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München - Allrounder in der Abwehr und im Mittelfeld, jetzt auch noch Torjäger. Nach Bayerns 5:0 gegen Rostov stellt sich die Frage: Was kann Joshua Kimmich eigentlich nicht?

Joshua Kimmich wusste nicht so recht, was er sagen sollte.

Eine Mischung aus Freude und Verwunderung wollte der Shootingstar des FC Bayern ausdrücken, als er nach seinem grandiosen Auftritt bei der locker bewältigten Pflichtaufgabe gegen Russlands Vizemeister Rostov (5:0) in der Mixed Zone der Allianz Arena erschien.

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"Viele haben gesagt, wenn du einen machst, dann läuft's", versuchte der Jung-Nationalspieler seinen Höhenflug bei Sky in Worte zu fassen.

Müllers neuer Hauptkonkurrent

Weder Robert Lewandowski, der das Schützenfest eröffnet, noch Thomas Müller, der seinen 27. Geburtstag mit einem typischen Thomas-Müller-Tor gefeiert hatte, stand nach dem gelungenen Auftakt in die neue Champions-League-Saison im Mittelpunkt.

Der 21 Jahre alte Kimmich überragte am Dienstagabend einfach alle. Mit seinem gewohnten Einsatz (bester Zweikämpfer mit 66,7 Prozent gewonnenen Duellen), mit seiner gewohnten Kreativität (meiste Ballkontakte und meiste Pässe) - und mit etwas nicht ganz so Gewöhnlichem: einem Doppelpack.

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"Er hat in allen Wettbewerben außer der WM-Quali mehr Tore erzielt als ich", konstatierte Müller im Gespräch mit SPORT1. Und fügte nicht allzu ernst gemeint nach: "Dementsprechend zählt er jetzt zu meinen Hauptkonkurrenten."

Kimmich entdeckt Torjäger-Gen

Man könnte tatsächlich meinen, Kimmich sei auf den Geschmack gekommen. Erst sein Premierentor für die A-Nationalelf beim Länderspiel in Norwegen, dann der Treffer am vergangenen Wochenende auf Schalke - und nun die zwei Buden in der Königsklasse, eine davon sogar per Kopf.

"Man bekommt mehr Selbstvertrauen, wenn mal einer reingeht - gerade, weil ich in der Vergangenheit nicht so der Torschütze war", erklärte Kimmich bei Sky.

Zuvor waren ihm in 94 Pflichtspielen als Profi gerade einmal drei Tore gelungen. Doch noch beeindruckender als sein neu entdecktes Goalgetter-Gen ist seine Fähigkeit, als Allzweckwaffe zu glänzen.

Reifer durch Europameisterschaft

Ob als Rechtsverteidiger wie im DFB-Team, als Innenverteidiger wie in der vergangenen Saison unter Pep Guardiola oder als Achter im Mittelfeld wie aktuell unter Carlo Ancelotti - der flexible Kimmich lieferte bis auf wenige Leistungsschwankungen immer. 

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Gepaart mit seiner Unbekümmertheit und seiner Entschlossenheit stehen ihm alle Türen zu einer erfolgreichen Zukunft offen. Seit ihn Bundestrainer Joachim Löw bei der EM in Frankreich von der Leine gelassen hat, ist er kaum zu bremsen.

"Klar hat man ein anderes Standing, wenn man Nationalspieler ist. Das gibt Selbstvertrauen", räumte Kimmich ein und versicherte, auf jeder Position "Gas geben" zu wollen.

Ancelotti: "Kimmich auf jeder Position gut"

Rostov mag bei weitem kein Gradmesser gewesen sein, doch selbst Ancelotti, der statt Einzelspielern traditionell lieber das Kollektiv hervorhebt, kam nach dem Spiel nicht um ein Sonderlob für den Überflieger umher.

"Kimmich spielt auf jeder Position gut", sagte der Bayern-Coach bei Sky. Vielleicht lässt er ihn ja auch bald mal noch weiter vorne ran.

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