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München - Das Bundesliga-Schlusslicht zieht mit der vorzeitigen Entlassung des Trainers die Konsequenzen aus der Krise. Der Nachfolger ist nur eine Zwischenlösung vor dem Neuanfang.

Hannover 96 hat Thomas Schaaf entlassen und damit die Konsequenz aus der lang anhaltenden sportlichen Talfahrt der Roten gezogen.

Wie die Niedersachsen mitteilten, soll der bisherige U19-Trainer Daniel Stendel die Mannschaft bis Saisonende betreuen.

Am Samstag hatte der abgeschlagene Tabellenletzte im Nordduell gegen den Hamburger SV 0:3 verloren und damit wohl auch die letzten Chancen auf den Verbleib in der Bundesliga verspielt. Sechs Spieltage vor Saisonende steht 96 mit zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz abgeschlagen am Tabellenende.

Bader erklärt Entlassung

"Wir haben uns die Entscheidung ganz bestimmt nicht leicht gemacht. Thomas ist seiner Arbeit immer sehr akribisch und zielorientiert nachgegangen. Er hat zusammen mit seinem Trainerteam alle Möglichkeiten ausgeschöpft, positive Ergebnisse mit der Mannschaft zu erzielen. Das ist leider nicht gelungen", erklärte Bader. Die Entscheidung hatte er gemeinsam mit Vereinsboss Martin Kind getroffen.

Neben Schaaf wurden auch die Co-Trainer Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach entlassen.

Am vergangenen Mittwoch hatten die Niedersachsen bekannt gegeben, dass Schaaf die Niedersachsen im Abstiegsfall verlassen werde. Sein bis 2017 laufender Vertrag gilt nur für die Bundesliga.

Doch schon nach der Pleite gegen den HSV hatte Schaaf wohl schon damit gerechnet, dass er das Saisonende als Trainer der Roten nicht mehr erleben würde. "Wenn einer da ist, der es besser machen kann, soll er es machen", hatte er nach der Pressekonferenz gesagt.  

Weg für Neuanfang ist frei

Damit ist der Weg geebnet für den kompletten Neuanfang, den Klub-Boss Kind schon länger für unabdingbar hält. Auch in der Führungsetage hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der erste Abstieg seit 14 Jahren nicht mehr zu verhindern ist.

Deshalb wird nun mit Hochdruck daran gearbeitet, einen geeigneten Trainer für diese Herausforderung "Rückkehr in die Bundesliga" zu finden. Favorisierte Kandidaten sind nach SPORT1-Informationen Markus Kauczinski, der den Karlsruher SC zum Saisonende definitiv verlassen wird, und der im September 2015 beim 1. FC Kaiserslautern zurückgetretene Kosta Runjaic. Aber auch Markus Gisdol könnte den Neuanfang in Angriff nehmen, sollte er mit der nötigen Machtfülle ausgestattet werden.

Der ehemalige 96-Coach Mirko Slomka ist indes wohl kein Thema bei den Niedersachsen.

Aufstiegsheld als Platzhalter

Die Saison zu Ende bringen soll nun erst einmal Stendel. Der war in der Saison 2001/02 als Spieler mit Hannover in die Bundesliga aufgestiegen und ist nach der vorzeitigen Trennung von Tayfun Korkut, dem Rücktritt von Michael Frontzeck und der Entlassung von Schaaf bereits der vierte Coach der Niedersachsen binnen 27 Monaten.

Auch auf den großen Trainerverschleiß hatte Schaaf zuletzt hingewiesen. "Es müssen sich nicht immer nur die Trainer hinterfragen. Ich bin der dritte Trainer in zwei Jahren. Da muss man auch mal drüber nachdenken", hatte Schaaf am Donnerstag während einer emotionalen Pressekonferenz erklärt.

Schaaf krachend gescheitert

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Schaaf in Hannover krachend gescheitert ist. Nie fand er eine Beine Bindung zu Mannschaft, alle Änderungen und Taktiken der Marke Schaaf schlugen fehl. Auch die sechs Neuzugänge der Hannoveraner, die im Winter-Transferfenster verpflichtet wurden, erwiesen sich größtenteils als Flops.

Am Ende stand eine nie für möglich gehaltene Negativserie des Traditionsklubs aus der niedersächsischen Landeshauptstadt.

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