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Hamburg - Mit einem Treffer in der 89. Minute schießt Joshua Kimmich den FC Bayern zum Sieg in Hamburg. Trainer Bruno Labbadia steht damit vor dem Aus. Ribery sorgt für einen Aufreger.

Der FC Bayern siegt sich weiter durch die Bundesliga. Die Münchner gewannen auch beim Hamburger SV am fünften Spieltag trotz einer lange Zeit müden Vorstellung dank eines späten Treffers von Joshua Kimmich (88.) mit 1:0 (0:0) und haben damit womöglich das Aus von Trainer Bruno Labbadia an der Elbe besiegelt. 

Die Norddeutschen hielten gegen den Tabellenführer von Carlo Ancelotti bis kurz vor Schluss gut mit, kassierten dann noch den bitteren Gegentreffer durch Kimmich, der bereits sein viertes Saisontor (Liga und Champions League) erzielte. (Der Ticker zum Nachlesen)

"Wir waren bisschen langsam im Passspiel, bisschen ungenau. Es war eine sehr harte Angelegenheit, die am Ende durch zwei geniale Momente von Franck und von Thiago entschieden wurde", sagte der angeschlagen ausgewechselte Mats Hummels bei Sky.

Beiersdorfer vermeidet Bekenntnis

Nach der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel dürfte die Amtszeit von Labbadia beim HSV nach 17 Monaten bald beendet sein. Schon nach der Pleite beim SC Freiburg hatte Klubchef Dietmar Beiersdorfer seinem Coach die Rückendeckung verweigert.

Auch diesmal gab es von ihm kein klares Bekenntnis zum Trainer. Auf die Frage, ob Labbadia im nächsten Spiel gegen die Hertha noch auf der Bank sitzen wird, sagte Beiersdorfer: "Das kann ich nicht sagen." Die Gesamtsituation sei weiter negativ: "Wir haben nach 5 Spielen nur einen Punkt."

Labbadia selbst lobte die kämpferische Leistung des Teams. "Es hat heute Spaß gemacht Trainer dieser Mannschaft zu sein", sagte der Coach bei Sky.

Auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft entgegnete er nur: "Das spielt für mich keine Rolle."

Torhüter Rene Adler reagierte hinterher genervt auf Fragen nach Lababdia. "Ich möchte nicht nach jedem Spiel hier stehen und was zum Trainer sagen", schimpfte der Keeper.  (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle)

Joshua Kimmich hat derzeit einen Lauf © iMFootball

Hummels verletzt runter

Ancelotti, der als erster Bayern-Trainer jetzt seine ersten acht Pflichtspiele gewann, kann der Champions-League-Revanche bei Atletico Madrid am Mittwoch aber auch nicht ganz gelassen entgegen blicken.

Sorgenfalten bereitete Ancelotti der angeschlagene Mats Hummels. Der Innenverteidiger verdrehte sich bei einem Zweikampf kurz vor der Halbzeit das Knie und humpelte nach Wiederanpfiff nur noch über den Rasen, wurde dann durch Jerome Boateng ersetzt.

Während Labbadia vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion überraschend auf Alen Halilovic komplett verzichtete und seine Elf im Vergleich zum Freiburg-Spiel unter der Woche nur auf zwei Positionen veränderte (Lewis Holtby und Nabil Bahoui für Aaron Hunt und Gian-Luca Waldschmidt), rotierte Ancelotti vor der Champions League kräftig durch. Unter anderem fanden sich zunächst Jerome Boateng, Franck Ribery und Xabi Alonso auf der Bank wieder.

HSV bissig

Die Bayern taten sich dann auch zunächst schwer. Echte Torchancen arbeitete sich der Rekordmeister erst einmal nicht heraus, und die Hamburger versteckten sich keinesfalls. Nabil Bahoui (2.) hatte sogar die beste Möglichkeit einer insgesamt trägen Anfangsphase bei sommerlichen Temperaturen für den HSV, doch der Schwede vergab gegen Nationalkeeper Manuel Neuer kläglich aus rund zwölf Metern.

Zwar hatte Robert Lewandowski (18.) auch eine gute Chance, doch Bayern fehlte insgesamt noch die nötige Präzision.

Der HSV agierte über weite Strecken aggressiv und bissig, von der Krise der vergangenen Wochen war lange nichts zu spüren. (Der Ticker zum Nachlesen)

Natürlich erarbeitete sich das Ancelotti-Team aber mit der Zeit ein Übergewicht, aber der HSV war nicht, wie von den Fans befürchtet, das hilflose Opfer des großen FCB - auch wenn Torwart Rene Adler (57.) in höchster Not gegen Javi Martinez parieren musste.

Danach zogen die Bayern dann langsam das Tempo an, das Kombinationsspiel erhielt deutlich mehr Struktur, mit Franck Ribery und Arturo Vidal kamen noch einmal frische Kräfte. Doch der HSV wehrte sich nach Kräften, auch wenn die Entlastungsangriffe immer weniger wurden.

Kämpferisch und läuferisch hielt der HSV gut dagegen © iMFootball

Ribery kneift Müller

Für einen Aufreger sorgte in der 73. Minute Ribery. Nach einem Foul von Nicolai Müller rappelte er sich hoch, ging wütend auf den HSV-Gegenspieler zu und kniff ihm in die Wange.

Schiedsrichter Felix Zwayer gab dem Franzosen für diese Aktion nur Gelb.

Heißsporn Ribery war in der Vergangenheit schon häufig durch derartige Aktionen aufgefallen.

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