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Berlin - Der FC Barcelona geht als Favorit ins Finale der Champions League gegen Juventus Turin. Doch der Eindruck täuscht, Juve hat seine Mittel gegen Messi und Co.

Das letzte Mal als der FC Barcelona in der Champions League gegen ein italienisches Team seinen Titeltraum begraben musste, brauchte es schon eine veritable Naturkatastrophe. Die Aschewolken des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zwangen Barca 2010 vor dem Halbfinal-Hinspiel bei Jose Mourinhos Inter Mailand zu einer zweitägigen Bustour durch Südeuropa. In Mailand setzte es dann das vorentscheidende 1:3.

Für Berlin ist am Samstag immerhin eine kleine unwetterartige Episode vorhergesagt. Tief "Lothar" schickt zur Mittagszeit seine Ausläufer vorbei. Bis zum Anpfiff des großen Finales zwischen Juventus Turin und Barca (ab 20 Uhr im LIVETICKER und im Finaltalk in unserem Sportradio SPORT1.fm) dürfte das Gröbste aber überstanden sein.

Juve muss die Naturgewalt von Barcas Offensivmaschine also ganz ohne Hilfe anderer Naturgewalten aufhalten.

Geht nicht? Doch, das geht. Denn Juve hat einen Plan, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und zum dritten Mal die Champions League zu gewinnen.

Tore müssen her

"Wenn wir denken würden, dass wir sie nicht stoppen könnten, wären wir in den Urlaub gefahren", sagte Juve-Coach Massimiliano Allegri am Freitag. "Wir sind nicht nach Berlin gekommen, um Opfer zu sein", stellte Leonardo Bonucci fest.

Angesichts der Offensivstärke der Katalanen wird schon über eine mögliche Mauertaktik von Allegri gemunkelt. Doch die Realität dürfte anders aussehen. In der Abwehr werden die Italiener dieses Spiel kaum gewinnen können.

120 Tore hat Barcas Traum-Trio Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar in dieser Saison auf dem Konto. "Es sind drei außergewöhnliche Spieler. Es ist fast unmöglich, dass so ein Spiel 0:0 ausgeht. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir also Tore schießen", stellte Allegri lapidar fest. Barca-Coach Luis Enrique geht davon aus: "Es wird spektakulär."

Das Mittelfeld macht den Unterschied

In der Defensive ist Juve durch den Ausfall von Giorgio Chiellini geschwächt. Der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli wird ihn wahrscheinlich ersetzen, hinter seinem Einsatz steht wegen der Folgen einer Oberschenkelverletzung aber zumindest ein kleines Fragezeichen.

Andrea Barzagli
Andrea Barzagli (l.) wurde mit Italien 2006 im Berliner Olympiastadion Weltmeister © Getty Images

"Wenn auch noch Barzagli nicht spielen kann, würde ich die Formation revolutionieren und Vidal in die Innenverteidigung stellen", forderte Ex-Profi Aldo Serena im Gespräch mit SPORT1. Allegri ließ aber bereits durchblicken, dass das keine Option ist. Wenn Barzagli nicht fit sei, werde Angelo Ogbonna neben Bonucci rücken, sagte der Trainer.

Denn Arturo Vidal wird weiter vorne gebraucht. Normalerweise spielt die chilenische Kampfmaschine hinter den beiden Spitzen Carlos Tevez und Alvaro Morata. Gegen Barca könnte Allegri ihn aber etwas zurückziehen.

Der Ballbesitz von Barca soll vor allem weit entfernt vom eigenen Tor stattfinden. Vidal, Paul Pogba und Claudio Marchisio sind hier gefordert, während Andrea Pirlo dann jene Gegenangriffe einleiten soll, die zu den dringend benötigten Toren führen.

Dortmund als Wendepunkt

Dass dieses Konzept aufgehen kann, hat nicht zuletzt Borussia Dortmund im Achtelfinale schmerzlich erfahren müssen. "Dortmund war ein Wendepunkt. Da haben wir gemerkt, dass wir ein großartiges Team sind", erinnerte sich Bonucci.

Der Teamgeist, das war schon im Halbfinale bei Real Madrid Juves Trumpf. Und er könnte es am Samstag wieder werden.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Juventus Turin: Buffon - Lichtsteiner, Bonucci, Barzagli, Evra - Marchisio, Pirlo, Pogba - Vidal - Tevez, Morata

FC Barcelona: Ter Stegen - Alves, Pique, Mascherano, Alba - Rakitic, Busquets, Iniesta - Messi, Suarez, Neymar

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