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Gelsenkirchen - Vier der letzten sieben Spiele hat Schalke zu Null gespielt - auch das Resultat einer flexiblen Abwehr. Die SPORT1-Experten loben übereinstimmend Markus Weinzierl.

Die Null muss stehen. Unter dieser Vorgabe hatte Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens die Königsblauen einst an die Spitze der Bundesliga und zum Titel im UEFA-Cup geführt.

Die Null steht. So hat der aktuelle Schalke-Coach Markus Weinzierl sein Team zu einem Punktgewinn im Revierderby geführt. "0:0, passt", lautete sein Kurzkommentar zum Spiel.

Es passt. Das ist auch aus der jüngsten S04-Bilanz mit fünf Siegen aus sieben Pflichtspielen ohne Niederlage herauszulesen. In vier dieser Partien stand nach 90 Minuten die Null - auch dank eines Torhüters Ralf Fährmann in Topform. Und der neuen Dreierkette.

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"Ich glaube, dass wir uns mit den Drei hinten gerade sehr wohlfühlen. Darum werden wir dort nichts ändern", sagte Weinzierl vor Schalkes Spiel in der UEFA Europa League gegen Krasnodar (ab 19.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Höwedes: "Wollen nach vorne verteidigen"

"Markus Weinzierl hat bei Schalke das richtige System gefunden. So passt es", lobte auch SPORT1-Experte Thomas Strunz in seiner Doppelpass-Kolumne. "Jetzt haben sie die richtige Mischung von defensiver Stabilität und offensiven Aktionen", erklärte der Europameister von 1996.

Weinzierl hat die Abwehr neu strukturiert. Die Dreierkette mit Kapitän Benedikt Höwedes rechts, Naldo zentral und Matija Nastasic links bildet das Herzstück im kompakten 3-5-2-System.

"Wir fühlen uns soweit wohl", sagte Höwedes nach dem Derby, "wir dürfen nur nie den Fehler machen, dass wir passiv werden".

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Der 28-Jährige fordert: "Wenn wir mit einer Dreierkette spielen, heißt das nicht, dass wir hinten ein Bollwerk haben wollen. Wir wollen trotzdem nach vorne verteidigen, den Gegner beschäftigen und in Probleme bringen. Das gilt es, auch in Zukunft so zu spielen."

Naldo als Ruhepol

Mit dem 34 Jahre alten Naldo weiß der Nationalspieler einen erfahrenen Mann an seiner Seite, der nach katastrophalem Start auf Schalke nun angekommen ist. Der Brasilianer fungiert als Ruhepol, treibt seine Mitspieler aber gleichzeitig verbal an. Und auch der serbische Nationalspieler Nastasic wirkt für seine 23 Jahre schon recht abgeklärt.

In der Rückwärtsbewegung verschiebt sich Schalkes Dreier- zur Viererkette, mit Sead Kolasinac links oder Alessandro Schöpf rechts, je nachdem auf welcher Seite außen der ballführende Gegner ist.

Die beiden Viererketten stehen horizontal äußerst dicht beieinander und verschieben kompakt. So bleibt den Gegnern kaum Raum, um gefährlich in die Schnittstellen zu kommen.

Überzahl im Zentrum

Vor allem zentral schaffen jeweils zwei Verteidiger auf letzter Linie, zusammen mit Johannes Geis als Sechser sowie Leon Goretzka und Nabil Bentaleb davor, eine permanente Überzahlsituation.

"Das funktioniert in den letzten Spielen hervorragend", meinte SPORT1-Taktikexperte Olaf Thon in der Telekom Spieltaganalyse.

Das zeigten auch die null Torschüsse des BVB bis zur Halbzeit. "Wir haben die Lücken nicht gefunden", monierte Dortmunds Mario Götze. Erst als die Borussia in der zweiten Halbzeit verstärkt über außen kam, ergaben sich Möglichkeiten.

So klang das Revierderby auf SPORT1.fm:

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"Schalke war gut strukturiert, Dortmund hat gegen eine gut organisierte Mannschaft gespielt. Es ist schwer gegen Mannschaften zu spielen, die ein neues System haben", sagte SPORT1-Experte Armin Veh im Volkswagen Doppelpass: "Schalke spielt Dreierkette. Das haben wir nicht geübt. Wir haben über Jahre nur geübt, gegen Mannschaften mit Viererkette zu spielen."

Weinzierl braucht Anlaufphase

Nach 14 Pflichtspielen scheint Weinzierl mit der Dreierkette sein System gefunden zu haben. Dass der 41-Jährige eine gewisse Anlaufphase benötigt, um seine Vorstellungen auf ein Team zu übertragen, hatte sich ähnlich beim FC Augsburg gezeigt.

Auch da brauchte der Fußballlehrer einige Zeit, bis die Maßnahmen griffen - dann aber umso erfolgreicher und vor allem: konstant.

Wenn die Gelsenkirchener am Donnerstag in der Europa League als Tabellenführer FK Krasnodar empfangen, ist das Motto bereits klar: Die Null muss stehen.

Im Hinspiel vor zwei Wochen hat das bereits geklappt: 1:0 für Königsblau hieß es am Ende in Russland.

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