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München - Die Katze ist aus dem Sack. Bayern München und der Erfolgstrainer gehen am Saisonende getrennte Wege. Der Nachfolger steht bereit und fühlt sich "sehr geehrt".

Alles hatte in den vergangenen Tagen darauf hingedeutet, jetzt ist es Gewissheit: Pep Guardiola wird den FC Bayern München am Saisonende verlassen.

Das gab der Klub am Sonntag offiziell bekannt - allerdings erst rund 40 Minuten, nachdem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Bild-Zeitung vorab informiert hatte.

Gleichzeitig präsentierte der Rekordmeister einen Nachfolger: Ab dem 1. Juli 2016 wird Carlo Ancelotti an der Säbener Straße anheuern. Der 56-jährige Italiener erhält einen Vertrag bis 2019.

Rummenigge dankt Guardiola

"Wir sind Pep Guardiola dankbar für alles, was er unserem Verein seit 2013 gegeben hat", sagte Rummenigge:

"Ich bin überzeugt, dass Pep und unsere Mannschaft jetzt noch intensiver daran arbeiten werden, die großen sportlichen Ziele zu  erreichen - gerade, weil nun feststeht, dass Pep den FC Bayern verlassen wird."

Für Guardiola endet das Kapitel Bayern dagegen nach drei Jahren.

Der 44-Jährige trat im Sommer 2013 die Nachfolge von Jupp Heynckes an und holte mit den Münchnern seitdem zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal. Zudem wurde er mit den Bayern 2014 UEFA-Supercup-Sieger und Klub-Weltmeister.

Noch fehlt aber der Triumph in der Champions League mit den Bayern. Dies soll nach zwei vergeblichen Anläufen mit dem jeweiligen Aus im Halbfinale nun zum krönenden Abschluss am 28. Mai 2016 in Mailand gelingen.

Ancelotti fühlt sich geehrt

Ancelotti war schon in den letzten Tagen als großer Favorit auf Guardiolas Nachfolge gehandelt worden.

Der Italiener hat bisher Juventus Turin, den AC Mailand, den FC Chelsea, Paris St.-Germain und Real Madrid trainiert. Mit Milan und den Königlichen gewann er auch die Champions League.

"Er hatte als Trainer überall Erfolg und drei Mal die Champions League gewonnen. Carlo ist ein ruhiger, ausgeglichener Fachmann, der mit Stars umgehen kann und einen variantenreichen Fußball spielen lässt - das haben wir gesucht, das haben wir gefunden", sagte Rummenigge.

Ancelotti selbst fühle sich "sehr geehrt, dass ich von der kommenden Saison an Trainer des großen FC Bayern sein werde".

"Als ich vom Interesse des Clubs an mir erfuhr, kam für mich auch kein anderer Club mehr in Frage", ergänzte Ancelotti in einem Twitter-Statement, das er in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch) verbreitete: "Ich wünsche Bayern München und meinem Freund Pep Guardiola alles erdenklich Gute für den Rest dieser Saison."

Strunz hält Ancelotti für gute Wahl

SPORT1-Experte Thomas Strunz begrüßte die Wahl Ancelottis als Nachfolger von Guardiola. "Ancelotti hat in so vielen Ländern bewiesen, dass er es kann und ist Meister geworden - wenn der in die Kabine kommt, ist sofort der Respekt da", sagte Strunz im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Guardiolas nahender Abschied habe indes laut Strunz keine "Auswirkungen auf den Verein in Gänze".

"Die Mannschaft ist einfach so stark, dass es für jeden Trainer der Welt ein Vergnügen sein wird, hier in München Trainer zu sein", sagte Strunz. Der deutsche Rekordmeister hatte sich lange Hoffnung auf eine Verlängerung Guardiolas über den Sommer hinaus gemacht.

"Trainer kommen, Trainer gehen"

Doch Rummenigge sagte vor wenigen Wochen bereits:

"Es geht immer weiter. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der irgendwann nicht zu ersetzen sein muss. Spieler kommen, Spieler gehen. Dasselbe gilt auch für Trainer. Trainer kommen, Trainer gehen irgendwann auch."

Wohin der Weg Guardiolas nun führt, ist unklar. Medienberichten zufolge soll er sich schon mit Manchester City einig sein. Beim englischen Ex-Meister sind einige Vertraute aus Guardiolas Zeit beim FC Barcelona tätig, Txiki Begiristain (Sportdirektor) und Ferran Soriano (Geschäftsführer).

Aus der Premier League kämen außerdem der FC Chelsea und Manchester United infrage. Auch eine erneute Auszeit wie 2012/13, als der Katalane nach vier Jahren als Coach bei Barca ein Sabbat-Jahr einlegte, ist denkbar.

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