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München und Paris - Bayern-Coach Carlo Ancelotti geht mit einer umstrittenen Aufstellung gegen Paris Saint-Germain unter - und verteidigt sich. Die Stimmen zur Champions League.

Der FC Bayern hat in der Champions League am zweiten Spieltag der Gruppenphase seine erste Niederlage kassiert.

Im Spitzenspiel der Gruppe B unterlag der deutsche Rekordmeister bei Paris Saint-Germain 0:3 (0:2).

Carlo Ancelottis überraschende Aufstellung - ohne Franck Ribery, Arjen Robben und Mats Hummels, mit mehr Fokus aufs Zentrum - ging nach hinten los: Dani Alves schockte die Bayern-Abwehr früh (2.), Edinson Cavani (31.) und Weltrekord-Transfer Neymar (63.) erzielten die weiteren Treffer für Paris, das nach seinem 5:0-Erfolg zum Auftakt bei Celtic Glasgow souverän das Klassement anführt.

SPORT1 hat die Stimmen zum Spiel von Sky, ZDF und aus der Mixed Zone zusammengefasst.

Carlo Ancelotti (Trainer FC Bayern): "Wir hatten eine gute Kontrolle, viel Ballbesitz. Aber wir waren nicht gefährlich genug. Uns hat die Balance gefehlt. Ich denke nicht, dass die Aufstellung zu riskant war. Der Gedanke war, dass wir im Zentrum die Kontrolle über das Spiel gewinnen. Für mich war es die beste Aufstellung. Letztlich werde ich dafür kritisiert, aber das ist okay. Ich habe kein Problem mit Ribery. Jeder Spieler weiß, dass er auch mal auf die Bank muss."

Arjen Robben (FC Bayern): "Wir haben uns viel vorgenommen, waren positiv. Da war heute mehr drin, aber wir haben leider das Tor nicht gefunden. Du weißt, dass die brandgefährlich kontern. Über die Aufstellung werde ich nichts sagen, da ist jedes Wort eins zu viel. Wir brauchen keine Unruhe. Dass wir 3:0 in der Champions League verlieren, das sind wir nicht gewohnt. Das ist nicht der FC Bayern."

Thomas Müller (FC Bayern): "Der frühe Rückstand war sicher nicht unser Plan. Wir können besser verteidigen, sonst würde ja bei jedem Angriff ein Gegentor passieren. Dass die Qualität vorhanden ist, ist klar. Um über die Aufstellung zu sprechen, bin ich der falsche Mann. Der Trainer trifft seine Entscheidungen und wird sich dabei was gedacht haben. Wir als Mannschaft tragen das mit und wir haben nicht so gespielt, wie wir hätten spielen können."

Sven Ulreich (Torwart FC Bayern): "Wir haben es Paris phasenweise zu einfach gemacht. Nach dem frühen Rückstand war es gegen diese Weltklasse-Offensive natürlich sehr schwer. Wir haben uns dann zu einfach auskontern lassen. Ich habe gesagt, dass ich Manuel Neuer nicht einhundertprozentig ersetzen kann. Er ist der Welttorhüter. Ich will nicht in diese Diskussion einsteigen. Ich habe in den letzten Wochen gute Spiele gemacht. Am vergangenen Freitag war es kein gutes Spiel, das kommt vor. Heute habe ich ein ordentliches Spiel gemacht, das war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube, dass die Mannschaft weiß, was sie an mir hat."

Joshua Kimmich (FC Bayern): "Wir sind hier bei Bayern München. Wenn du 0:3 verlierst, sind Diskussionen immer da. Nach zwei Minuten hat es gleich geklingelt, das darf nicht passieren. PSG hat gar nicht so gut verteidigt, aber bei der Qualität in der Offensive ist klar, dass du unter den Umständen irgendwann Chancen zulässt, wir haben zu viele zugelassen. Das ist natürlich fatal, wenn du solchen Spielern Raum zum Kontern gibst. Eigentlich war unser Ziel, das Zentrum kompakt zu machen und die Räume eng zu lassen. Dann kriegst du das Tor und der Plan ist futsch nach zwei Minuten. Wir müssen körperbetonter spielen, wir sind nicht richtig durchschlagskräftig und wir müssen uns da jetzt was einfallen lassen."

Niklas Süle (FC Bayern): "Wir wussten, dass Paris eine super Mannschaft hat, aber dürfen nicht so früh ein Tor bekommen, das war natürlich fatal. Wir haben uns Chancen erspielt, sie aber leider nicht genutzt. PSG hat den Lucky Punch gemacht, gegen das Trio ist schwer zu verteidigen, wenn du so früh zurückliegst."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzende FC Bayern): "Diese Mannschaft heute Abend war nicht der FC Bayern. Wir müssen schnellstens wieder zu dem FC Bayern werden, der in Europa und in Deutschland für Furore sorgt."

Kylian Mbappe (Paris Saint-Germain): "Ich bin sehr glücklich über den Sieg, weil der FC Bayern eine tolle Mannschaft hat und ein europäischer Topklub ist."

Oliver Kahn (ZDF-Experte): "Das 1:0 und das 3:0 waren ähnliche Situationen, die die Probleme der Mannschaft auf den Punkt bringen. Beim 1:0 kann sich Paris über 20, 25 Ballstaffetten bei Bayern durchspielen, bis dann endlich das Tor fällt. Beim 3:0 läuft Dani Alves dann praktisch über den ganzen Platz. Der FC Bayern hat einfach keine Idee, keine klaren Mechanismen, wie sie gegen den Ball funktionieren sollen. Es ist ein taktisches Problem. Keiner gibt das Kommando: Jetzt wird mal angegriffen, jetzt wird mal draufgegangen, so ist es schwierig gegen so eine Mannschaft. Ich kann nicht erkennen, dass das Ganze einer Idee folgt, dass systematisch attackiert wird, eine Pressing-Staffette aufgebaut wird. Es plätschert so dahin."

Lothar Matthäus (Sky-Experte): "Franck Ribery ist in Paris, in Frankreich nicht zum Einsatz gekommen. Ich glaube, dass das Zwischenmenschliche zwischen Ancelotti und Ribery nicht mehr zu reparieren ist. Das Tischtuch ist aus meiner Sicht zerschnitten. Seit langem brodelt es da, das weiß man. Ich bin der Meinung, dass bei Bayern München die Laufwege und die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen noch nicht so funktionieren, wie man sich das wünscht. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber mit der Aufstellung hat sich Ancelotti heute keinen Gefallen getan."

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