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Robert Lewandowski traf gegen Chemnitz doppelt
Robert Lewandowski traf gegen Chemnitz doppelt © Getty Images

Chemnitz - Der FC Bayern hat in der ersten Pokalrunde keine Probleme. Robert Lewandowski wird nach einer Verletzung beschimpft und schlägt doppelt zu. Robben kehrt zurück.

In der 32. Minute stockte den Fans des FC Bayern München kurz der Atem.

Robert Lewandowski ging in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Chemnitzer FC nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden und blieb liegen. Der Pole musste behandelt werden und das Feld verlassen. Ein Ausfall Lewandowski wäre bei Bayerns Planung, keinen Backup zu verpflichten, ein Fiasko (Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals).

Doch kurz darauf kehrte der Stürmer mit einer blutenden Wunde auf den Platz zurück und ließ seinem Freistoßtor zum 1:0 einen weiteren Treffer folgen - zum Leidwesen der Heimfans. Seine Auswechslung in der zweiten Halbzeit war wohl eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn die drückend überlegenen Bayern ließen Chemnitz beim 5:0 (1:0) nicht den Hauch einer Chance und hatten viel Grund zur Freude.

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Ancelotti zufrieden

"Es hat Spaß gemacht", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich, "für uns war es wichtig eine Runde weiterzukommen und Spielpraxis zu sammeln als Mannschaft." Die Vorbereitung sei ja "nicht so optimal" gewesen, "deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir da jetzt in den Rhythmus kommen".

Für den Rekordtitelträger, der zuletzt vor 23 Jahren gegen den TSV Vestenbergsgreuth eine Auftaktniederlage erlitten hatte, trafen sechs Tage vor dem Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr) Lewandowski (20. und 60.), Kingsley Coman (51.), Franck Ribéry (79.) und Mats Hummels (89.) (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wir hatten einen guten Geist, eine gute Einstellung auf dem Feld. Die erste Halbzeit war schwierig, weil der Gegner sehr gut verteidigt hat, wir haben nicht viele Räume bekommen. Nach dem zweiten Tor hatten wir mehr Platz und mehr Torchancen", sagte Trainer Carlo Ancelotti zufrieden.

Ribery und Lewandowski haben Spaß

Die Münchner bespielten das Chemnitzer Bollwerk mit Geduld und zugleich mit größtmöglicher Konzentration und Seriosität. Im Laufe der Partie war den Bayern der Spaß mehr und mehr anzumerken - vor allem Franck Ribery. Der Spaßvogel ließ sich vor seinem Freistoßtor zu einem Schnürsenkel-Streich bei Bibiana Steinhaus hinreißen.

"Diese Schiedsrichterin musste man ein bisschen schütteln wegen der Stimmung", sagte Ribery, der sein erstes Pokaltor seit der Saison 14/15 erzielte, in der ARD: "Aber sie hat gelacht, das ist positiv. Das war ein Spaß, aber man muss das immer respektieren."

Nach seinem Treffer rannte er dann lachend zum ausgewechselten Lewandowski - frei nach dem Motto 'Was du kannst, kann ich schon lange'. "Wir haben in der Halbzeit gesagt: Wenn ein Freistoß kommt, kommt Franck und will ein Tor schießen. Deshalb haben wir gelacht", so Lewandowski: "Ich war schon auf der Bank und konnte deshalb nicht mehr selbst schießen, aber er hat es gut gemacht."

Lewandowski wird beleidigt

Lewandowski bestrafte mit seinen Toren auch die Chemnitzer Fans, die ihn bei seiner kurzfristen Blessur mit Schmähgesängen wie "Lewandowski ist ein H*****sohn" bedacht hatten. Bei seiner Auswechslung zeigte der Pole die Anzahl seiner Treffer an und reagierte damit auf die Pfiffe der Heimfans (Alle Infos zum DFB-Pokal im Volkswagen Pokalblog).

"Es freut mich sehr, dass wir wieder die erste Runde geschafft haben. In der ersten Runde ist es wichtig, dass du früh ein Tor schießt und versuchst, gut zu spielen. Der Gegner heute hat sehr defensiv gespielt", so Lewandowski  (Volkswagen Pokalfieber: Alle Infos zum DFB-Pokal Di., 18.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Robben feiert Comeback

Chemnitz konnte sich nur verneigen. "Die Bayern haben eine Qualität, die sucht ihresgleichen", sagte der starke Torhüter Kevin Kurz: "Eins weniger hätte ich mir gewünscht."

Rechzeitig vor dem Bundesliga-Saisonstart kommen die Bayern also in Fahrt. "Es tut uns einfach gut, da gewisse Abläufe reinzukriegen und am körperlichen Zustand zu arbeiten", sagte Hummels. Und auch aus Personalsicht gab es gute Nachrichten: Arjen Robben und David Alaba feierten ihr Comeback.

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