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Huub Stevens (l.) gewann 1997 den UEFA-Pokal mit Schalke 04 und war als Feuerwehrmann zuletzt vor allem in Stuttgart erfolgreich © Eugen Zimmermann / Getty Images

München - Bei Werder Bremen wird die Trainerfrage zum Thema. Schon wird Huub Stevens genannt. Bei SPORT1 winkt der Niederländer aber ab - und stärkt Alexander Nouri den Rücken.

Werder Bremen steckt im Tabellenkeller fest.

Nach 20 Spieltagen belegt das Team von Trainer Alexander Nouri nur den 16. Platz und bleibt als einzige Mannschaft 2017 ohne Punktgewinn.

Die 0:1-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag war schon die vierte Niederlage in Serie - die Lage spitzt sich zu.

Mit seiner Ausbeute von nur 16 Punkten aus 17 Spielen steht Nouri im Mittelpunkt der Kritik. Nach der Trennung von Viktor Skripnik im September - nach einem 1:4 im Borussia-Park - war Nouri installiert und binnen weniger Wochen vom Interims- zum Chefcoach befördert worden. Nun wird es für den 38-Jährigen, dessen Vertrag nur bis zum Saisonende läuft, allmählich eng.

Rufe nach erfahrenem Trainer

Reflexartig werden Rufe nach einem erfahreneren Trainer laut, einem sogenannten Feuerwehrmann, der den drohenden Abstieg noch verhindern könnte. Der Name Bruno Labbadia (63 Spiele für Werder) soll schon die Runde machen.

Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 fiel in dem Zusammenhang auch der Name eines alten Bekannten: Huub Stevens. Doch der 63-Jährige, der zuletzt 1899 Hoffenheim betreut hatte und dort im Februar 2016 aufgrund von Herzrhythmusstörungen von seinem Posten zurückgetreten war, winkt beim Thema SVW sofort ab.

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Stevens steht nicht zur Verfügung

"Von Werder hat sich keiner bei mir gemeldet. Und ich glaube auch nicht, dass mich einer der Verantwortlichen anrufen wird", sagte Stevens im Gespräch mit SPORT1. Er stehe ohnehin "nicht mehr als Trainer zur Verfügung". 

Bremen habe sich erst vor wenigen Monaten "für Nouri entschieden und dann muss man jetzt auch an ihm festhalten. Es gibt viele junge Trainer in der Bundesliga, die einen guten Job machen. Okay, gerade läuft es nicht und am Samstag gab es eine Niederlage gegen Gladbach. Aber ich fände einen Trainerwechsel in Bremen jetzt falsch."

Unterstützung für Nouri

Es gehe "nicht immer nur alleine um den Cheftrainer, sondern um das Team und die gemeinsame Kommunikation mit der Mannschaft". Man müsse Nouri dabei unterstützen. "Die Bosse haben ihm die Chance gegeben, jetzt müssen alle gemeinsam durch diese schlechte Phase durch."

Über die aktuelle Kritik an Nouri schüttelt er darum nur den Kopf. "Es war doch im Verein klar, als Nouri zum Cheftrainer ernannt wurde, dass es für den Klub nicht um das europäische Ticket geht", meint Stevens.

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Meyer findet es "komisch"

Für seinen ehemaligen Kollegen Hans Meyer sind die Defizite der Grün-Weißen eindeutig. "Dass eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt, nicht weiß, wie sie verteidigt, ist komisch", sagte das heutige Präsidiumsmitglied von Borussia Mönchengladbachs im Volkswagen Doppelpass.

"Das kann mit dem Kader zusammenhängen, der nicht über genügend defensivdenkende Spieler verfügt. Aber es kann auch an der Grundauffassung eines Trainers liegen. Wieso ausgerechnet die Dreierkette seine Abwehrvariante sein muss, muss man mir erklären."

Fest steht: Die Hanseaten müssen ihre Defensive schleunigst stabilisieren und Punkte sammeln - ob mit oder ohne Nouri. 

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