vergrößernverkleinern
Für Fredi Bobic ist Andrej Kramaric (rechte Bildhälfte, Mitte) ein Faustpfand für den Klassenerhalt © SPORT1-Montage: Marc Tirl / Getty Images

Für SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic ist 1899 dank eines Volltreffers von Manager Alex Rosen der Gewinner im Abstiegskampf. Niko Kovacs Handschrift sei bereits erkennbar.

Hallo Fußball-Freunde,

Jede Saison das Gleiche: zum Ende hin wird es vor allem im Abstiegskampf spannend. Und je näher der Saisonschluss naht, umso mehr wird sich im Tabellenkeller aufgebäumt und gepunktet. Diese Mal waren es Hoffenheim und Frankfurt mit Siegen, Bremen und Darmstadt zumindest mit Unentschieden. Der große Verlierer also der FC Augsburg?

Zum großen Sieger in der internen Meisterschaft namens Klassenerhalt entwickelt sich jedenfalls immer mehr die TSG Hoffenheim. Das liegt nicht nur am neuen Trainer, sondern vor allem an einem Wintertransfer, der absolut eingeschlagen hat: der Kroate Andrej Kramarić, geholt von der Ersatzbank der Premier-League-Überraschung Leicester City, hat sensationell eingeschlagen und das Offensivspiel deutlich belebt. Hier ist Manager Alex Rosen ein Riesen-Coup geglückt. Clever zudem: erst einmal ausgeliehen mit einer Kaufoption für den Sommer. (https://www.facebook.com/bobicfredi/)

Bei Darmstadt fällt auf, dass offenbar zum Spielende hin die Kräfte schwinden. Erst wird ein Zwei-Tore-Vorsprung gegen Augsburg verspielt, jetzt ein 1:0 in der Schlusssekunde in Wolfsburg. Das tut dem Aufsteiger, der so sehr über die Physis kommt, doppelt weh.

Beim FC Augsburg scheinen die Europa-League-Auftritte noch immer nachzuwirken. Die Mannschaft wirkt nicht mehr so frisch. Anders Frankfurt, das gegen Hannover spielerisch zwar nahe an der Schmerzgrenze agierte, aber enorme Leidenschaft, Laufbereitschaft und Engagement in die Waagschale wirft. Hier spürt man schon die Hand des neuen Trainers Niko Kovac. Das Tor zum 1:0 war fast sinnbildlich: mit Fußball hatte das Gestochere nicht viel zu tun. Aber der Wille, den Ball irgendwie über die Linie bringen zu wollen, war schon irgendwie beeindruckend.

Noch nicht völlig aus dem Schneider sehe ich den Hamburger SV. All die Aufbruchsstimmung, die Bruno Labbadia anfangs erzeugt hatte, scheint weggeblasen. Schlagzeilen machen wieder weniger die Spieler auf dem Platz, mehr die problematische Finanzsituation des Vereins oder aktuell nun wieder einmal eine Spieler-Mutter-Beraterin. In einer solchen Phase sind diese Nebenkriegsschauplätze Gift. Der HSV muss nach der Länderspielpause zum abgeschlagenen Tabellenletzten Hannover 96. Für die ist dieses Derby kein Drei-Punktespiel mehr im Kampf um die Ligazugehörigkeit. Die wurde am Samstag wohl endgültig verspielt. Es ist einfach das große Nordduell, bei dem andere Vorzeichen gelten.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

 

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel