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Andres Iniesta
Andres Iniesta feiert sein Tor beim 4:0 im Clasico gegen Real Madrid © Getty Images

Barcelona - Luis Suarez, Neymar und der zurückgekehrte Lionel Messi sind nach der Clasico-Demonstration des FC Barcelona einmal mehr in aller Munde. Das hätte eigentlich Andres Iniesta verdient.

Zugegeben, die gleich folgende Forderung ist nicht neu. Es ist auch nicht so, dass dieser Spieler in der Regel zu kritisch gesehen wird. Im Gegenteil, seine Fähigkeiten sind über alle Zweifel erhaben. Und trotzdem: Andres Iniestas Leistungen können gar nicht genug gewürdigt werden. Eigentlich müsste er nach jedem Spiel so gefeiert werden wie am Samstag.

Als der Mittelfeld-Alleskönner des FC Barcelona während des rauschhaften 4:0 im Clasico bei Real Madrid ausgewechselt wurde, applaudierten ihm sogar die Real-Fans. Sein Trainer Luis Enrique bezeichnete ihn nachher als "Weltkulturerbe". Übertrieben? Ach, was!

Ein Tor und ein Assist waren die in den Statistiken bleibende Ausbeute Iniestas im Clasico. Fußball-Aficionados werden sich aber auch und vor allem an betörende und endlose Passstafetten erinnern, die von Iniesta aus-, weiter- und wieder zu ihm zurückgingen, gefühlt nur unterbrochen von Torschüssen. Wenn Andrea Pirlo das Metronom des Fußballs ist, dann ist Iniesta eine Art Perpetuum mobile des Passspiels.

Sie nennen ihn den "bleichen Prinz"

"Wir haben Real nicht zur Entfaltung kommen lassen", sagte Iniesta selbst hinterher. Das wäre so schon die Untertreibung des Jahres gewesen, doch der 31-Jährige vergaß noch zu erwähnen, dass es vor allem eine Person gewesen war, der Reals Mittelfeld sprengte: Andres Iniesta nämlich.

Doch sich selbst angemessen wichtig zu nehmen, war noch nie ein wesentlicher Charakterzug des "bleichen Prinzen", wie sie Iniesta in Spanien zu Beginn seiner Laufbahn getauft haben. Und vielleicht redet deswegen alle Welt meist vor allem über die Tore und Wunderdinge des gerade wiedervereinigten Dreizacks: Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar.  

Wundersturm erzielte bereits 117 Tore

Das ist total legitim, Neymar und Suarez treffen diese Saison wie sie wollen, 29 Tore haben sie schon erzielt, europaweit haben aus den Spitzenligen nur Robert Lewandowski und Thomas Müller vom FC Bayern eine höhere Ausbeute (37); Messi feierte während des Clasicos ein umjubeltes und vielversprechendes Comeback nach längerer Verletzungspause.

In der Champions League am Dienstag (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) gegen die Roma dürften alle drei wieder gemeinsam in der Startelf stehen - und aller Voraussicht nach den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale feiern. Verschoben werden kann das Weiterkommen nur, sollte Barca gegen Roma verlieren - und zuvor auch Bayer Leverkusen in Borissow gewinnen. Theorie. Ganz konkret sind dagegen die 117 Tore, die Messi, Suarez und Neymar im Kalenderjahr 2015 erzielt haben – nur zwei weniger als die gesamte Mannschaft des FC Bayern München.

Doch noch mehr als die drei Säulenheiligen im Sturm fürchtet Romas Trainer Rudi Garcia Andres Iniesta – und will die Mittelfeldspieler Seydou Keita und Alessandro Florenzi als Sonderbewacher für ihn aufstellen. Garcia weiß schon, warum.

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