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Hamburg - Der Hamburger SV geht beim Heimdebüt von Markus Gisdol gegen Eintracht Frankfurt unter. Torhüter Rene Adler platzt nach der deprimierenden Vorstellung der Kragen.

Rene Adler schäumte nach dem Schlusspfiff vor Wut.

"Wir lassen uns abschlachten, das geht nicht, das kann man als Bundesligamannschaft nicht machen", machte der Torhüter des Hamburger SV nach der 0:3 (0:1)-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt bei Sky seinem Ärger Luft. (Ergebnisse und Spielplan)

Auch in der Mixed Zone war der Keeper kaum zu beruhigen. Er habe keinen Bock, immer das "Arschloch" zu sein, das alles erklären solle, wütete Adler weiter.

"Es muss jeder im Klub verstehen, dass wir nur gemeinsam den Karren aus dem Dreck holen können. Da darf es keinen geben, der ausschert und denkt, er könne in der Scheiße selbst noch möglichst gut aussehen", legte der 31-Jährige nach.

Die Krise des Hamburger SV in Zahlen © iM Football

Seit 572 Minuten torlos

Gegen keinesfalls glänzende, aber organisiert auftretende Hessen zeigten die Hamburger erneut unerklärliche Schwächen. Bereits seit 572 Minuten wartet der HSV auf einen eigenen Torerfolg. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Wir haben von dem was wir uns vorgenommen haben, ganz ganz wenig auf den Platz bekommen", sagte HSV-Trainer Markus Gisdol nach seinem missglückten Heimdebüt: "Es ist bestimmt ein bisschen Angst dabei, weil die Mannschaft aktuell nicht stabil ist."

Die Highlights des Spieltags am Sonntag, ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Beiersdorfer: "Haben ohne Herz gespielt"

Dietmar Beiersdorfer verneinte gar die Frage, ob an der Leistung irgendetwas bundesligatauglich war. "Wir waren schlecht", sagte der Vorstandsvorsitzende des HSV: "Wir haben ohne Herz gespielt. Wenn wir das Herz nicht in die Waagschale werfen, wird es ganz ganz schwer."

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Lewis Holtby leitete die Pleite der Hanseaten ein, der Mittelfeldspieler der Norddeutschen drückte in der 35. Minute eine scharfe Hereingabe von Branimir Hrgota aus kurzer Distanz über die eigene Torlinie und war anschließend untröstlich.

Für das 0:2 sorgte Shani Tarashaj, der nach exakt einer Stunde ein sehenswertes Solo mit einem unhaltbaren Schuss abschloss, zudem traf der eingewechselte Haris Seferovic in der 69. Minute.

Diekmeier fliegt - HSV zerfällt

Zum erneuten schweren Rückschlag für den HSV trug auch bei, dass man 35 Minuten lang in Unterzahl agieren musste, nachdem Dennis Diekmeier die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. (zum Nachlesen im LIVETICKER)

"Spätestens als wir die Gelb-Rote Karte gesehen haben, war das Ding durch", sagte Adler, der den HSV in der Schlussphase mit seinen Paraden vor einem Debakel bewahrte. Die 52.258 Zuschauer begleiteten den konfusen Auftritt ihrer Mannschaft mit einem schrillen Pfeifkonzert.

"Wir haben die Hoffnung, dass wir die Kurve kriegen, dass wir besser Fußball spielen, unser Herz in die Hand nehmen und einfach arbeiten. Das haben wir in Gladbach gemacht, deswegen ist es für mich unerklärlich, dass wir heute so auftreten", sagte Adler.

Der vermeintliche Aufwärtstrend nach dem 0:0 in Gladbach war schon früh dahin.

Schon 120 Sekunden vor dem geschenkten Führungstor hätte das Team von Coach Niko Kovac in Führung gehen können. Ein Distanzschuss von Mittelfeldspieler Marco Fabian strich nur knapp über die Querlatte.

"Wir haben die ganze Zeit das Spiel unter Kontrolle gehabt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Das war eine super Teamleistung", sagte Eintracht-Torschütze Tarashaj, was auch sein Trainer Niko Kovac betonte: "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Es ist alles aufgegangen."

Halilovic erstmals in der Startelf

Gisdol hatte den offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler Alen Halilovic in die Startformation gestellt. Unter seinem Vorgänger Bruno Labbadia war der kroatische Nationalspieler kaum zum Zuge gekommen.

Kovac verzichtete überraschend auf seinen Torjäger Alexander Meier, der mit missmutigem Gesicht auf der Auswechselbank Platz nahm und erst in der Schlussphase zum Einsatz kam. Ohne den Ex-Hamburger brachten aber auch die Gäste in der Vorwärtsbewegung mehr als eine halbe Stunde lang kaum etwas zustande.

Gisdol reagierte in der Halbzeitpause und wechselte für den erneut hektisch und eigensinnig agierenden Halilovic Nationalspieler Bobby Wood ein. Der US-Amerikaner hatte für den HSV die bislang einzigen beiden Saisontreffer erzielt.

Gisdols Maßnahmen greifen nicht

Eine Maßnahme, die keinen Einfluss auf das Spielgeschehen hatte. Die Gäste standen wie schon im ersten Durchgang sehr solide in der Defensive, den Gisdol-Schützlingen fehlten die Ideen, um die gut organisiert Abwehrkette der Frankfurter auszuhebeln.

Rein optisch verlagerte sich das Spielgeschehen hin und wieder in die Hälfte der Eintracht, doch es fehlte eklatant an Torgefährlichkeit. Nach dem Platzverweis war die Partie quasi entschieden.

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