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Anwalt Christoph Schickhardt (l.) verurteilt die Anfeindungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago

München - Die Beleidigungen gegen Dietmar Hopp werden immer übler. Christoph Schickhardt, der Anwalt des Hoffenheimer Mäzen, fordert bei SPORT1 Konsequenzen.

Die Beleidigungen gegen Dietmar Hopp nehmen immer üblere Formen an. 

Christoph Schickhardt, der Anwalt des Mäzen der TSG Hoffenheim, ist immer noch fassungslos, was sich am vergangenen Spieltag abgespielt hat. Beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und den Kraichgauern wurde eine neue Dimension der Geschmacklosigkeit erreicht.

Fans der Geißböcke hielten ein Banner hoch, worauf eine Karikatur Hopps beim Geschlechtsverkehr abgebildet war. Ein anderes zeigte den 77-Jährigen als rauchende Prostituierte. Auf einem dritten Spruchband war zu lesen: "Hopp ist kein Gegner, Hopp ist ein Feind!" 

"Ich bin immer noch entsetzt, dass am gleichen Ort und im gleichen Block diese Plakate dann noch mal verwendet worden sind, die vor einem halben Jahr da schon mal hingen", sagt Schickhardt im Gespräch mit SPORT1. "Man fragt sich, wie solche Plakate in dieser Größe in den Block kommen. Pyrotechnik kann man leichter verstecken, aber bei einem Plakat, das eine Zeitlang hochgehalten wurde, da fehlt mir jedes Verständnis."

Macht der Ultras und Hooligans

Die Macht der Ultras und Hooligans werde "immer stärker und damit gilt es vorsichtig umzugehen", so Schickhardt.

Hopp sei "sehr betroffen", berichtet der 62-Jährige. "Das ist sein gutes Recht. Wenn er sich nicht betroffen zeigen würde, wäre es für diese Chaoten viel schwerer." Es käme bei dieser Diffamierung alles zusammen: "Verunglimpfung mit der Gossen-Sprache, Beleidigung der Eltern, politische Hintergründe - das ist ein Sammelsurium an Schäbigkeit."

Schickhardt verrät, dass Hopp vor allem darunter leide, dass seine Familie die Schmähungen mitbekommt. "Wenn er mit seinem Enkel und seiner Schwester in sein eigenes Stadion geht und da als Hurensohn beschimpft wird, dann kann man betroffen sein. Vor allem für seine Familie ist es schlimm."

Die Beleidigung sei ein Delikt, da gehe jeder anders mit um. "Sie ist etwas sehr Individuelles, sehr Subjektives. Der eine sagt, 'Wenn solche Leute mich beleidigen, das kann mir gar nichts, der andere ist davon betroffen'." 

"Dann hat der Fußball verloren"

Wie kann es besser werden?

Notwendig sei "ein Zusammenwirken von Verein, Verband und Justiz. Diese drei Beteiligten müssen konsequent aus einem Guss zusammenarbeiten, dann wird der Spuk beendet sein", meint Schickhardt.

"In unserem Staat hat die Polizei das Gewalt-Monopol, das heißt, wo gegen Recht und Ordnung verstoßen wird, muss der Staat Flagge zeigen, die Täter ermitteln und ihnen eine Strafe zufügen."

Für Schickhardt gibt es nur eine Konsequenz. "Ich fordere, dass kein Spiel mehr angepfiffen wird, wo Plakate wie in Köln hängen, das gilt für jedes Individuum: für Schiedsrichter, Rangnick, Hopp, DFB." Niemand dürfe in einer solch schlimmen Weise beleidigt werden.

Einen Dialog zwischen Hopp und den Chaoten wird es nicht geben. "Herr Hopp will einfach, dass sich diese Täter so verhalten, wie es sich gehört", sagt Schickhardt. "Wenn der Fußball eine Situation schafft, wo Leute wie Herr Hopp nicht mehr in ein Stadion gehen, sondern nur noch die anderen, dann hat der Fußball verloren."

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