54.) verloren die Gäste vollkommen die Ordnung.

Gladbach wurde zu Kontern eingeladen, im Spiel nach vorne lief nicht mehr viel zusammen. Nach dem Doppelschlag durch Lars Stindl (66.) und Fabian Johnson (68.) war das Spiel binnen 14 Minuten gelaufen. 

Guardiola fordert Lerneffekt

"Wir müssen in der Lage sein, aus diesem Spiel zu lernen, dass wir nie unsere Kontrolle, unsere Basis verlieren dürfen", forderte Pep Guardiola mit Nachdruck.

Die Szenen im Borussia-Park erinnerten an die anderen wenigen Niederlagen in der Ära des spanischen Trainers, unter anderem das Aus in den vergangenen beiden Jahren im Champions-League-Halbfinale.

Bei den deutlichen Pleiten gegen Real Madrid im Rückspiel 2014 und beim FC Barcelona im Hinspiel 2015 waren die Bayern nach dem ersten Gegentor ebenfalls auseinandergebrochen und hatten schnell die Treffer zwei und drei kassiert.

"Da müssen wir einen kühlen Kopf bewahren", forderte Franck Ribéry, der sich über sein Comeback nach knapp neunmonatiger Verletzungspause und sein Tor zum Endstand (81.) nicht freuen konnte: "Ich bin traurig, weil wir nicht gewonnen haben."

Es war die erste Pleite der Bayern in der Liga seit dem 1:2 in Freiburg am 16. Mai und die erste Hinrunden-Niederlage seit dem 28. Oktober 2012 beim 1:2 gegen Leverkusen.

Lahm genervt

Trotz der nicht einkalkulierten Pleite ist der Vorsprung des Tabellenführers immer noch komfortabel. Man sei voll im Plan, stellte ein leicht genervter Philipp Lahm fest.

Der Kapitän übte aber ebenfalls Kritik am Auftritt in der zweiten Halbzeit. "Man darf in fünf Minuten das Spiel nicht herschenken. Wir haben zu viele Fehler gemacht, das wird von einer guten Mannschaft bestraft", sagte Lahm, den der zunächst verpasste Herbsttitel aber nicht aus der Ruhe bringt: "Es spielt nicht die Rolle, wann man Herbstmeister wird. Wichtig ist, dass man im Winter oben steht."

Die großen Verletzungssorgen wollte der Weltmeister nicht als Ausrede für  gelten lassen. In Arjen Robben, Douglas Costa, David Alaba, Mario Götze und Thiago fehlten fünf Hochkaräter.

"Wir werden uns nicht beschweren. Wir hatten eine gute Mannschaft auf dem Feld", sagte Lahm.

Diese vergab in einer guten ersten Halbzeit reihenweise große Chancen. "Da müssen wir 2:0 oder 3:0 führen", so der FCB-Kapitän.

Torhüter Manuel Neuer warb um Verständnis nach den starken Auftritten in den vergangenen Wochen. "Wir haben nie gesagt, dass wir alles überrennen und jede Mannschaft schlagen werden", so der Keeper, der ebenfalls dazu aufforderte, "aus dem Spiel zu lernen".

Unter Schubert mehr Punkte als Bayern

Gladbachs Trainer André Schubert lobte unterdessen sein Team nach dem Coup gegen die Über-Bayern in höchsten Tönen.

"Das war eine sensationelle Leistung. Wir haben mit viel Herz, viel Leidenschaft und sehr klug gespielt", sagte Schubert.

Seit seinem Amtsantritt sammelte die mit fünf Niederlagen in die Saison gestartete Borussia in zehn Spielen (acht Siege, zwei Unentschieden) sogar einen Punkt mehr als die Münchner.

Am Dienstag (ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) soll bei Manchester City die Erfolgsserie ausgebaut werden. Mit einem Sieg würden die Gladbacher in der UEFA Europa League überwintern. "Wir wollen weiter europäisch spielen und haben uns viel Selbstvertrauen erarbeitet", sagte Wendt.

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