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Der Streit um die Zukunft von Viktor Skripnik hat Folgen: Werder Bremen und Thomas Eichin gehen getrennte Wege, Ex-Kapitän Frank Baumann übernimmt.

Werder Bremen hat sich mit sofortiger Wirkung von Sportchef Thomas Eichin getrennt. 

Nachfolger des Managers, der an der Weser noch einen Vertrag bis 2018 besaß, wird Frank Baumann. Werders Ehrenspielführer soll in der kommenden Woche die Arbeit aufnehmen.

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In den Diskussionen zur künftigen sportlichen Ausrichtung habe es "unterschiedliche Auffassungen" gegeben, "die letztlich der auslösende Moment für die Entscheidung waren, die sportliche Verantwortung in andere Hände zu geben", sagte Werders Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode.

Eichin war gegen Skripnik-Verbleib

Eichin hatte den Job in Bremen 2013 als Nachfolger von Klaus Allofs übernommen, seine wichtigste Entscheidung folgte wenige Monate später: die Trennung von Trainer Thomas Schaaf nach 14 Jahren.

Auch jetzt war die Trainerfrage ein entscheidender Streitpunkt: Eichin stritt einmal mehr gegen die Weiterbeschäftigung einer Klublegende, er wollte die Trennung von Trainer Viktor Skripnik - wie Baumann einst Teamkollege von Bode bei Werder. Er konnte sich jedoch nicht gegen die Skripnik-Anhänger in den Werder-Gremien durchsetzen.

Erst am Montag verkündete Eichin bei SPORT1 zwar das Festhalten an Skripnik ("Der schwere Weg ist auch heute noch nicht beendet und wir wollen ihn weiter mit Viktor Skripnik gehen"): Der Konflikt zwischen Eichin und dem Skripnik-Lager war aber offensichtlich nicht mehr zu kitten.

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Warme Worte gab es trotzdem noch. Eichin habe "einen wichtigen Beitrag geleistet, den SV Werder in einer schwierigen Phase zu stabilisieren", teilte Bode mit. Skripniks Zukunft ließ er in der Pressekonferenz zum Eichin-Aus trotz allem erst einmal offen und legte sie in die Hände von Eichins Nachfolger: "Baumann wird nicht alleine über Trainer entscheiden, aber er ist - wie bisher Thomas Eichin - die entscheidende Person."

Baumann beendet Auszeit bei Werder

Eichins Nachfolger Baumann war bereits bis zum Sommer 2015 für Werder im Management tätig und lenkte bis dahin als Direktor Profifußball und Scouting die sportliche Entwicklung im Hintergrund.

Im vergangenen Jahr verließ er den Klub auf eigenen Wunsch für eine persönliche Auszeit vom Profifußball.

"Ich habe das Jahr genutzt, um Abstand zu gewinnen, meine bisherige Arbeit zu reflektieren, aber auch um Ideen zu sammeln und mich fortzubilden", sagte Baumann, der in der kommenden Woche vorgestellt werden soll.

Einst Assistent von Allofs

"Ich werde mich anschließend mit allen handelnden Personen intensiv austauschen, um mir schnell einen Überblick zu verschaffen", so Baumann.

Baumann spielte zwischen 1999 und 2009 für Werder und war neun Jahre Kapitän der Mannschaft, mit der er 2004 das Double gewann. 2009 beendete er mit dem Pokalsieg seine Karriere und wechselte als Assistent des damaligen Geschäftsführers Klaus Allofs ins Management der Grün-Weißen.

Ende 2011 übernahm er die Leitung der Scouting-Abteilung und im November 2012 die Direktion Profifußball und Scouting.

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