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St. Petersburg - Bei der Eröffnung des Confed Cups kommt Russland zu einem ungefährdeten Sieg über Neuseeland. Zwei wache Momente reichen dem Gastgeber.

Gastgeber Russland hat beim Start des FIFA Confederations Cups mit viel Mühe seine Pflichtauflage erledigt und den ersten Schritt Richtung Halbfinale gemacht.

Zum Auftakt der Mini-WM gewann die Sbornaja nach einer glanzlosen Vorstellung gegen Außenseiter Neuseeland 2:0 (1:0) und setzte sich damit zunächst an die Spitze der Gruppe A. 

Weltmeister Deutschland greift erst am Montag (17 Uhr MESZ im LIVETICKER, Highlights ab 22.45 Uhr im TV auf SPORT1) in der Gruppe B in Sotschi gegen Australien ins Geschehen ein.

Video-Schiedsrichter greift nicht ein

Für Aufregung in St. Petersburg sorgte der Verzicht des erstmals eingesetzten Video-Schiedsrichters, eine Fehlentscheidung zu korrigieren.

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In der 14. Minute legte der russische Mittelstürmer Dimitri Poloz den Ball am gegnerischen Torwart Stefan Marinovic vorbei und fiel, der Unparteiische Wilmar Roldan aus Kolumbien gab Abstoß.

Die Zeitlupe zeigte aber, dass der für die Spvgg Unterhaching spielende Marinovic Poloz berührt hatte und es somit Elfmeter hätte geben müssen.

Doch auch der Video-Schiedsrichter griff nicht ein. Offenbar war dem Referee am Bildschirm die Situation nicht eindeutig genug, um sie zu korrigieren. Zumal der Video-Schiedsrichter möglichst sofort und nicht erst nach mehreren Zeitlupen eingreifen soll.

Tschertschessow sorgt für Lacher

Beim Confederations Cup kommen erstmals bei einem großen FIFA-Turnier die Video-Referees zum Einsatz, um bei strittigen Szenen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren.

Letztlich war die Situation am Ende nicht Spiel entscheidend, weil ein Stochertor für die Führung sorgte. Denis Gluschakow lupfte den Ball über Marinovic, den vom Pfosten abprallenden Ball drückte Neuseelands Michael Boxall bei seinem Rettungsversuch über die Linie (31.).

Fjodor Smolow sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung zugunsten des WM-Gastgeber von 2018 (69.). Entsprechend erleichtert war Russlands Coach Stanislaw Tschertschessow nach dem erfolgreichen Start.

"Das erste Spiel muss man gewinnen, deshalb bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Wir haben aber auch den ein oder anderen Fehler gemacht. Daran müssen wir noch arbeiten", sagte der frühere Bundesligaprofi von Dynamo Dresden nach dem Abpfiff in der ARD.

In der anschließenden Pressekonferenz lief Tschertschessow dann zu großer Form auf. Für Erheiterung sorgte sein Angebot, nach dem Ausfall der Simultanübersetzung ins deutsche zu übersetzen.

Zuvor hatte schon der als Man of the Match ausgezeichnete Torschütze Smolow in fließendem Englisch parliert. Tschertschessows trockener Kommentar: "Das war dein erster Schritt in die Premier League."

Nun gegen Portugal

Die Russen treffen in ihrem zweiten Spiel am kommenden Mittwoch auf Europameister Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo, ehe zum Gruppenabschluss am 24. Juni Mexiko mit Bayer Leverkusens Torjäger Javier "Chicharito" Hernandez auf das Team von Trainer wartet.

Nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Vorschlussrunde (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

Der Confed-Cup-Spielplan zum Ausdrucken

Vor dem Anpfiff hatte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Eröffnungsrede für den Confed Cup und die WM-Endrunde im kommenden Sommer "ein offenes Russland" und einen "Triumph des Sports" angekündigt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach anschließend vor nur 50.251 Zuschauern in der 69.000 Besucher fassenden pompösen Gazprom Arena von einem gastfreundlichen und herzlichen Land, "in dem wir den besten Fußball aller Zeiten erleben werden".

Haching-Keeper verhindert höhere Pleite

Vor reichlich Fußball-Prominenz auf den Rängen, darunter Brasiliens Legende Pele, hatte Wiktor Wasin in der siebten Minute die erste große Chance für Russland.

Per Flugkopfball scheiterte der Abwehrspieler aber am Innenpfosten. Anschließend musste Michael McGlinchey in höchster Not für den Ozeanienmeister klären.

Auch danach verhinderte der kürzlich mit Haching in die Dritte Liga aufgestiegene Marinovic einen höheren Rückstand.

"Dass wir zwei Tore kassieren, war nicht der Plan", sagte der Torhüter nach der Partie.

"Wir hatte uns vorgenommen, länger die Null zu halten und im Gegenzug selbst ein Tor zu machen. Jetzt kommen Mexiko und Portugal. Wir rechnen uns alles aus, gegen Mexiko haben wir in der Vergangenheit gut ausgesehen."

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