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Uli Hoeneß betritt den heiligen Boden der Bayern © Imago

Der Vater des Vereins ist wieder da: Uli Hoeneß besucht erstmals nach abgesessener Haftstrafe ein Spiel des FC Bayern. Gegen Mainz wird er euphorisch empfangen.

Uli Hoeneß ist zum ersten Mal seit seiner Haftentlassung am Montag wieder als Zuschauer bei einem Spiel in der Allianz Arena.

662 Tage nach seinem letzten Besuch im Stadion des FC Bayern sieht er sich die Bundesliga-Partie der Münchner am Mittwochabend gegen den FSV Mainz 05 an. Vor seinem Haftantritt war das Spiel gegen den VfB Stuttgart am 10. Mai 2014 Hoeneß' letzter Besuch gewesen. Einige Bayern-Fans feierten den Ex-Präsidenten mit einem Spruchband mit den Worten "Uli, du bist der Beste".

Um 19.44 Uhr erreicht Hoeneß das Stadion, wie zu Präsidententagen parkt er an der Welcome Zone West. Ein Ordner tastet ihn ab, dann geht er durch eine Drehtür hinein.

Boateng: "Wollen ihm den Sieg schenken"

"Es ist etwas Besonderes. Jeder ist heiß und will ihm einen Sieg schenken", sagte der verletzte Jerome Boateng zu Hoeneß' Rückkehr bei Sky.

Mit Blick auf ein neues Amt des Ex-Präsidenten bei den Bayern fügte er an: "Es liegt in erster Linie an ihm selbst. Wir freuen uns alle, dass er wieder zurück ist. Ich würde mich riesig freuen, wenn er zurückkehrt. In welcher Position, muss er entscheiden."

Während seiner 21-monatigen Haftstrafe hatte Hoeneß als Freigänger nur einige Partien der Bayern-Basketballer in der Halle sehen dürfen. Jetzt nimmt erwieder seinen Sitz auf der Ehrentribüne in Block E, Reihe 3 auf Platz 14 ein, neben seiner Frau Susi und seinem Bruder Dieter. In den letzten Tagen deutete schon einiges auf sein Comeback als Stadiongänger hin.

"Ich werde als freier Mann, als Privatmensch, ins Stadion gehen", hatte er bereits in der Bild-Zeitung angekündigt. "Ich freue mich sehr, mal wieder ein Spiel live zu sehen."

Sammer: Freude und Gelassenheit

Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer sagte bei Sky, er habe am Mittwoch gar keinen Kontakt zu Hoeneß gehabt, "auch in den letzten Tagen relativ wenig. Es ist jetzt wichtig, dass er mit seiner Familie zur Ruhe kommt. Wir sehen das mit Freude, aber auch mit einer gewissen Gelassenheit."

Das letzte Fußballspiel hatte sich Hoeneß zehn Tage zuvor angesehen: Er nahm er die U19 des FC Bayern unter die Lupe. Die Bayern-Youngsters verloren dabei 1:3 gegen den Lokalrivalen 1860 München - vor recht überschaubarer Kulisse auf einem Trainingsplatz an der Säbener Straße.

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