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München - "Diese Leute wollen mich treffen!", sagt Guardiola über die Ausplauderer des Kabinenstreits beim FC Bayern München. Getroffen fühlt sich der Trainer aber nicht.

Pep Guardiola hätte es sich einfach machen können.

Halbfinal-Aus gegen Atletico? Spanisches Trauer-Triple? Zoff mit Physiotherapeuten und mal wieder Ärger mit Maulwürfen?  

"Oh, Jungs. Egal! Nicht wichtig! Am Samstag wollen wir eine Super-Super-Meisterschaft feiern, my friends."

Das hätte Guardiola sagen können am Freitag vor dem vorletzten Saisonspiel des FC Bayern München in Ingolstadt am Samstag (die große Bundesliga-Konferenz ab 14 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Sagte er aber nicht. Nur so ähnlich. Und vor allem: Nicht nur.

Ratschlag für Ancelotti

Wie schon bei allen seinen Auftritten in den letzten Wochen nutzte Guardiola auch die Pressekonferenz vor dem Ingolstadt-Spiel, um sein Vermächtnis zu ordnen. Einerseits. Und um seinem Nachfolger Carlo Ancelotti indirekt einen gut gemeinten Ratschlag auf den Weg zu geben.

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Dieser lautet: Schaffe das, woran ich gescheitert bin!

Und damit ist gar nicht mal das vermaledeite Triple gemeint, diese schöne Sehnsucht, die viele rund um den Rekordmeister seit 2013 als natürliche Zielsetzung des FC Bayern missverstehen. Gemeint ist hier: Der Kampf gegen die Maulwürfe beim Rekordmeister, gegen die Tratschsucht einiger Mitarbeiter.

"Diese Personen wollen mich treffen"

"Normalerweise bleibt in der Kabine, was in der Kabine passiert. Die Leute, die gesprochen haben, wollen mich treffen", sagte Guardiola, als er auf den von Bild enthüllten Kabinenzoff mit der medizinischen Abteilung nach dem Halbfinal-Aus gegen Atletico angesprochen wurde.  

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Aufstand gegen Pep? Ist doch nicht alles super-super beim FC Bayern, droht eine Meuterei auf der Bounty, äh, an der Säbener Straße?

Letzteres eher nicht. Und selbst, wenn: Guardiola machte den Eindruck, recht gelassen mit der Situation umzugehen. Wer den Zoff ausplauderte? Egal, interessiert ihn nicht. Es kann Guardiola ja auch recht egal sein, seine Münchner Episode neigt sich dem Ende entgegen. Drei Spiele noch, dann kann er sich mit englischem Gegenwind beschäftigen.  

"Es ist ein Problem für den Verein"

"Nächste Saison werde ich nicht hier sein. Vielleicht bleibt diese Person hier. Sie hat nicht gemerkt, dass sie dem Verein und der Mannschaft nicht hilft", sagte Guardiola. Und dann noch einmal: "Diese Person trifft nicht mich, sie trifft die Mannschaft und den Verein. Es ist ein Problem für den Verein."

Diese Erkenntnis ist freilich nicht neu. Schon 2013 machte sich Guardiola auf die Jagd nach dem topo, nach dem Maulwurf, der Interna ausplaudert. Vor dem Spiel gegen Dortmund war Guardiolas Taktik durchgesteckt worden.

Schon im Januar auf Maulwurfjagd

"Egal, wer es ist, es werden Köpfe rollen. Denjenigen schmeiße ich raus! Er wird nie wieder unter mir spielen!", soll Guardiola daraufhin damals der Mannschaft gesagt haben. Auch diese Information stammte, natürlich, vom topo.

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Diesen Januar sah sich Guardiola wieder mit einer Maulwurfaffäre konfrontiert. Der kicker hatte zuvor von gewissen atmosphärischen Störungen zwischen Mannschaft und Trainer berichtet und sich auf eine anonyme Quelle berufen.

Guardiola daraufhin schwer genervt: "Wo spielt dieser Anonymous? Wo? Ist er Rechtsverteidiger oder Innenverteidiger? Oder nach vorne? Wo spielt er? Oder vielleicht ist er aus dem Staff? Ich kenne diesen anonymen Spieler nicht".

"Hoffe, dass es besser wird"

Und nun? "Ich habe schnell gemerkt, dass hier in diesem Verein Informationen rausgehen. Ich habe damit drei Jahre lang gelebt. Das ist aber ein Problem für den Verein. Ich hoffe, dass es nächste Saison besser wird."

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Sonst wird sich Ancelotti mit dem topo, oder besser, mit der talpa herumschlagen müssen, so heißen Maulwürfe auf Italienisch.

Und Guardiola? Wird womöglich auch in ein paar Jahren noch zurückdenken an den FC Bayern und so oder so ähnlich erklären: "Ich war sehr glücklich, habe alles getan, viel gekämpft. Es war eine Top-Top-Top-Super-Super-Super-Zeit, meine Spieler waren fantastisch. Aber madre mia, diese topos!

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