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Thomas Tuchel durfte erstmals in seiner Dortmunder Zeit ein Spielende von der Tribüne aus betrachten © dpa

Wolfsburg bietet Thomas Tuchel die perfekte Vorlage für einen emotionalen Ausbruch. Dortmunds Trainer lässt erstmals seit seiner Ankunft klopphafte Momente zu.

Sparen hätte er es sich schon können, aber können hat er nicht wollen. Frei nach Karl Valentin. Thomas Tuchels Emotion musste raus.

"Ich habe mich dazu hinreißen lassen, auf eine Geste von Dieter Heckings Co-Trainer nach dem Elfmeter zu reagieren und ein Zeichen zu geben, dass er sich zu früh gefreut hat. Das hätte ich natürlich ohne Diskussion auch lassen können", sagte Borussia Dortmunds Trainer nach dem 2:1 in Wolfsburg.

Tuchels Anzeige leuchtet schwarzgelb

Sein Thermometer leuchtet nach etwas mehr als fünf Monaten in Dortmund schwarzgelb.

Eine Provokation wie die des Wolfsburger Co-Trainers Dirk Bremser kommt da sogar gelegen. Dieser hatte nach dem Ausgleich der Gastgeber in der 90. Minute mit einer hämischen Geste in Richtung Dortmunder Bank Tuchels Vulkan mit Lava gefüllt.

Zwei Minuten später in der Nachspielzeit schoss Shinji Kagawa den BVB zum Sieg und Tuchel brach aus. Tritt in die Werbebande, Schnabel-Geste zu Bremser. Dafür verbrachte er die letzten Sekunden der Partie auf der Tribüne.

"Ungebührlich verhalten"

"Ich habe mich ungebührlich verhalten, das hat er mir zumindest erklärt", sagte er über seinen Dialog mit Schiedsrichter Tobias Stieler.

Selten wird Tuchel eine Strafe innerlich derart grinsend hingekommen haben, auch wenn er sie "nicht verstanden" hat. In Dortmund lieben sie bekanntlich den gelegentlichen Ausraster.

Wolfsburgs Co-Trainer mit Vorgeschichte

Da passt es auch, dass Bremser seit dem Pokalfinale in diesem Jahr ohnehin unten durch ist beim BVB. Damals hatte er sich mit der gesamten Dortmunder Bank angelegt, anschließend sang er noch auf der Wolfsburger Pokal-Party: "Schade, Dortmund, der Pott ist nun bei uns!"

Nach seiner Charme-Offensive zum Einstand und fast betont lockeren Auftritten lässt Tuchel jetzt auch mehr und mehr Klopp'sche Züge zu. Dem BVB kann das nur recht sein.

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