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München - Die Bayern verlieren ihren einzigen Test. Dabei offenbaren sie in Karlsruhe einige Baustellen, die Jerome Boateng deutlich anspricht. Parallelen zu den Vorjahren drängen sich auf.

Der Platz war leicht mit Schnee bedeckt. Aber die Bälle blieben ohnehin in den Netzen. Der Trainingsbetrieb ruhte am Montag beim FC Bayern, am Tag des 45. Geburtstags von Pep Guardiola.

Den Akku laden für den Rückrundenstart beim Hamburger SV (Fr., ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER), könnte man meinen.

Dabei scheinen die Bayern dafür noch nicht gerüstet. "Das war eine Lektion für uns", hatte der Coach nach der 1:2-Niederlage im Test beim Karlsruher SC offen bekannt.

Boateng: "Sind noch nicht bereit"

Ein solcher Ausrutscher kann ja mal passieren und sollte den Rekordmeister nicht aus der Bahn werfen. Dennoch sind sie an der Säbener Straße gewarnt. "Man muss kritisch sein und ganz klar sagen, dass wir noch nicht bereit sind", sagte Jerome Boateng.

War das Trainingslager in Katar doch keine so "perfekte Woche", wie es Guardiola formuliert hatte? Die Bild stellte jüngst die Frage, ob die Bayern zu lasch trainiert hätten. Zu wenige Einheiten, nur ein Testspiel.

Fakt ist: Es gibt einige Baustellen bei den Münchnern. Die Abstimmung in der Abwehr etwa war in Karlsruhe ausbaufähig. Vor allem Javi Martinez und Holger Badstuber hatten im ersten Durchgang hier und da Schwierigkeiten mit der Offensive des Zweitligisten.

Harmlose Offensive

"Wir haben überhaupt keine Ordnung gehabt, viele Konter bekommen und verlieren dann das Spiel", fasste Boateng zusammen, der nach der Pause in die Partie kam – und für eine Notbremse die Rote Karte sah.

Doch auch die Abteilung Angriff stockte. Ein Fernschuss von Arturo Vidal, zwei weitere von Thiago und Kingsley Coman – der Rest kam über Standards. Von Robert Lewandwoski, Tor-Garant der Hinrunde, war nichts zu sehen.

Einige Aussetzer in Sachen Konzentration taten ihr Übriges. "Wenn einer nicht mitmacht oder ein paar Prozent fehlen, dann kriegen wir Probleme - egal gegen welche Mannschaft", so Boateng.

Parallelen zu Vorjahren

Es sind Probleme, die bereits aus der Vergangenheit bekannt sind. Den Bayern droht ein Déjà-vu.

2014 verloren die Münchner ihren letzten Test nach dem Katar-Trainingslager bei RB Salzburg mit 0:3. Zwar sicherten sie sich schon im März den Meister-Titel, doch daraufhin folgte ein Spannungsabfall. Der Preis: Das bittere Aus im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid (0:1 und 0:4).

Im Vorjahr folgte dem vermeintlich gelungenen Arbeitstrip ins Emirat ein böses Erwachen mit dem 1:4 beim VfL Wolfsburg - und später auch das Saisonende in der europäischen Königsklasse in der Vorschlussrunde gegen Barcelona (0:3 und 3:2)

In diesem Winter kommt noch ein Aspekt hinzu, der den Rekordmeister hemmen könnte. Pep Guardiola hört zum Saisonende auf. Ihm droht die Gefahr, zur "Lame Duck" zu werden.

Sportvorstand Matthias Sammer will davon nichts wissen und fragt: "Können Sie sich wirklich vorstellen, dass irgendeiner in diesem Verein auch nur eine Sekunde nachlässt, um die Ziele zu gefährden?"

Coach und Trainer haben gemeinsame Ziele

Schließlich hat auch das Star-Ensemble den Anspruch, seine persönliche Titelsammlung zu erweitern. Und sich schon jetzt für den neuen Coach Carlo Ancelotti zu empfehlen.

Auch SPORT1-Experte Peter Neururer ist davon überzeugt, dass Guardiolas Abschied keine Rolle spielen wird.

"Mannschaft und Trainer haben gemeinsame Ziele, wollen die Champions League und das Triple gewinnen", sagte er im Volkswagen Doppelpass. "Solange diese gemeinsame Motivation da ist, kann es eigentlich keine Disharmonie geben."

Das gilt es im kommenden halben Jahr zu beweisen. Wenn sie die Bälle dann wieder aus den Netzen holen.

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