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München - Kurz bevor seine Entscheidung verkündet wird, gibt sich Pep Guardiola entspannt wie lange nicht. Der Verein bindet Leistungsträger - auch als Signal gegen die Panik.

Der entscheidende Satz flötete ganz sachte durch Pep Guardiolas beredtes Schweigen, beinahe darin untergehend.

"Ich habe große Erfahrung mit dieser Situation", sagte der Trainer des FC Bayern auf der Pressekonferenz, die gar nicht überraschend doch keine neuen Erkenntnisse brachte über seine Zukunft. Eben deshalb.

Auch in Barcelona wusste niemand etwas

In Barcelona war es ähnlich gelaufen vor seinem Abschied, damals zog sich das Schauspiel gar bis ins Frühjahr. Gewusst hat damals auch bis zum Schluss keiner etwas.

Guardiola zieht es durch: "Der Verein und ich haben immer gesagt, dass wir am Tag nach dem Spiel gegen Hannover sprechen werden."

Nur: worüber? "Kalle weiß absolut alles. Seit Juni, Juli, August, September sprechen wir oft", sagte Guardiola. Was ist "alles"?

Rummenigge und Guardiola sprechen und sprechen

Kennt Rummenigge bereits Guardiolas endgültige Entscheidung, haben beide am Sonntag kaum mehr zu besprechen als: "Frohe Weihnachten!"

Wahrscheinlich ist es die letzte von mehreren Verhandlungsrunden, Guardiola gibt dem Verein noch eine kleine Chance. Die Sache ist aber wohl schon klar.

Guardiola lobt Ancelotti

Am Freitag lobte er zumindest schon seinen vermeintlichen Nachfolger. "Er ist ein super Mensch und ein super Trainer. Ich habe ein großes Verhältnis zu ihm", sagte Guardiola, als er auf Carlo Ancelotti angesprochen wurde.

Gerade deshalb bemüht sich der FC Bayern momentan um positive Nachrichten und arbeitete noch bis kurz vor Beginn der Pressekonferenz am Freitag an den Vertragsverlängerungen mit Thomas Müller, Jerome Boateng, Javi Martinez und Xabi Alonso.

Für die Fans eine schöne Nachricht und ein wichtiges Signal inmitten der Guardiola-Wirren.

Verein größer als der Trainer

Darum verzögerte sich die Show mit dem Trainer um eine Dreiviertelstunde. Erst war noch Alonso dran und erzählte vom Glück eines weiteren Jahres beim für ihn "perfekten Verein". Die Münchner zeigen allen: Selbst wenn Guardiola geht, entwickelt sich die Mannschaft weiter. Oder: Die Leistungsträger werden auf lange Sicht gebunden.

Über Monate hinweg hatte Guardiola genervt auf Fragen zu seiner Zukunft reagiert, diesen Auftritt genoss er sichtlich. "In den letzten zwei Monaten habe ich vier Mannschaften trainiert", sagte er grinsend. Was die Vorweihnachtszeit eben mit einem macht.

Zwei Tage müssen sich alle noch gedulden. Während um ihn herum Menschen (und auch Journalisten) immer schneller atmen, entspannt sich Guardiola zunehmend. Fast könnte man annehmen, er habe Spaß daran. Oder er ruht in sich. Weil er mit seiner Entscheidung im Reinen ist.

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