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London - Borussia Dortmund startet mit einer Niederlage in die Champions League. Bei Tottenham Hotspur offenbart die zuletzt so gelobte BVB-Defensive Schwächen.

Bittere Wembley-Rückkehr für Borussia Dortmund, misslungenes Debüt für Peter Bosz:

Beim Champions-League-Einstand seines niederländischen Trainers hat der Bundesliga-Tabellenführer durch ein 1:3 (1:2) bei Tottenham Hotspur auf dem Weg ins Achtelfinale der Königsklasse einen ernüchternden harten Rückschlag hinnehmen müssen.

Der Druck vor dem Duell mit Titelverteidiger Real Madrid in zwei Wochen ist damit schon gewaltig. (Tabelle der Champions League)

"Wir sind enttäuscht. Da war mehr drin, vor allem in der ersten Halbzeit. Da haben wir gut gespielt, aber zweimal nicht aufgepasst", sagte Bosz im ZDF.

"Tottenham war eine sehr gute Mannschaft, aber wir hatten die Chancen und müssen einfach früher im Spiel ein Tor machen", ergänzte Christian Pulisic.

Yarmolenkos Traumtor beim Startelf-Debüt

Heung-Min Son (4.) und Harry Kane (15., 60.) erzielten die Treffer für die Gastgeber im Wembley-Stadion, wo der achtmalige deutsche Meister vor vier Jahren eine schmerzhafte Champions-League-Finalniederlage gegen Bayern München hatte hinnehmen müssen.

Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Andrey Yarmolenko (11.) in einer turbulenten Anfangsphase war für die feldüberlegenen Gäste zu wenig. Spurs-Abwehrspieler Jan Vertonghen (90.+2) sah die Gelb-Rote Karte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Bosz rotiert: Castro und Götze nicht in der Startelf

Ömer Toprak klagte auch über die Leistung des Schiedsrichters: "Wir hatten Tottenham in der ersten Halbzeit unter Kontrolle, aber schwere Fehlentscheidungen des Schiedsrichters haben das Spiel extrem beeinflusst." (Die Stimmen zum Spiel).

Im "schwierigsten Spiel der gesamten Jahreshälfte", wie BVB-Präsident Reinhard Rauball die Partie in der Kultstätte des englischen Fußballs bezeichnet hatte, war es aber auch Boszs überraschende Aufstellung, die die Niederlage mitverursachte.

Für WM-Held Mario Götze und Gonzalo Castro hatte der 53-Jährige Mahmoud Dahoud und Shinji Kagawa gebracht. U21-Europameister Jeremy Toljan gab zudem links in der Viererkette sein BVB-Debüt, rechts offensiv spielte der ebenfalls spät verpflichtete Yarmolenko für Maximilian Philipp. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Spurs kontern BVB eiskalt aus

Eine Personal-Rochade, die am Ende nach hinten losging, Bosz aussehen ließen, als habe er sich verzockt. 

Die "Neuen" waren vor 67.343 Zuschauern direkt gefordert, der BVB agierte zwar dominant, zeigte sich aber in der Defensive extrem anfällig. Tottenham lauerte auf Konter und ging mit dem ersten schnellen Angriff in Führung.

Über drei Stationen landete der Ball beim ehemaligen Bundesligaprofi Son, bei dessen Schuss aus spitzem Winkel Torhüter Roman Bürki keine gute Figur machte. Es war bereits der siebte Pflichtspieltreffer von Son gegen die Westfalen.

Dortmund antwortet schnell

Die Schwarz-Gelben zeigten sich vom frühen Rückstand aber keineswegs geschockt und behielten gegen tief stehende Gastgeber die Spielkontrolle. Verdienter Lohn war der schnelle Ausgleich durch Jarmolenko.

Nach Doppelpass mit Kagawa schlenzte der ukrainische Nationalspieler den Ball sehenswert von der Strafraumgrenze in den Winkel. Es war das erste Tor des Ukrainers für den BVB.

Sahin lässt sich von Kane düpieren

Die Begegnung blieb intensiv, das Tempo hoch - und Dortmund bei schnellen Gegenangriffen nach wie vor verwundbar. Tottenham-Torjäger Kane zeigte seine ganze Klasse und sorgte für die erneute Führung.

Toprak, der den verletzten Marc Bartra vertrat, agierte in dieser Szene viel zu zögerlich. Allerdings hatte sich Kane zuvor äußerst robust gegen Nuri Sahin durchgesetzt, ein Pfiff des italienischen Schiedsrichters Gianluca Rocchi blieb aber aus - sehr zu Topraks Unmut.

Aubameyang-Tor zu Unrecht aberkannt

Die Schwarz-Gelben taten sich auch danach schwer, Lücken zu finden. Dem BVB-Spiel mangelte es Mitte der ersten Halbzeit an Ideen und Tempo. Pierre-Emerick Aubameyang (30.) und Pulisic (36.) kamen zudem einen Schritt zu spät.

Nach dem Wechsel war Dortmund weiter bemüht, Tottenham verteidigte aber mit großer Leidenschaft und konterte gefährlich. Kane (50.) und Son (51.) vergaben gute Möglichkeiten zum dritten Treffer.

Auf der anderen Seite hatte Aubameyang Pech, dass sein regulärer Treffer nach Dahoud-Flanke wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht anerkannt wurde (56.).

Vier Minuten später versetzte Kane mit seinem zweiten Treffer dem BVB den nächsten Tiefschlag. Bosz reagierte und brachte Götze (66.) - es half nichts mehr. 

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