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Matthias Ginter wurde 2014 in Brasilien Weltmeister
Matthias Ginter wurde 2014 in Brasilien Weltmeister © Getty Images

Matthias Ginter und Bernd Leno zeigen sich nach der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande erschüttert. Auch ein Oranje-Star berichtet von seinen Erlebnissen.

Weltmeister Matthias Ginter (Borussia Dortmund) und Nationalmannschaftskollege Bernd Leno (Bayer Leverkusen) haben schockiert auf die Absage des Länderspiels gegen die Niederlande am Dienstag in Hannover wegen eines drohenden Terroranschlags reagiert.

"Es ist erschütternd, was gerade passiert. Natürlich hatte ich die Bilder von Paris noch im Kopf. Dass so etwas jetzt auch in Deutschland passiert, ist natürlich ein Schock", sagte der 21-jährige Ginter der Bild-Zeitung: "Als ich von der Absage im Bus erfahren habe, war ich fertig und habe mir meine Gedanken gemacht."

"Richtige Entscheidung"

Er habe aber "hohes Vertrauen, dass die richtigen Schlüsse gezogen und noch mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden".

Der zwei Jahre ältere Leno befürwortete im Gespräch mit der Rheinischen Post (Donnerstagausgabe) die Absage des Prestigeduells. "Es war die richtige Entscheidung, da gar kein Risiko einzugehen", sagte der Torhüter von Bayer Leverkusen.

Als Teammanager Oliver Bierhoff die Absage auf der Busfahrt ins Stadion von Hannover verkündet hatte, wurden bei Leno Erinnerungen an die Terroranschläge vom vergangenen Freitag wach. "Im ersten Moment war das natürlich wieder schockierend, weil uns direkt wieder die Bilder von Paris in die Gedanken kamen", erklärte der Keeper.

Leno, der damit weiter auf sein Debüt in der A-Nationalmannschaft wartet, begrüßt die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ausdrücklich, am kommenden Wochenende die angesetzten Bundesliga-Spiele auszutragen.

"Der Fußball darf sich dem Terror nicht geschlagen geben", sagte der 23-Jährige.

Dost berichtet von Erlebnissen

Auch ein Spieler der Niederlande äußerte sich zur Absage des Spiels. Bas Dost vom VfL Wolfsburg fuhr mit der niederländischen Nationalmannschaft gerade zur Arena in Hannover, als ein Polizist den Bus betrat und vom Abbruch berichtete.

"Wir sind auf dem Weg ins Stadion gewesen, dann kam ein Polizist in den Bus und hat gesagt, dass das Spiel abgesagt ist. Wir hatten einen Schock", sagte der Wolfsburger Stürmer im kicker.

"Man hat viele Polizisten mit Waffen gesehen, natürlich hat man dann Angst. Aber die Polizei hatte alles hervorragend organisiert. Ich war sicher, meine Kollegen auch."

Der Stürmer fuhr anschließend mit dem Auto zurück nach Wolfsburg, ein Polizist begleitete ihn noch bis zur Autobahn. Zurück im Training suchte Dost am Mittwoch das Gespräch mit den deutschen Nationalspielern Julian Draxler, Andre Schürrle und Max Kruse.

"Für sie ist es noch schlimmer. Sie haben in Paris in der Kabine geschlafen. Ich glaube, dass sie es in den letzten Tagen nicht einfach hatten", meinte Dost im Hinblick auf die Geschehnisse rund um das Spiel Frankreich - Deutschland.

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