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Turin - Die Dortmunder Bewertungen des 1:2 in Turin fallen unterschiedlich aus. Nuri Sahin zeigt sich bei SPORT1 optimistisch, Mats Hummels erwartet Schlimmes fürs Rückspiel.

Vom BVB berichten Thorsten Langenbahn und Jens Tampier

An Schlaf war für Nuri Sahin noch nicht zu denken. Mit seiner Frau telefonieren und noch einen Film schauen, das waren die Pläne von Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler für den weiteren Verlauf der Nacht.

Nach dem 1:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker) konnten sicher einige Akteure nicht sofort einschlafen. Die Gedanken kreisten um die Art und Weise, wie die Borussia eine bessere Ausgangssituation leichtfertig vergab.

"Wir hatten einen Plan, der ist eigentlich aufgegangen - bis auf die beiden Gegentore. Da stellen wir uns nicht gut an", sagte Sahin.

"Wir haben versucht, genau diese Situationen zu vermeiden", meinte Marcel Schmelzer zu SPORT1. "Aber es wird halt schwierig, wenn sich Pogba oder Tevez im Zentrum drehen und auf die Abwehr zulaufen können", analysierte der Linksverteidiger (CHAMPIONS LEAGUE: Das Achtelfinale).

Nur drei Schüsse aufs Tor

Mit dem reinen Resultat konnten die Dortmunder daher nicht zufrieden sein. "Heute wäre definitiv mehr drin gewesen", erklärte Sahin. "Wenn wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen mutiger sind, schießen wir hier noch ein Tor", sagte der türkische Nationalspieler.

Vorne blieb es für den BVB allerdings bei einer echten Torchance - die Marco Reus in der 18. Minute zum Ausgleich verwandelte. Darüber hinaus blieb es überschaubar, nur drei Dortmunder Schüsse aufs Tor weist die Statistik aus.

Auf der anderen Seite kassierte der BVB zwei vermeidbare Tore und musste froh sein, dass Carlos Tevez in der zweiten Halbzeit nicht noch mehr drauflegte für die Gastgeber.

Immobile zu harmlos

Weil Kevin Kampl wegen eines Magen-Darm-Infekts passen musste, war Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gezwungen, seine dreimal in Folge siegreiche Elf erneut umzubauen.

Dass Ciro Immobile anstelle des zuletzt treffsicheren Pierre-Emerick Aubameyang aufbot, erschien für viele der 2300 mitgereisten Fans jedoch nicht nachvollziehbar. Immobile harmonierte ebenso wenig mit seinen Mitspielern wie der in die Startelf gerückte, erneut glücklose Henrik Mkhitaryan.

Zwar machte die Borussia nach dem 1:1 Druck, setzte vehement nach, schaffte Verunsicherung bei den Gastgebern. Doch es gelang dem BVB mal wieder das Wesentliche nicht: ein Tor.

Sahin: "Juve ist absolut schlagbar"

Zumindest das eine Auswärtstor schenkt Klopp und seinen Schützlingen Hoffnung. "Das 1:2 ist ein top Ergebnis und lässt uns alle Optionen", meinte Trainer Jürgen Klopp.

Sahin meinte gar, die Italiener bereits durchschaut zu haben. "Jetzt haben wir in 90 Minuten gesehen, was Juventus für Spielzüge hat. Das sind nicht viele", sagte er. 

Insgesamt fiel die Bewertung des 1:2 daher moderat aus. "Ich nicht so superunglücklich über das Ergebnis" meinte Sahin. "Was ich mitnehme ist, dass Juve absolut schlagbar ist. Wir werden weiterkommen", sagte der Sechser zu SPORT1.

Hummels erwartet Turiner Riegel

Außerdem nahm der 26-Jährige aus der Kabine zwei Clementinen und eine Banane mit, darüber hinaus hatte er gleich zwei Juventus-Trikots unter den Arm geklemmt. "Eins von Morata und eins von Pirlo", sagte Sahin.

Die Dortmunder müssen jedoch aufpassen, nach dem Rückspiel am 18. März nicht mit leeren Händen dazustehen.

"Ich gehe davon aus, dass sie im Rückspiel noch ein bisschen defensiver agieren werden. Dass sie da tatsächlich auf das klassische 0:0 gehen", erwartet Kapitän Mats Hummels eine nicht gerade leichtere Aufgabe in drei Wochen.

Die Chancen seien "immer noch gut", meinte Schmelzer. Und betonte: "Zuhause müssen wir das Spiel ohnehin gewinnen. Wer zuhause sein Spiel nicht gewinnt, hat es auch nicht verdient weiterzukommen."

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