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1. FSV Mainz 05 v Borussia Dortmund - Bundesliga
Christian Heidel steht vor einem Engagement bei Schalke 04 © Getty Images

München - Der Noch-Mainzer spürt offenbar nicht den erhofften Rückhalt auf Schalke und zögert mit seiner Unterschrift. Bei SPORT1 gibt ein Insider Clemens Tönnies die Schuld.

Es sind stressige Tage für Schalke 04. Nach dem schwer erkämpften 0:0 in der Europa League bei Schachtjor Donezk kommt am Sonntag mit dem VfB Stuttgart (ab 17 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) das beste Bundesliga-Rückrundenteam nach Gelsenkirchen.

Und nebenbei soll die Vereinsführung eine richtungweisende Personalie abnicken: Die Verpflichtung von Christian Heidel als neuem Vorstandsvorsitzenden spätestens zur nächsten Saison. Die Frage ist, will Heidel überhaupt noch?

Angeblich fühlt sich der Mainz-Manager vor seiner Unterschrift der Unterstützung des Schalker Aufsichtsrats nicht sicher. Ist das tatsächlich der Fall, will er den Königsblauen offenbar doch noch absagen. (Mehr zum Thema am Sonntag im Volkswagen Doppelpass LIVE im TV auf SPORT1)

Alleingang von Tönnies

An einem noch geheimen Ort will der derzeitige Sportchef von Mainz 05 am Sonntag deshalb persönlich den Aufsichtsrat davon überzeugen, dass er der richtige Mann für die Zukunft ist. Allerdings regt sich Widerstand im Kontrollgremium gegen die Kür des Nachfolgers von Horst Heldt.

Denn offenbar hat der übermächtige S04-Boss Clemens Tönnies schon Fakten geschaffen, von denen die meisten Aufsichtsratsmitglieder bislang nur aus den Medien erfahren haben. Demnach soll Heidel der Wechsel aus seiner Heimat mit der relativ langen Vertragslaufzeit von vier Jahren und einem Jahresgehalt von rund 2,3 Millionen Euro schmackhaft gemacht werden.

Und der 52-Jährige soll alleiniger Schalke-Vorstandsvorsitzender werden, während es bisher nur drei gleichberechtigte Vorstände gibt. "Diese Entscheidung ist damals bewusst so gewählt worden, weshalb sicher mit Gegenwind zu rechnen ist", sagt ein Insider zu SPORT1.

Gegenwind für Tönnies

Gegenwind vor allem für Tönnies, der eine Zweidrittel-Mehrheit für seinen Vorschlag Heidel benötigt. Derzeit gelten drei Mitglieder im Aufsichtsrat als Kritiker von Tönnies‘ Alleingängen, allerdings gibt es auch unter den verbliebenen sieben Mitgliedern skeptische Stimmen.

"Tönnies macht sich das Leben selber schwer", sagt einer aus der Schalker Führung mit Blick auf die Entmachtung von Heldt. "Dieser bald sechsmonatige Eiertanz um Heldt und Heidel ist unprofessionell und schadet dem Verein. Und es ist auch nicht in Ordnung, den Aufsichtsrat zum wiederholten Mal vor vollendete Tatsachen zu stellen."

Kein Plan B auf Schalke

Sollte im Kontrollgremium wegen Gehalt, Laufzeit oder Machtfülle oder nur wegen fehlender Informationen keine Zweidrittel-Mehrheit für den Wunschkandidaten Heidel zustande kommen, stünde Schalke mal wieder öffentlich blamiert da und auch ohne Plan B.

Noch deutet zwar alles darauf hin, dass Heidel spätestens im Sommer übernimmt. Schalke-Experten halten es aber keineswegs für ausgeschlossen, dass sich die Lage im Falle einer Niederlage gegen Stuttgart und einer damit verbundenen Gefährdung der Saisonziele doch noch ändern könnte.

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