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Ascona - Marco Reus verpasst nach der WM nun auch die EM. Wieder stoppt ihn eine Verletzung. Selbst die Teamkollegen sind überrascht. Götze verdribbelt sich bei Twitter.

Am Vormittag trudelten noch Geburtstags-Glückwünsche via Twitter für Marco Reus ein.

Borussia Dortmund schrieb, der DFB und Bastian Schweinsteiger.

Auch Mario Götze twitterte, dass er das nächste Turnier mit seinem Freund kaum erwarten könne.

Wenig später löschte Götze den Tweet und ließ einen anderen Eintrag folgen, mit den Worten: "Wir sind wirklich traurig. Es ist unfassbar. Es schmerzt mich."

Löw: "Kann nur geradeaus laufen"

Denn nach der WM 2014 in Brasilien wird Reus auch die EM in Frankreich wegen einer Verletzung verpassen.

Selbst für seine Teamkollegen kam das EM-Aus des 27-Jährigen überraschend, auch wenn sich Reus in dieser Saison immer wieder mit Adduktorenproblemen herumgeschlagen und in Ascona noch nicht am Mannschaftstraining teilgenommen hat.

"Reus hat massive gesundheitliche Probleme und kann momentan nur geradeaus laufen. Die Mediziner sind bei ihm sehr, sehr skeptisch", erklärte Bundestrainer Joachim Löw auf der DFB-Pressekonferenz am Dienstagmittag.

"Für uns und für ihn ist es eine sehr bittere Entscheidung und große Enttäuschung. Aber aus verletzungstechnischen Gründen muss man so eine Entscheidung fällen."

Für Reus und das DFB-Team ist es ein Schock.

"Ein Marco Reus in sehr guter Form und gesund und fit wäre eine enorme Bereicherung für uns gewesen", sagte Löw.

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Khedira spricht von "längeren Problemen"

Für Verwirrung sorgt auch die Art der Verletzung.

Die DFB-Verantwortlichen hatten in den vergangenen Tagen stets von leichteren Adduktorenbeschwerden bei Reus gesprochen.

Sami Khedira sprach an diesem Dienstag nun von "längeren Problemen am Schambein" des BVB-Profis.

Reus war voller Tatendrang

Auch für die in Ascona anwesenden Journalisten ist das Reus-Aus eine große Überraschung.

Dass er in Ascona noch nicht mit der Mannschaft trainiert hatte? War laut DFB angeblich eine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Selbst Reus hatte zuletzt immer optimistisch und mit großer Vorfreude auf die EM geblickt. Angreifen wollte er, der Mannschaft als Stammspieler helfen. Daraus wird nun nichts. Wieder einmal.

Tragisches sportliches Schicksal

Wie schon bei der WM 2014 ist Reus auch in Frankreich zum Zuschauen verdammt.

Vor zwei Jahren hatte es ihn im letzten Länderspiel vor der Abreise nach Brasilien erwischt, als er sich eine schwerwiegende Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hatte.

Reus ist so etwas wie der Don Quixote der deutschen Nationalmannschaft. Ein Ritter von trauriger Gestalt, der gegen Windmühlen kämpft - in seinem Fall Verletzungen.

Khedira: "Sehr gefassten Eindruck"

Die Teamkollegen fühlen mit ihm.

"Es tut immer weh, wenn ein gemeinsamer Weg nach so einem Trainingslager zu Ende geht", sagte Benedikt Höwedes.

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Immerhin, sagte Khedira, habe Reus einen "sehr gefassten Eindruck" gemacht.

In seinem Inneren wird es anders aussehen. Auch an seinem WM-Aus vor zwei Jahren hatte Reus mächtig zu knabbern.

Damals hatte er die Einladung des DFB zum Endspiel in Rio de Janeiro abgelehnt. Dass Götze bei der Siegerehrung demonstrativ sein Trikot gezeigt hatte, bekam Reus gar nicht mehr mit.

Er habe den Fernseher zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschaltet und sei schlafen gegangen. Erst drei Monate später gab er das erste Interview und berichtete von "einer sehr langen Zeit, die ich in dieser Form nicht wieder erleben möchte".

Auch Bellarabi, Brandt und Rudy nicht dabei

Aktuell hat sich Reus noch nicht zum aktuellen sportlichen Schicksalsschlag geäußert.

Neben Reus strich Löw auch die Leverkusener Karim Bellarabi und Julian Brandt sowie den Hoffenheimer Sebastian Rudy aus dem vorläufigen Kader. Die angeschlagenen Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger sind dagegen in Frankreich dabei.

Im Zuge von Reus' EM-Aus gingen diese Entscheidungen eher unter.

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