vergrößernverkleinern
Rudi Völler und Schiedsrichter Felix Zwayer
Rudi Völler (l.) war nach dem Spiel in Leverkusen nicht gut auf Schiri Felix Zwayer (r.) zu sprechen © Imago

Nach dem Eklat um Trainer Roger Schmidt flippt der Bayer-Sportdirektor am Mikrofon aus. Neben dem Referee bekommt auch ein TV-Mann sein Fett weg.

Dieses Interview steht seiner legendären Wutrede von 2003, damals noch als DFB-Teamchef, ("Käse, Weißbier, Scheißdreck!") in nichts nach:

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ist nach dem Eklat um Trainer Roger Schmidt im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund (0:1) hart mit Schiedsrichter Felix Zwayer ins Gericht gegangen.

"Das Spiel zu unterbrechen und eine solche Hektik hineinzubringen, ist völlig unnötig. So zu tun, als sei etwas ganz Schlimmes passiert, ist völlig übertrieben", wütete Völler bei Sky.

Bayer-Trainer Schmidt hatte nach dem 0:1 durch Pierre-Emerick Aubameyang (64.) eine irreguläre Ausführung des vorangegangenen Freistoßes beklagt und sich trotz Anweisung Zwayers geweigert, den Innenraum zu verlassen.

Neun Minuten Spielunterbrechung

Zwayer ging daraufhin in die Kabine und beriet sich mit seinen Assistenten.

Die Mannschaften folgten ihm und kamen neun Minuten später wieder auf den Platz, das Spiel wurde unter Pfiffen der Zuschauer fortgesetzt. Schmidt setzte sich dann doch auf die Tribüne. 

(Die UEFA Europa League, Do. ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKERHIGHLIGHTS ab 23 Uhr auf SPORT1)

"Der Schiedsrichter meinte, es ein wenig spannender machen zu müssen. Man kann den Trainer auf die Tribüne schicken. Aber der Schiedsrichter hätte es ihm auch einfach vernünftig erklären können, warum er das macht. Das hat er nicht gemacht", sagte Völler.

Wut auch über verweigerten Handelfmeter

Angesichts eines Handelfmeters, der Bayer kurz darauf verweigert wurde, legte der Bayer-Sportdirektor weiter gegen Zwayer nach: "Er hat sich revanchieren wollen, deshalb hat er den Elfmeter nicht gepfiffen."

Sebastian Hellmann versuchte mehrfach, den höchst erregten Völler auf die Neutralität des Schiedsrichters hinzuweisen. In der ersten Emotion nach dem Abpfiff wollte Leverkusens Sportdirektor die Ansicht des Sky-Moderators indes nicht akzeptieren.

Völler regte sich zudem darüber auf, dass der TV-Mann mehrfach nachfragte, ob Trainer Roger Schmidt mit seinem Handeln nicht auch seiner eigenen Mannschaft geschadet hat.

Völlers Wutrede im O-Ton: 

... über die Spielunterbrechung:

"Der Schiedsrichter meinte, es ein bisschen spannender machen zu müssen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob unser Trainer auf die Tribüne muss oder nicht. Aber das liegt in der Entscheidung des Schiedsrichters. Aber man kann es ihm auch einfach vernünftig erklären!" 

"So ein Spiel zu unterbrechen und dadurch so eine Hektik reinzubringen, das war völlig unnötig! Ich verlange von Herrn Zwayer, dass er unserem Trainer das erklärt, egal, ob das in der Regel steht oder nicht. Wenn es anders im Regelwerk steht, dann haben wir wieder etwas dazugelernt. Dann hier so eine Nummer daraus zu machen! Die Spieler müssen reingehen, als wäre hier etwas Furchtbares passiert, das ist total übertrieben."

... über die Frage, ob Schmidt der Mannschaft lieber neue Impulse gegeben hätte:

"Wissen sie, wer neue Impulse hätte geben können? Der Schiedsrichter und die Linienrichter draußen, wenn er nämlich Handelfmeter gepfiffen hätte! Dann hätte er einen super Impuls geben können! Es war nämlich ein tausendprozentiger Elfmeter. Der Impuls wäre ganz wichtig gewesen. Das ist doch keine natürliche Handbewegung."

... das Verhalten von Roger Schmidt:

"Das ist doch bei anderen Trainern auch, das braucht man nicht überbewerten. Das macht jeder Trainer ein bisschen, die sind alle unter Hochspannung. Dann fühlt man sich auch ein bisschen ungerecht behandelt. Man kann unseren Trainer auch mal hochschicken, davon geht die Welt ja nicht unter. Das kann passieren, das passiert anderen auch."

"Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter? Nicht, wenn das Mikro aus ist, sagen, du hast ja Recht. Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man jetzt doch nicht so aufpumpen, die Nummer. Man muss die Mannschaften doch nicht reinschicken. Geh doch hin und sag, Herr Schmidt, Sie müssen auf die Tribüne, weil Sie zu laut waren beim vierten Offiziellen. Warum hat er das nicht gemacht?"

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel