vergrößernverkleinern
Marco Reus (r.) verpasst durch eine Verletzung erneut ein großes Turnier © SPORT1/Imago

Tagelang hat der DFB die Probleme von Marco Reus nach außen abgetan. Warum der Verband seine schwerwiegende Verletzung verharmlost hat, ist rätselhaft.

Das EM-Aus von Marco Reus ist vor allem ein sportlicher Schicksalsschlag für den Dortmunder, dessen 27. Geburtstag einer seiner traurigsten sein dürfte.

Nach der WM in Brasilien wird der Flügelflitzer erneut von einer Verletzung gestoppt.

Davon muss sich Reus, der bei all seinen Qualitäten noch immer ohne großen Titel ist, erst einmal erholen.

Auch für die deutsche Nationalmannschaft ist das Fehlen von Reus ein Rückschlag.

Bundestrainer Joachim Löw hatte Reus fest eingeplant. Reus ist ein Spieler, der eine Partie im Alleingang entscheiden kann. Spieler mit seinen Fähigkeiten hat auch der Weltmeister nicht am Fließband in seinen Reihen.

Einen Beigeschmack hat die Öffentlichkeitsarbeit des DFB in Bezug auf Reus' Verletzung.

Video

Tagelang war von leichten Adduktorenproblemen die Rede. Dass Reus in Ascona nicht am Mannschaftstraining teilgenommen hatte und auch nicht mit zum Länderspiel am Samstag nach Augsburg gegen die Slowakei geflogen war, wurde als reine Vorsichtsmaßnahme abgetan.

Nun sprach Löw von massiven gesundheitlichen Problemen.

Die Diagnose ist nicht in Zweifel zu ziehen.

Warum der DFB aber eine schwerwiegende Verletzung über mehrere Tage verharmlost hat, bleibt fragwürdig.

Neben Reus hat Löw die beiden Leverkusener Karim Bellarabi und Julian Brandt sowie den Hoffenheimer Sebastian Rudy aus dem vorläufigen Aufgebot aussortiert.

Löw hat sich dagegen für die drei Youngster Leroy Sane, Julian Weigl und Joshua Kimmich entschieden.

Diese Entscheidung ist nachvollziehbar.

Video

Sane bringt mit seiner großen Schnelligkeit eine besondere Gabe in die Mannschaft ein.

Weigl und Kimmich spielt in die Karten, dass Kapitän Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels angeschlagen zur EM reisen. Weigls Einsatzgebiet ist im defensiven Mittelfeld, Kimmich kann auch in der Innenverteidigung spielen.

Für die EM werden diese Personalentscheidungen in den hinteren Reihen des DFB-Teams aber nicht entscheidend sein.

Löw ist bekannt dafür, dass er während eines Turniers eher auf einen engen Kreis von Spielern setzt.

Und der Stamm des DFB-Teams ist mit einem Großteil an Weltmeistern weiterhin exklusiv besetzt.

Die Mission Frankreich bleibt weiter auf den EM-Titel ausgelegt - auch ohne Reus.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel