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Andre Ramalho (r.) versucht sein Glück in Mainz
Andre Ramalho (r.) will in dieser Saison möglichst oft mit Bayer Leverkusen jubeln © Getty Images

Der Leverkusener Brasilianer geht verbal vor dem Testspiel gegen den AC Florenz in die Offensive. Er will mit Bayer eine Trophäe stemmen und in Brasiliens Nationalteam.

Andre Ramalho geht seine zweite Saison bei Bayer Leverkusen offensiv an. 19 Bundesliga-Einsätze hat der Brasilianer in seiner Premierenspielzeit unter dem Bayer-Kreuz absolviert.

Vor dem Testspiel gegen den AC Florenz (ab 17.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) nimmt Ramalho im SPORT1-Interview einen Titel mit Leverkusen und den Sprung in die Selecao in den Blick.

SPORT1: Herr Ramalho, in Leverkusens Trainingslager in Zell am See sind Sie besonders herzlich empfangen worden. Welche Rolle haben die viereinhalb Jahre in Österreich bei Red Bull Salzburg für Ihre Karriere gespielt? 

Ramalho: Das war die Mannschaft, die mir die Chance gegeben hat, von der ich geträumt habe. Ich habe den Sprung gemacht von Brasilien nach Europa. Natürlich habe ich sehr schwierige Zeiten gehabt. Aber diese Erfahrung war ganz wichtig dafür, wo ich heute bin.

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SPORT1Als Sie Brasilien verlassen haben, haben Sie sich noch an Kaka orientiert. In Deutschland spielen Sie in der Innenverteidigung oder vor der Abwehr. Was ist passiert?

Ramalho: Die Inspiration war eine allgemeine, Kaka ist ein sehr professioneller, sehr fokussierter Spieler und auch ein Supertyp. Und ich war auch ein offensiver Mittelfeldspieler - oder bin es immer noch (lacht). Aber im Leben muss man die Chancen nutzen, die kommen. Meine Chance, als ich bei Red Bull Brasil war, war ein Probetraining bei Red Bull Salzburg - als Innenverteidiger.

SPORT1: Ihr aktueller Trainer Roger Schmidt hat für diese Saison zum Angriff geblasen. Wie wollen Sie dem FC Bayern München, der sich mit Mats Hummels und Renato Sanches verstärkt hat, denn gefährlich werden?

Andre Ramalho: Genauso wie vergangene Saison auch. Nur dass wir da erst in den letzten acht Spielen konstant waren.

SPORT1: Nach dem 3:3 gegen Augsburg folgten sieben Siege und nur noch eine Niederlage. 

Ramalho: Genau. Danach haben wir viel weniger Tore bekommen als davor, haben kompakter gespielt, richtig unser Spiel gemacht. Wenn wir so beständig sind, dann haben wir auch Titelchancen. Wir müssen Ambitionen haben.

SPORT1: Solch offensive Töne sind aus Leverkusen selten zu hören. Warum sollte es in diesem Jahr zum großen Wurf reichen?

Ramalho: Wir haben in der vergangenen Saison auch ein Beispiel in der Premier League gesehen, das keiner geglaubt hat. Ich will nicht Leicester mit Leverkusen vergleichen, weil das bei uns schon anders ist. Wir waren jedes Jahr in der Champions League, da wäre es kein Wahnsinn, wenn wir einen Titel gewinnen.

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SPORT1: Es ist für brasilianische Spieler zum klassischen Weg geworden, früh nach Europa zu gehen, dort auf sich aufmerksam zu machen und dann in die Selecao zu kommen. Könnte das auch Ihr Weg sein?

Ramalho: Ja, natürlich, das will ich auch. Das ist nicht unbedingt einfach. Aber wenn andere Brasilianer von Bayer Leverkusen das schon geschafft haben, aus welchem Grund sollte ich das nicht auch können?

SPORT1: Woher das Selbstverständnis?

Ramalho: Das kommt zuerst von meinem Vater und meiner Mutter, dann von mir und unser Trainer ist auch so. Natürlich wollen wir Spieler erfolgreich sein, in der Nationalmannschaft, bei einer Welt-, einer Europameisterschaft, zu Real Madrid kommen. Aber einen Titel zu gewinnen, in diesem Verein, das wäre toll. Und es ist auch mal wieder an der Zeit. 

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