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München - Uli Hoeneß ist nach Verbüßung der Hälfte seiner Haftstrafe auf freien Fuß. Doch wie geht es mit dem Ex-Boss des FC Bayern München weiter? SPORT1 klärt auf.

Sie ist vorbei. Nach 637 Tagen. Die schwerste, bitterste Zeit im Leben von Uli Hoeneß. Der ehemalige Boss des FC Bayern ist vorzeitig zurück in Freiheit.

Nach Verbüßung der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung kehrte der ehemalige (und künftige?) Klub-Patriach am Montag auf Bewährung ins "normale" Leben zurück.

Entlassung am frühen Morgen

Am Montagmorgen öffnete sich die Gefängnis-Tür für Hoeneß, wie das bayerische Justizministerium SPORT1 bestätigte.

Jedoch nicht im Freigängerhaus Rothenfeld in der Nähe des Ammersees, sondern in der JVA Landsberg am Lech.

Dorthin kehrte Hoeneß am Freitag zurück. An diesem Tag war er auch schon nicht mehr auf der Geschäftsstelle des deutschen Fußball-Rekordmeisters anzutreffen.

Am Montagvormittag bestätigte sein Sohn Florian vor dem Haus der Familie am Tegernsee, dass sein Vater zu Hause sei. Wie die Welt berichtete, war aus der Villa laute Musik zu hören. Auch eine Blaskapelle erschien vor dem Anwesen.

Bereits am Donnerstag hat er sich im Freigängerhaus Rothenfeld verabschiedet. Der übliche Hol- und Bring-Service von Hoeneß zum FC Bayern wurde schon am Freitag nicht mehr gesichtet.

Hoeneß beschenkt seine Mitinsassen

Hoeneß soll nach SPORT1-Infomationen ein Muster-Insasse gewesen sein. In Rothenfeld hat der 64-Jährige zum Abschied Mithäftlinge und Wärter mit Bayern-Fanartikeln beschenkt. Darüber hinaus hat er den maroden Fitnessraum, in dem er oft Kraftübungen und Ergometertraining absolvierte, neu ausrüsten lassen.

Noch ein typischer Hoeneß: Als er zu Beginn in Rothenfeld seine Tischtennis-Leidenschaft entdeckte, musste er noch auf abgenutzten, alten Platten spielen. Bald darauf standen die neuesten Turnier-Tischtennis-Platten in Rothenfeld.  

Erster öffentlicher Auftritt wohl in Mönchengladbach

Wie geht es mit Hoeneß weiter?

Wie SPORT1 erfuhr, hat er sich von der Jugendabteilung des FC Bayern am Donnerstag verabschiedet - in einen Regenerations-Urlaub.

Doch wie lange hält es dort Hoeneß aus? Viele rechnen mit seinem ersten Auftritt bereits am Mittwoch im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.

Frühestens zum Heimspiel in zwei Wochen gegen Werder Bremen wird er in der Allianz Arena erscheinen, eher aber wohl beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Juventus Turin am 16. März.

Sein wahrscheinlicher erster Auftritt in der Öffentlichkeit wäre dann am 13. März in Mönchengladbach. Dort wird er die Laudatio für seinen Freund Jupp Heynckes halten, der den Ehrenring seiner Heimatstadt erhält.

Rückkehr auf die große Bühne?

Danach möchte Hoeneß "Fußball genießen, ins Stadion gehen und wieder Fan sein", wie er dem kicker sagte. Nach dem Saisonende ist dann ein mehrwöchiger Familienurlaub vorgesehen, nach dem spätestens die Entscheidung über seine Zukunft fallen soll.#

In seinem Umfeld geht man von einer Rückkehr auf die große Bühne aus, so wie er es bei seiner legendären Das-war's-noch-nicht-Rede auf der FCB-Hauptversammlung am 2. Mai 2014 angekündigt hatte. Gleichzeitig sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge aber, er habe "keine Ahnung" von Hoeneß' konkreten Plänen.

Bei der nächsten Jahreshauptversammlung im Spätherbst könnte Hoeneß wieder das Präsidentenamt von Karl Hopfner übernehmen. Der Sport Bild erklärte ein Vertrauter aus dem engsten Bayern-Kreis: "Dass Uli zurück an die Macht will, steht fest."

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