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Hamburger SV v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga
1899 Hoffenheim haben allen Grund zur Freude: Manager Alexander Rosen (l.) und Trainer Julian Nagelsmann) © Getty Images

München - Nach der Qualifikation für die Europa League spricht 1899 Hoffenheim-Manager Alexander Rosen bei SPORT1 über Trainer Julian Nagelsmann und die Anfeindungen gegen Dietmar Hopp.

Die TSG 1899 Hoffenheim ist neben RB Leipzig die Überraschungsmannschaft der Saison. 

Am Wochenende feierten die Badener durch das 1:1 in Köln die erstmalige Qualifikation für die Europa League.

"Das ist für uns natürlich etwas ganz Besonderes. Es war in Köln schon ein emotionaler Moment, als wir realisierten, dass wir etwas Historisches geleistet haben", sagt Sportchef Alexander Rosen im Gespräch mit SPORT1.

Nun soll auch die greifbar nahe Champions-League-Teilnahme perfekt gemacht werden.

"Wir sind bisher unbeirrt unseren Weg gegangen und das werden wir auch bis zum Saisonende durchziehen", sagt Rosen.

Symbolfigur Nagelsmann

Die Symbolfigur für den Höhenflug ist Julian Nagelsmann, der jüngste Bundesliga-Trainer aller Zeiten.

"Er spielt mit seinem Charakter und seinem Talent und mit seiner Art, wie er die Mannschaft vom ersten Tag an begeistert hat, eine absolute Schlüsselrolle im Klub", erklärt Rosen, der mit Nagelsmann schon seit knapp sieben Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.

"Ich wusste, dass er ein besonderes Trainertalent ist und eine besondere Persönlichkeit trotz seines jungen Alters mitbringt", sagt Rosen und fühlt sich bestätigt. "All die Dinge, die man vorher in ihm gesehen hat, haben sich bewahrheitet." 

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Rosen überzeugt: Der Trainer bleibt

Durch den außergewöhnlichen Erfolg hat Nagelsmann auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt, unter anderem beim FC Bayern und bei Borussia Dortmund.

Doch Rosen geht fest davon aus, dass Nagelsmann seinen bis 2019 gültigen Vertrag erfüllen wird:

"Julian hat sich klar positioniert. Ich mache mir da gar keine Sorgen, denn er weiß, was er an der TSG hat und die Entwicklung der Mannschaft ist noch nicht am Ende, zumal auf uns alle durch die Qualifikation für das internationale Geschäfte eine neue Herausforderung zukommt."

Kein Verständnis für Attacken gegen Hopp

Wermustropfen in die Hoffenheimer Feierlaune am Wochenende war allerdings das Verhalten einiger Kölner Anhänger, die Klubmäzen Dietmar Hopp mit Schmähgesängen und einem geschmacklosen Plakat verunglimpften.

"Ich bin nun seit vier Jahren dabei und so einiges gewohnt, aber das war eine neue Dimension der Beleidigungen und der Aggressivität", sagt Rosen, der Nagelsmann in dessen deutlicher Kritik an den Aktionen zustimmt:

"Jeder hat die Vorfälle von Dortmund im Kopf oder andere bedenkliche Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen. So einen Hass auf den Gegner oder eine einzelne Person zu legen, werde ich niemals nachvollziehen können."

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"Nicht hinnehmbarer Vorgang"

Der Vorfall habe alle bei der TSG "wütend gemacht" und sei ein "nicht hinnehmbarer Vorgang". Dennoch will Rosen keineswegs alle Kölner Fans über einen Kamm scheren.

Es sei "bemerkenswert" gewesen, wie "ein Großteil des Publikums reagiert hat. Die Leute sind couragiert aufgestanden und haben gegen die eigene Kurve gepfiffen. Auch über das ganze Wochenende haben wir eine Welle der Solidarität empfangen, so dass ich die Hoffnung habe, dass immer mehr Leute gegen diesen Irrsinn Flagge zeigen".

Auch Hopp selbst würde unter den Anfeindungen leiden, verrät Rosen:

"Es ist unfassbar, was Herr Hopp für die Allgemeinheit, für unsere Gesellschaft leistet und geleistet hat, nicht nur für den Sport und den Fußball. Nach meinem Empfinden hatte die Aggressivität gegenüber seiner Person in der jüngeren Vergangenheit etwas nachgelassen. Deshalb haben ihn diese neue Dimension und diese Härte schon getroffen, das ist doch nur menschlich und mehr als nachvollziehbar."

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