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München - Jerome Boateng wird dem FC Bayern monatelang fehlen. Im schlimmsten Fall fällt der Weltmeister sogar für den Rest der Saison aus.

Kaum war Jerome Boateng unsanft auf dem Boden gelandet, signalisierte der Weltmeister mit einer Armbewegung: es geht nicht mehr.

Der Innenverteidiger musste beim 2:1-Sieg zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV am Freitag in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden.

Einen Tag später gab der FC Bayern nach einer Kernspintomographie in München bekannt, dass sich Boateng eine Muskelverletzung zugezogen habe und "eine längere Pause einlegen" muss.

Eine vage Formulierung. Und kommt noch viel schlimmer sein.

Nach SPORT1-Informationen erlitt der Weltmeister, der in der zweiten Halbzeit ausgewechselt worden war, einen Einriss im Adduktorenbereich.

Sogar Adduktorenabriss?

Womöglich ist es sogar zu einem Adduktorenabriss gekommen. Eine weitere Untersuchung am Montag soll Aufschluss über die schwere der Verletzung geben.

Sollte sich die Befürchtung eines Adduktorenabrisses bestätigen, wäre die Saison für Boateng wohl gelaufen.

Doch auch so dürfte seine Wiedergenesung zum einem Wettlauf mit der Zeit werden.

Denn ein Ausfall von zwei bis eher drei Monaten scheint realistisch.

Bierhoff macht Mut

Damit würde Boateng erst Ende April wieder beschwerdefrei sein und den Bayern wahrscheinlich frühestens im Mai wieder zur Verfügung stehen.

Heißt: Boateng stünde dann erst zu den letzten beiden Bundesliga-Spieltagen sowie bei Qualifiaktion zum Pokalfinale am 21. Mai in Berlin und dem Endspiel in der Champions League am 28. Mai in Mailand wieder zur Verfügung. Vielleicht könnten Boateng und die Bayern noch auf einen Einsatz im Halbfinal-Rückspiel Anfang Mai hoffen.

Sogar die EM-Teilnahme im Sommer in Frankreich gerät in Gefahr.

Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff macht Boateng Mut. "Jerome ist sehr niedergeschlagen und traurig, weil er sehr ehrgeizig ist. Aber wir glauben fest daran, dass er bei der EM spielen wird. Den Saison-Endspurt und die Champions League muss er noch nicht abschreiben", sagte Bierhoff der Bild.

Magath nennt Hummels als Kandidaten

Fakt ist auf jeden Fall: Boatengs Ausfall schmerzt die Bayern vor allem in Europas Königsklasse

"Das ist ein richtiger Schlag", sagte SPORT1-Experte Thomas Strunz im Volkswagen Doppelpass: "Boateng ist für mich ganz klar der Fixpunkt in der Defensivabteilung, hat sich auch als Persönlichkeit extrem weiterentwickelt. Das ist ein Ausfall, den die Bayern mit Blick auf die Champions League überhaupt nicht gebrauchen können."

Angesichts der Verletzungsanfälligkeit von Holger Badstuber und Medhi Benatia und dem Wunsch, David Alaba und auch Xabi Alonso möglichst nicht in der Innenverteidigung einsetzen zu müssen, haben die Münchner nach Ansicht des langjährigen Leverkusener Managers Reiner Calmund ein Problem.

Eine Woche vor Ende des Wintertragsferfensters "stehst du vor der Frage: Kannst du einen von der Qualität einkaufen? Vermutlich nicht".

Die Krux: Die besten Innenverteidiger Europas haben zum größten Teil in der Champions League gespielt und wären daher in der Rückserie für die Münchner dort nicht spielberechtigt.

Felix Magath, der den FC Bayern 2005 und 2006 zwei Mal zum Double geführt hat, hatte allerdings einen Namen parat: "Vielleicht Mats Hummels." Der Dortmunder ist mit seiner Mannschaft in dieser Saison in der UEFA Europa League aktiv.

Guardiola setzt Leistungsttest an

Unterdessen hat Pep Guardiola für Montag einen Leistungstest bei den Bayern angesetzt.

Der Termin steht aber schon seit ein paar Tagen fest - unabhängig von Boatengs schwerer Verletzung.

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