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München - Nach der Schock-Diagnose für Kingsley Coman macht beim FC Bayern nun auch noch ein Südamerikaner Sorgen. Die von Rummenigge angestoßene Debatte zur Länderspielpause gewinnt an Fahrt.

Die Länderspielpause war Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ohnehin schon ein Dorn im Auge - der dringenden Aufgaben der Bundesliga wegen:

Aufsteiger RB Leipzig rückt dem Tabellenführer aus München immer mehr auf die Pelle, dazu steht das Topspiel bei Borussia Dortmund an.

Da amüsiert es an der Säbener Straße kaum jemanden, dass zuvor erst einmal die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation bei Fußball-Zwerg San Marino und danach auch noch im Testkick in Italien ran muss.

Zu allem Überfluss aus Münchner Sicht sind auch noch viele ausländische Bayern-Stars mit ihren Nationalteams rund um den Globus unterwegs.

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Rummenigge ätzt gegen Länderspiele

"Katastrophal" sei die Terminplanung der FIFA, schimpfte Rummenigge deshalb bereits nach dem 1:1 des Rekordmeisters gegen Hoffenheim am vergangenen Samstag. Seine Begründung: "Wenn man einen Rhythmus in der Bundesliga hat, dann gibt's schon wieder einen Unterbrecher."

Doch Störungen im Spielrhythmus dürften nach den neuesten Entwicklungen Rummenigges kleinste Sorge sein. Bereits zwei Spieler der Münchner verletzten sich bei ihrer Nationalmannschaft.

Coman fällt lange aus

Besonders bitter: Kingsley Coman zog sich im Trainingslager des französischen Nationalteams einen Außenbandriss im Kniegelenk und einen Kapselriss im Sprunggelenk zu. Damit wird der 20-Jährige der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti bis zum Ende der Vorrunde fehlen.

Sorgen gibt es zudem um Arturo Vidal: Der Mittelfeld-Krieger musste im WM-Quali-Spiel seiner Chilenen in Kolumbien (0:0) mit Adduktoren-Problemen vom Platz getragen werden. Die Bayern hoffen, dass Vidal wenigstens im nächsten Spiel geschont wird. Doch geht es nach dem Spieler selbst, ist diese Hoffnung wohl vergeblich.

Vidal brennt auf Einsatz

"Ich werde gegen Uruguay spielen, egal, was ist, ich werde spielen. Wir brauchen diese drei Punkte", kündigte Vidal schon an.

Und weil Vidal sich wenig einsichtig zeigt, appellierte Rummenigge öffentlich an den chilenischen Verband: "Der FC Bayern macht sich große Sorgen um die Gesundheit von Arturo Vidal. Wir fordern den chilenischen Verband auf, mit der Angelegenheit verantwortungsvoll und sensibel umzugehen."

Und weiter: "Es muss gewährleistet sein, dass die Gesundheit des Spielers an erster Stelle steht", sagte er der Bild.

Das Problem: Mehr als die Chilenen höflich zu bitten, bleibt dem FCB gar nicht übrig. Denn während der Länderspieleinsätze sind die Verbände und deren medizinische Abteilungen für die Spieler verantwortlich.

Was demnach auch bedeutet: Der Verein kann Vidal keineswegs vorsorglich zurückbeordern.

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Bayern-Trio mit an Bord

Der Freitagabend endete dann mit einer weiteren Schrecksekunden, als im Spiel der Polen in Rumänien ein Knallkörper direkt neben Robert Lewandowski einschlug - zum Glück offenbar folgenlos für den Bayern-Stürmer.

Mit Blick auf das Verletzungsrisiko ist für die Bayern da die eigentlich sicherste Option: Die Nationalspieler reisen erst gar nicht zu ihren Länderspielen. So wie Manuel Neuer und Jerome Boateng.

Torwart Neuer sagte wegen eines viralen Infektes ab, klagte über Unwohlsein und Kopfschmerzen. Boateng wiederum laboriert an Knie- und Adduktoren-Beschwerden.

"Nichts, was jetzt schwierig ist", wie Rummenigge gleich klarstellte. Der Verteidiger reiste auch frohgemut zur Gala des Männermagazins GQ nach Berlin reisen, wo er als "Mann des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Mit Mats Hummels, Joshua Kimmich und Thomas Müller sind nun aber trotzdem drei Münchner beim DFB-Team. Sollte sich einer von ihnen dort noch verletzen, können sich die DFB-Verantwortlichen schon auf einen Anruf aus München einstellen.

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