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Gelsenkirchen - Schalke dominiert die erste Halbzeit gegen Leverkusen, bricht nach der Pause aber vor allem in der Defensive auseinander. Der Keeper nimmt die Schuld auf sich.

Fassungslos stapfte Ralf Fährmann über den Rasen. Jener Fährmann, der Woche für Woche zu den Besten im Kreise des FC Schalke 04 gehörte. Nun hat es auch ihn getroffen.

"Wenn ich die Fehler nicht mache, gewinnen wir das Spiel", sagte der Keeper nach der der 2:3 (2:0)-Pleite gegen Bayern Leverkusen. "Die Niederlage geht auf meine Kappe. Deswegen möchte ich mich bei der Mannschaft, dem Verein und jedem einzelnen Fan entschuldigen."

(Die Highlights der Samstagsspiele gibt es am Sonntag ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1)

Tatsächlich hatte der 27-Jährige vor allem bei den ersten beiden Gegentreffern seinen Anteil an der Aufholjagd der Werkself, die einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg umwandelte und damit den dritten Tabellenplatz festigte. (Die Tabelle der Bundesliga)

Wichtigen Schritt leichtsinnig verspielt

"Ralf Fährmann war sicher der unglückliche Spieler, aber er hat uns diese Saison so viele Punkte gerettet", meinte Schalkes Coach Andre Breitenreiter.

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Doch die Königsblauen können die Rückkehr in die Königsklasse damit wohl abschreiben. Nach nur vier Punkten aus den jüngsten sechs Spielen ist Platz vier drei Runden vor Schluss weiter vier Zähler entfernt, ein erneutes Jahr in der UEFA Europa League wird immer wahrscheinlicher.

"Die internationalen Plätze sind noch da, aber heute haben wir einen wichtigen Schritt leichtsinnig verspielt", sagte der Trainer.

Schalke bricht ein

Eric Maxim Choupo-Moting (14.) und Leroy Sané (30.) brachten die Gastgeber, die in der ersten Hälfte ganz stark aufspielten, mit 2:0 in Führung. Dann brachen die Schalker völlig ein. Julian Brandt (54.) und Karim Bellarabi (56.) glichen mit einem Doppelschlag aus. Mit seinem 17. Saisontor sicherte Javier Chicharito Hernandez (60.) Leverkusen den nicht mehr für möglich gehaltenen Dreier.  

Breitenreiter stellte nach den Spielen gegen Borussia Dortmund (2:2) und Bayern München (0:3) wieder auf ein offensiveres System um. Jungstar Max Meyer kehrte in die Startelf zurück. Bayer-Trainer Roger Schmidt konnte auf die wieder genesenen Lars Bender und Ömer Toprak zurückgreifen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Leno hält Elfer von Huntelaar

Die Königsblauen bekamen gleich die Führung auf dem Silbertablett serviert, nahmen sie aber nicht an. Nach einem Foul von Toprak an Leroy Sané scheiterte Klaas-Jan Huntelaar mit dem Foulelfmeter an Leno (5.). Es war bereits der fünfte verschossene Strafstoß des Niederländers im Schalker Trikot.

Nur neun Minuten später holte Choupo-Moting nach, was Huntelaar versäumt hatte. Nach einem Solo hatte der Kameruner allerdings Glück, dass Toprak seinen Schuss unhaltbar für Leno abfälschte.

Während Leverkusen sichtlich aus dem Konzept geriet, hätte Choupo-Moting beinahe auf 2:0 erhöht: Nach einer weiteren Einzelaktion des 27-Jährigen blockte Charles Aranguiz in letzter Sekunde den Schuss ab (26.).

Fährmann patzt

Machtlos war die Bayer-Abwehr bei der Koproduktion der Schalker Jungstars Meyer und Sané. Beim sechsten Saisontor des 20-Jährigen verletzte sich auch noch Tin Jedvaj, der nach einem Zusammenprall mit Leno ausgewechselt werden musste.

Nach der Pause bot sich ein völlig anderes Bild: Leverkusen stürmte, Schalke wackelte in der Abwehr, sogar der sonst so starke Fährmann patzte. Beim 2:2 lenkte er den Ball ins eigene Tor.

Beim dritten Bayer-Treffer ließ sich S04 klassisch auskontern. Zudem hatten die Schalker Glück, dass die Gäste noch dreimal Aluminium trafen: Erst lenkte Fährmann einen Hernandez-Schuss an den Pfosten (51.), dann setzte Aranguiz den Ball zweimal an die Latte (56. und 66.).

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