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SPORT1-Experte Fredi Bobic übt scharfe Kritik an Guardiolas Taktik im Spiel gegen Mainz
SPORT1-Experte Fredi Bobic übt scharfe Kritik an Guardiolas Taktik im Spiel gegen Mainz © SPORT1-Grafik/Getty Images

SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic kann die Taktik des Bayern-Trainers bei der Pleite gegen Mainz nicht nachvollziehen. Den BVB sieht er für den Gipfel am Samstag besser gerüstet.

Hallo Fußball-Freunde,

es ist noch gar nicht so lange her, da haben praktisch alle - und da nehme ich mich gar nicht aus - die Meisterschaft für entschieden erklärt. Und auch die Abstiegsplätze schienen vergeben. Nun ist die englische Woche dabei, die Bundesliga ganz ordentlich durcheinander zu wirbeln.

Der Titelkampf könnte nach der Bayern-Niederlage gegen Mainz und Dortmunds Sieg in Darmstadt richtig spannend werden, wenn Borussia Dortmund am Samstag den FC Bayern schlägt. Für die Dortmunder ist es praktisch ein Endspiel um den Titel. Und es scheint, dass sie dafür besser vorbereitet sind. Sie tun sich in der Liga deutlich leichter, während in München offenkundig das Thema Turin bei jedem Schritt Pate ist.

Die Aufstellungen von Mittwochabend werden bei beiden Vereinen mit denen vom Samstag kaum etwas gemein haben.

Ob es richtig war und ist, David Alaba, den besten Linksverteidiger der Welt, von seiner Position zu nehmen und dort eine kleine Baustelle aufzumachen, anstatt in der Mitte auf zwei vorhandene Innenverteidiger (Medhi Benatia/Serdar Tasci) zu setzen, wird Grübler Pep Guardiola, der alles und (fast) jeden ständig hinterfragt, sicher auch mit seinem Beraterteam diskutieren.

Und auch das ständige Aufbieten von drei Flügelspielern (dieses Mal Franck Ribery, Arjen Robben und Kingsley Coman, später Douglas Costa), wovon einer dann im offensiven Mittelfeldzentrum herumdribbelt, hat der spanische Coach exklusiv. Zudem zeigt es sich immer wieder: die Achse Manuel Neuer - Philipp Lahm - Thomas Müller - Robert Lewandowski, zu der eigentlich auch noch Jerome Boateng zählt, muss immer spielen. Auf einen Müller, das beweist das Mainz-Spiel, kann man nicht verzichten.

Ganz wichtig wird für das Spitzenspiel sein, wen der DFB als Schiedsrichter nominiert. Für mich kann es da nur einen geben: Knut Kircher, der zwar auch Fehler macht (gestern sogar zwei ganz entscheidende bei Berlin gegen Frankfurt), dennoch in größter Hektik gelassen bleibt und eine Linie hat.

Wie im oberen Tabellenbild hat auch ganz unten ein Klub am Samstag ein Finale: Wenn Hannover 96 nach der völlig desolaten Leistung gegen Wolfsburg nun in Bremen nicht gewinnt, sind die Niedersachsen nicht mehr zu retten. Wobei sie nicht ohne Chance an die Weser reisen, da Werder teils wie eine Wundertüte agiert.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

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