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Der Münchner beendet in Oslo seine Torflaute in der Nationalmannschaft. Er erntet dafür eine Spitze von Joachim Löw. Sorgen macht er sich über den Sturm.

Der 3:0-Auswärtserfolg der deutschen Nationalmannschaft zum Auftakt der WM-Qualifikation in Oslo gegen Norwegen brachte für Thomas Müller eine gute und eine nicht ganz so gute Erkenntnis mit sich.

Das Positive zuerst: Olfaktorisch ist bei ihm alles wieder in bester Ordnung. "Er riecht die Tore", stellte Norwegens Nationaltorwart Rune Jarstein nach Müllers Treffern zum 1:0 (15.) und 3:0 (60.) fest.

Das war zuletzt ja nicht immer so. Der WM-Torschützenkönig von 2010 ging schließlich mit einer 589-minütigen Ladehemmung in die Partie im Ullevaal-Stadion.

Müller an Fischer und Walter vorbei

"Die Tore bringen mir jetzt ein bisschen Ruhe vor den Fragen, warum es denn jetzt nicht klappt", meinte der Münchner, der mit seinen Treffern Nummer 33 und 34 in der ewigen DFB-Torjägerliste nun Klaus Fischer und Fritz Walter hinter sich gelassen hat.

"Es kommen immer neue Möglichkeiten, du musst dich gut präparieren und gierig sein. Dann fallen die Dinger auch wieder rein. An der grundsätzlichen Qualität meines Abschlusses habe ich nie gezweifelt."

Das mag bei Bundestrainer Joachim Löw nicht anders sein. Dass Müller diese grundsätzliche Qualität in Frankreich nicht auf die Anzeigetafeln gebracht hat, hat er aber offenbar noch nicht ganz verwunden.

Spitze von Löw

"Es wäre mir lieber gewesen, wenn Thomas Müller bei der EM getroffen hätte. Aber heute war es natürlich auch wichtig", erklärte Löw am Sonntagabend.

Noch weniger als Müllers Tor-Auszeit in seinen sechs Turniereinsätzen hatte Löw in Frankreich der Umstand missfallen, dass niemand für den Münchner in die Bresche gesprungen war, nachdem mit Mario Gomez auch noch der einzige Stoßstürmer verletzungsbedingt hatte passen müssen.

Daran – dies ist die nicht ganz so gute Erkenntnis des Tages – wird sich auf Sicht auch nicht ändern. Glaubt zumindest Müller selbst:

"Ich habe hier in Oslo nie das Gefühl gehabt, dass wir vor dem Tor nachlässig gehandelt haben. Aber wir haben einfach mehr Spieler, die gerne noch den Extra-Pass spielen, als Torjäger, die nur darauf aus sind, den Ball über die Linie zu bugsieren."

Das sei "eine Typfrage, und da haben wir vielleicht ein kleines Problem". Gomez stehe als klassischer Neuner in Deutschland derzeit "ein bisschen alleine da". "Solange er fit ist, ist das auch absolut ausreichend, weil wir eh nicht mehr als einen Stürmer gebrauchen können."

Stürmer-Diskussion auf Jahre hinaus

Ist er es nicht, bleibt der Job des Toreschießens nach wie vor hauptsächlich an Müller hängen. Gegen etwas Entlastung hätte der Münchner daher nichts einzuwenden. "Wir müssen dahin kommen, dass auch die Spieler, die gerne noch mal abspielen, in manchen Situationen selbst abdrücken."

Eine Alternative dazu sieht Müller auf Sicht nicht: "Da gibt es keine Ad-hoc-Lösung. Wir werden diese Diskussion noch ein paar Jahre haben. Ich sehe keinen, der nachkommt, der die klassischen Mittelstürmer-Attribute mitbringt. Daher müssen wir da immer ein bisschen Zwitterlösungen finden."

Für Mario Götze hat es schon schönere Synonyme gegeben.

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