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München - Markus Weinzierl zählt zu den begehrtesten Trainern Deutschlands. Bei SPORT1 spricht er über die anstehende Partie gegen den FC Bayern und seine persönlichen Ambitionen.

Markus Weinzierl hat Begehrlichkeiten geweckt. Die Erfolgsgeschichte des FC Augsburg, die in der vergangenen Saison mit der Qualifikation für die UEFA Europa League ihren vorläufigen Höhepunkt fand, hängt eng mit dem Trainer zusammen.

Zuletzt hieß es, der 41-Jährige stehe oben auf der Liste der Kandidaten für die Nachfolge von Ralf Rangnick bei RB Leipzig.

Zunächst steht für die Schwaben und ihren Coach am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) aber erst einmal ein Highlight in der Bundesliga auf dem Programm. Der scheinbar unschlagbare FC Bayern ist zu Gast. Weinzierl hat Pep Guardiola jedoch nicht nur einmal geärgert.

Im SPORT1-Interview spricht Weinzierl über das Spiel gegen die Münchner, die Entwicklung des FC Augsburg und seine persönlichen Ambitionen (Teil 1 des großen Interviews gibt es heute ab im 18.30 Uhr im TV auf SPORT1 bei Bundesliga Aktuell).

Markus Weinzierl über...

…das Spiel gegen Bayern: "Wir wissen, dass wir Bayern schon einmal geschlagen haben. Das gibt Selbstvertrauen. Natürlich wissen wir, dass Bayern eine Top-Mannschaft hat, die die Bundesliga dominiert, und man einen Sahne-Tag braucht, um einen Punkt zu holen. Und dann gilt es natürlich taktisch clever zu agieren."

…seine Bilanz gegen Guardiola: "Ich bin definitiv nicht sein Albtraum. Ich glaube Pep geht es gut, er hat keine Albträume. Es stimmt, dass wir, der FC Augsburg, zweimal gewonnen haben. Das passt ihm mit Sicherheit nicht. Uns macht es stolz, dass wir zweimal Bayern München schlagen konnten, zweimal 1:0. Das gibt uns Zuversicht für solch schwere Spiele wie am Sonntag oder gegen Liverpool."

Die SPORT1-Reporter Christian Ortlepp, Nele Schenker und Stefan Kumberger trafen FCA-Coach Markus Weinzierl (2.v.l.) zum Interview © SPORT1

…Bayern Münchens Schwächen: "Die haben keine... eigentlich. Klar gibt es Kleinigkeiten. Klar ist es so, dass man als Gegner eine Chance hat, wenn sie nicht hundert Prozent auf den Platz bringen. Die Gefahr ist da, dass sie motiviert sind und ihre Titel holen wollen. Die Unruhe ist auch da, von daher werden sie uns nicht unterschätzen und das Spiel gegen uns hoch konzentriert angehen - und dann sind sie Extraklasse. Das macht das Spiel am Sonntag sehr schwer."

…die Unruhen in München: "Ich glaube nicht, dass die einzelnen Spieler dadurch schlechter werden. Ich glaube eher, dass sie angestachelt sind, beziehungsweise dass sie noch mehr darauf aus sind, Ruhe in ihren Laden zu bringen. Sie brauchen Erfolge und werden uns dementsprechend nicht unterschätzen."

…den umstrittenen Hinspiel-Sieg der Bayern: "Es hat jeder im Stadion und im Fernsehen gesehen, dass es kein Elfmeter war. Das sind Situationen, mit denen du klarkommen und umgehen musst. Es gibt immer wieder ungerechte Entscheidungen, aber wir haben das längst abgehakt."

…den holprigen Saisonstart: "Die Anfangsphase war nicht einfach, gerade die Dreifachbelastung. Es hat uns Probleme bereitet, international zu spielen. Das war völlig neu für jeden Einzelnen, für den ganzen Verein, aber ich denke, dass wir es eindrucksvoll gedreht haben. Dass wir im Oktober, als wir Letzter waren, nicht glücklich waren, ist auch klar, aber wir haben sehr zielgerichtet und auch sehr klar an den Dingen gearbeitet und unsere Ziele gut umgesetzt."

…über seinen Weg als Trainer: "Wir hatten in Regensburg eine Erfolgsgeschichte und jetzt in Augsburg haben wir wieder eine. Aber als Trainer hast du keine Zeit deine Jahre zu beurteilen. Du lebst und arbeitest zielgerichtet. Aber beide Vereine sind in den Jahren immer besser geworden. Das bisherige in Augsburg mit der Europa League zu krönen, macht mich schon sehr stolz."

…über seine Träume als Trainer: "Wenn du als Trainer Wünsche und Träume hast, bist du falsch. Man arbeitet und gibt sich weniger den Träumen hin. Meine Aufgabe ist es von Woche zu Woche und Jahr zu Jahr zu schauen, dass die Erfolge stimmen. Die Konkurrenz ist groß, wenn man es immer schafft, seine Ziele zu erreichen ist man ein erfolgreicher Trainer."

…über das Angebot von Schalke 04 im Sommer: "Ich wollte mit Augsburg Europa League spielen. Wir sind Fünfter geworden, das verbindet. Das war ein riesiges Highlight und da wollte ich mich nicht durch die Hintertür verabschieden."

…seine Zukunft: "Es gibt auch Beispiele, wo Trainer ihren Job sehr lange gemacht haben, wie Rehhagel in Bremen oder Finke in Freiburg. Es wäre auch ein Weg, aber ich habe jetzt gar keine Zeit, mir aktuell solche Gedanken zu machen, weil es hoch interessant ist, weil sieben Spiele in 21 Tagen anstehen - und die werden schwer genug. Aktuell mache ich mir darüber keine Gedanken, sondern um unsere Situation. Wir haben riesige Aufgaben vor der Brust. Natürlich werde ich Jahr für Jahr entscheiden, was für den Verein und auch für mich richtig ist - so habe ich es im letzten Jahr auch gemacht, als ich mich für Augsburg entschied."

…das Interesse von RB Leipzig: "Wenn es so ist, fühlt man sich natürlich geehrt, wenn andere Vereine die Arbeit gut finden. Da freut man sich. Aber nochmal: Das ist die Arbeit des ganzen Vereins. Als Trainer stehst du dann in der Diskussion, aber das sind ja Gerüchte, die immer wieder in die Welt gesetzt werden. Das ist nicht neu, sondern verfolgt mich schon seit mehreren Jahren. Von daher bin ich es gewohnt und nehme es so hin. Leipzig ist absolut ambitioniert. Ein sehr tolles Projekt. Leipzig vertritt eine ganze Region und will im Osten Erstliga-Fußball präsentieren. Und aktuell sind sie auf einem sehr guten Weg und ich glaube, dass sie aufsteigen. Es gibt viele Traditionsvereine im Osten. Nur ein Verein klopft jetzt an die Tür der ersten Liga. Von daher denke ich, dass Leipzig einen großen Rückhalt spürt."

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