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Marco Reus im Training
Marco Reus ist beim BVB derzeit nur auf dem Trainingsplatz in Aktion zu sehen © Imago

München und Dortmund - Marco Reus' Gesundheit gibt weiter Rätsel auf. Mehrere Zeitpläne wurden über Bord geworfen, ein baldiges Comeback scheint unwahrscheinlich. Nur eines tröstet den BVB.

Am 23. August sprach Hans-Joachim Watzke bei SPORT1 über den Comeback-Plan von Marco Reus.

"Ich habe irgendwo gelesen, dass man jetzt mit dem Comeback erst 2017 rechnet. Das ist natürlich ein hanebüchener Unsinn", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund damals: "Wir gehen davon aus, dass er wahrscheinlich am 3. Spieltag zur Verfügung stehen wird."

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Das wäre dann am kommenden Samstag (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) im Heimspiel gegen Darmstadt 98 - und ist inzwischen vollkommen utopisch.

Thomas Tuchel: Reus derzeit "kein Thema"

Vor der 0:1-Niederlage bei RB Leipzig hatte BVB-Coach Thomas Tuchel am Freitag erklärt, Reus sei "kein Thema, auch nicht für die nächste Woche".

Stellt sich die Frage: Wann ist der Flügelflitzer denn wieder ein Thema?

Blick zurück: Am 21. Mai verletzt sich Reus im Pokalfinale gegen den FC Bayern, spielt dennoch 120 Minuten durch und verwandelt im Elfmeterschießen seinen Versuch vom Punkt, der BVB zieht dennoch den Kürzeren.

EM-Aus bei Joachim Löw nur der Anfang

Anschließend beginnt für Reus die EM-Vorbereitung mit der Nationalmannschaft - die wie schon sein WM-Traum 2014 ein böses Ende nimmt: Joachim Löw streicht ihn bei der Kadernominierung am 31. Mai aus dem endgültigen 23er-Aufgebot.

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"Die Prognosen für ihn waren nicht günstig, aus medizinischen Gründen musste ich ihn streichen", begründete Löw die Entscheidung: "Im Moment kann er gerade mal geradeaus laufen."

Es sind genau diese Worte, die nun neue Zweifel an Reus' baldiger Genesung wecken. Denn das, was Tuchel aktuell zu Reus' Trainingsinhalten sagen kann, klingt erstaunlich vertraut.

Marco Reus trainiert "sehr, sehr dosiert"

"Die Rehaphase ist so, dass es von den linearen Bewegungen zu den Richtungswechseln übergeht", erklärte Tuchel am Freitag - allerdings "sehr, sehr dosiert" und "sehr, sehr wenig mit dem Ball".

Heißt übersetzt: Viel mehr als geradeaus laufen, wenn auch inzwischen in Sprinttempo, ist für Reus dreieinhalb Monate nach dem EM-Aus immer noch nicht drin.

Und was bedeutet das für den Zeitpunkt seines Comebacks? Darüber gab es in den vergangenen Wochen und Monaten schon zahlreiche Mutmaßungen.

Nachdem zur ursprünglich diagnostizierten Schambeinentzündung noch ein kleiner Einriss des Adduktorenansatzes hinzu kam, sprachen Mediziner Mitte Juni schon von einer realistischen Ausfallzeit von sechs Monaten.

Der BVB widersprach: Voraussichtlich Mitte August sei Reus wieder voll belastungsfähig.

Götze, Schürrle und Co. als Entlastung

Trotzdem rüsteten die Schwarz-Gelben im offensiven Mittelfeld kräftig auf: Mit Emre Mor, Ousmane Dembele, Mario Götze und Andre Schürrle wurde vor allem dieser Mannschaftsteil deutlich breiter aufgestellt - und die Abhängigkeit von Reus verringert.

"Wir haben das Gefühl, dass wir zum ersten Mal eine Situation geschaffen haben, wo wir gerade im Offensivbereich ihm auch mal eine Woche länger Pause zugestehen können", sagte Watzke im SPORT1-Interview, "weil uns nicht so der Schuh drückt, wie das sonst immer der Fall war".

Und als es dann Mitte August war? Da musste Reus sogar die Rückkehr ins Mannschaftstraining noch einmal verschieben.

"Wir wollen kein Risiko eingehen. Das erste Ligaspiel gegen Mainz wäre noch zu früh gekommen", sagte Manager Michael Zorc damals der Bild.

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, kam auch das zweite Ligaspiel noch zu früh - trotz zwischenzeitlicher Länderspielpause. Wie viele weitere Spiele für Reus noch zu früh kommen, darüber lässt sich derzeit nur mutmaßen. Vermutlich weiß es nicht einmal Reus selbst.

Michael Zorc: "Es geht eher um Wochen"

"Es stellt sich so dar, dass sich Marco noch nicht so fühlt, dass er komplett beschwerdefrei ist", erklärte Zorc nach dem Spiel in Leipzig im kicker den Status Quo.

Angesichts von Reus' Verletzungshistorie und Dortmunds neuem Personalluxus in der Offensive soll ihm der eine oder andere schon zu einem - einst noch "hanebüchen" erscheinenden - Comeback erst im Jahr 2017 geraten haben. Davon will Zorc jedoch noch nichts wissen. "So lange sehen wir das nicht", sagte er dem kicker, "es geht eher um Wochen".

Marco Reus' Management wollte am Montagmittag auf SPORT1-Nachfrage keinen Kommentar zum Gesundheitszustand des Nationalspielers abgeben.

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