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Mönchengladbach - Manager Max Eberl spricht sich in deutlichen Worten für Gladbachs Trainer aus. Doch der kennt natürlich die Mechanismen des Geschäfts.

Max Eberl holte kurz Luft. Dann legte der Gladbacher Manager los. Und wählte deutliche Worte.

"Wir haben einen Trainer, der Gutes geleistet hat. Das geht mir heutzutage zu schnell, dass immer nur Köpfe rollen sollen", sagte Eberl zu SPORT1 und legte nach: "Ich wehre mich generell, dass es einen Schuldigen geben muss. Ich will Kontinuität in diesem Verein haben. Die will ich aber auch, wenn es mal beschissen läuft."

Das saß. Eine kurze, klare Ansage, bevor die Diskussionen ihren üblichen Verlauf nehmen. Denn "beschissen" läuft es in Gladbach derzeit ohne Frage.

Es knistert in Gladbach

Seit sechs Ligaspielen ohne Sieg, abgerutscht auf Platz 13 und das auch noch nach einer bitteren 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln.

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In Gladbach hat der sprichwörtliche Baum zwar noch nicht zu brennen begonnen, doch es knistert bereits. Und es gehört zu den berühmten Mechanismen des Geschäfts, dass fast schon reflexartig nach der Zukunft des Trainers gefragt wird. Gerne auch mehrmals.

Eberl aber stellt sich hinter seinen Coach, und das nicht zum ersten Mal. "Wenn die Arbeit nicht mehr funktioniert, wenn man merkt, es hakt und es passt nicht, dann muss man sich als Verein Gedanken machen. Aber das habe ich heute nicht gespürt", sagte Eberl.

In der Tat war von einer Krise gegen den FC in der ersten Halbzeit nichts zu sehen.

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Die Borussia agierte mutig, aggressiv und suchte mit vielen sehenswerten Angriffen den direkten Weg zum Tor. Im zweiten Durchgang gesellte sich jedoch der Kopf zum Spiel. Das Selbstvertrauen war plötzlich weg, die Leichtigkeit gegen einen Gegner, der immer besser ins Spiel fand.

Schubert stellt sich der Kritik

Passend zur aktuellen Situation kassierte die Borussia die beiden Gegentore, indem Jannik Vestergaard zunächst Kölns Anthony Modeste anköpfte und Marcel Risse in der Nachspielzeit einen Freistoß-Hammer aus über 30 Metern auspackte.

So verliert man Spiele, wenn es nicht läuft. Und in Krisen entsteht daraus gerne ein Teufelskreis, der die Misere nochmal potenziert.

© SPORT1

"Dass es momentan keine schöne Phase ist, das kann sich jeder vorstellen. Jetzt gilt es, sich Punkt für Punkt in den Winter zu bringen und dann nach der Winterpause wieder Gas zu geben", sagte Eberl.

Trainer-Diskussion beendet also? Nicht ganz. Denn gegen die Mechanismen des Geschäfts kann sich auch ein Klub wie die Borussia bei aller Kontinuität letzten Endes kaum wehren. Natürlich sind die Ansprüche in den vergangenen Jahren gewachsen, zwölf Punkte aus elf Spielen sind nicht das, mit dem die Fohlen zufrieden sind.

Hammer-Programm

Schubert selbst weiß am besten, was über ihn geredet wird - jetzt da die Erfolge ausbleiben, das Glück und das Selbstverständnis verloren gehen und die Punkte fehlen. Denn daran wird er letztlich gemessen.

Doch der 45-Jährige nimmt die Diskussionen gelassen. "Ich denke da nicht drüber nach. Die Mechanismen sind so, wie sie sind. Man muss sie nicht immer verstehen, aber man muss sich damit auseinandersetzen", sagte er.

Das weitere Programm verheißt auf den ersten Blick jedoch wenig Gutes für die Borussia. Am Mittwoch kommt am fünften Spieltag der Champions League Manchester City mit Pep Guardiola. Für die Borussia geht es in erster Linie darum, in der UEFA Europa League überwintern zu können.

Danach kommt das Überraschungsteam aus Hoffenheim, dann geht es zum BVB und anschließend zum FC Barcelona. Vier Spiele in zwei Wochen, die wegweisend sein können. Für den Klub. Aber auch für Schubert.

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