vergrößernverkleinern
Die junge Dortmunder Mannschaft ließ sich nach dem Sieg in Lissabon vom mitgereisten Anhang feiern © Getty Images

Verletzungssorgen zwingen den BVB bei Sporting zur Improvisation - mit Erfolg. Die Dortmunder Youngster erfüllen ihren Trainer mit Stolz. Einer ragt besonders heraus.

28. Mai 1997: Ein Datum, das wohl so ziemlich jeder BVB-Fan im Kopf hat.

An diesem Tag gewann der BVB zum bislang einzigen Mal die Champions League.

Christian Pulisic war an diesem Tag noch überhaupt nicht geboren, doch das Zeug zum Königsklassen-Held hat der 18-Jährige. Das bewies der US-Amerikaner in der hitzigen Atmosphäre des Estadio Jose Alvalade von Lissabon, als er mithalf den 2:1-Sieg bei Sporting über die Zeit zu retten.

In den Debütanten Felix Passlack und Dzenis Burnic standen zwei weitere 18-Jährige auf dem Platz. Passlack rackerte auf der für ihn ungewohnten linken Seite - bis er in der Schlussphase von Krämpfen geplagt auf einer Trage den Platz verließ.

Bis zum Wochenende will Tuchel ihn wieder fit bekommen: "Felix Passlack kriegt jetzt Elektrolyte bis Ingolstadt!"

Tuchel stolz auf seine Männer

Tuchels Rasselbande ging für den Erfolg bis an die Schmerzgrenze - und wie im Falle von Passlack sowie den ebenfalls angeschlagen ausgewechselten Marc Bartra und Matthias Ginter, auch darüber hinaus.

"Meine Männer wollten es unter keinen Umständen mehr hergeben, das gönne ich ihnen von ganzem Herzen", sagte ein stolzer Trainer Thomas Tuchel hinterher bei Sky.

Video

Gleich neun verletzte Spieler zwangen den Trainer zur Improvisation, doch vor allem in der ersten Halbzeit merkte man gar nicht, dass eine derart junge Elf auf dem Platz stand.

"Das Alter ist zweitrangig, wir hatten genug Qualität auf dem Platz", sagte Ginter dazu.

Aus Erfahrung gelernt

Während sich die junge Dortmunder Mannschaft zuletzt in der Bundesliga beim 1:1 gegen Hertha BSC noch von der hitzigen Atmosphäre nervös machen ließ, was in der Roten Karte gegen Emre Mor gipfelte, zeigte sie in Lissabon, wie schnell sie aus solchen Erfahrungen lernen kann.

Video

Julian Weigl hatte noch am Freitag Mor für dessen Aussetzer getadelt und dabei von "uns gestandenen Spielern" gesprochen - dabei ist er selbst gerade einmal 21 Jahre alt.

Weigl geht als Führungsspieler voran

In Lissabon zeigte Weigl, dass er die Rolle des Führungsspielers auch auf dem Platz ausfüllt. Er belohnte sich mit seinem ersten Profitor und zog auch sonst im Mittelfeld die Fäden. "Wie er mit seinen 21 Jahren im Dortmunder Spiel Regie führt, ist lobenswert", sagte der Ex-Dortmunder Karl-Heinz Riedle.

"Wir haben heute alles reingeworfen, was wir geben konnten und zum Glück auswärts gewonnen", sagte Weigl. "Es ist sehr wertvoll, dass wir auswärts die drei Punkte mitgenommen haben."

Was für die Königsklasse gilt, zählt auch in der Bundesliga.

Dort müssen die BVB-Youngster am Samstag beim FC Ingolstadt (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER zeigen, dass ihre erfolgreiche Feuertaufe in der Königsklasse nicht bloß ein Strohfeuer war

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel