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Eric Dier feiert seinen späten Siegtreffer für England
Eric Dier feiert seinen späten Siegtreffer für England © Getty Images

Für die Medien auf der Insel war der "atemberaubende" Sieg der Three Lions in Deutschland ein geradezu historischer Triumph, auf den es aufzubauen gilt.

Nach Englands starker Leistung beim 3:2 in Deutschland schwärmt die Presse auf der Insel in den höchsten Tönen von Nationaltrainer Roy Hodgsons junger Truppe.

Während die Aufholjagd für den Guardian "einen Platz in der Liste Englands großartigster Auftritte" verdient hatte, feierte die Daily Mail "das Wunder von Berlin".

Dennoch war man sich auch einig, dass es nur ein Testspiel war. Deutschland werde zur EM in Frankreich wieder "die Mannschaft sein, die es zu schlagen gilt", schrieb die Sun.

Die Three Lions hatten am Samstagabend in Berlin gegen den Weltmeister schon 0:2 zurückgelegen, die Partie in der letzten halben Stunde aber noch gedreht.

SPORT1 hat die Pressestimmen im Überblick:

ENGLAND:

The Telegraph: "Eine fabelhafte Nacht für ein freches, wiederauferstandenes Hodgson-Team und zweifellos die großartigste Stunde für Englands Trainer in den letzten vier Jahren, in welcher er sein Team sah, das die hochdekorierte deutsche Mannschaft mit Toni Kroos, Manuel Neuer und Thomas Müller niederrang. Es ist lange her, dass ein englisches Teams derart hartnäckig um den Sieg kämpfte, und das gegen einen solch starken Gegner. Das Siegtor von Eric Dier in der 90. Minute stellt das Spiel auf eine Ebene mit der 5:1-Demütigung Deutschlands 2001 in München, als in 90 Minuten eine neue Generation talentierter Fußballer Erwartungen geschürt hatte für die nächste Dekade des englischen Fußballs.

The Sun: "Dieser packende Sieg in der Heimat des Weltmeisters - mit dem 19-jährigen Dele Alli als Herz des Teams - lässt bei der EM nach der Enttäuschung durch die 0:2-Pleite im November gegen Spanien nun wieder alles möglich erscheinen. Es wird zudem die Diskussion aufkommen lassen über die Zukunft des vermissten, verletzten Wayne Rooney im Nationalteam. Aber lasst uns trotz der Herrlichkeit dieses erstaunlichen Ergebnisses nicht übermütig werden. Beruhigt euch und setzt alles in Relation, auch wenn es schwer fällt. Die Deutschen werden trotz der Niederlage nicht aufstecken, sich in Frankreich steigern und die Mannschaft sein, die es zu schlagen gilt."

The Guardian: "Die Geschichte dieser Aufholjagd ist so unglaublich, so außergewöhnlich und gipfelte in der atemberaubendsten halben Stunde in Roy Hodgsons Amtszeit, wodurch das Spiel einen Platz in der Liste Englands großartigster Auftritte verdient. 0:2 beim Weltmeister in Berlin zurückliegend sprach Englands Antwort Bände über den Geist des Zusammenhalts, den Hodgson dem Team vermittelte und so einen Sieg schaffte, an den man sich mit der gleichen Begeisterung erinnern wird wie an den 5:1-Sieg in München."

Daily Mail: "Das Wunder von Berlin! Es sagt nichts über den kommenden Sommer aus und wird schnell vergessen sein, wenn es in Frankreich schiefgeht. Und dennoch hat ein junges englisches Team gegen den Weltmeister ein erstaunliches Comeback hingelegt, das es erlaubt, diesen Sieg zu zelebrieren. Roy Hodgson dürfte höchst zufrieden sein, auch wenn er nicht so richtig wissen wird, was er von einem Spiel halten soll, das sich wendete wie das Wetter an einem englischen Frühlingstag. England zeigte einen selten gesehen Einfallsreichtum in der Offensive, demonstrierte aber auch wieder eine zu oft zu beobachtende Naivität in der Abwehr. Vardys Tor war ein Ausdruck unvorhersehbarer Brillanz, als er Nathaniel Clynes Flanke aus vollem Lauf mit der Hacke versenkte."

Mirror: "England, das so lange von Wayne Rooney abhängig war, hat endlich eine Fülle an Optionen für den Sturm. Jamie Vardy erzielte in beeindruckender Art sein erstes Tor für England - in einer Nacht, als auch Kane seine Torgefährlichkeit wiederfand. Und Hodgson hat auch noch Rooney, Sturridge, Walcott und Welbeck in der Hinterhand. Es fällt schwer, sich an eine Zeit zu erinnern, als England so viele starke Mittelstürmer hatte."

ITALIEN:

Gazzetta dello Sport: "Ein wiederauferstandener Gomez genügt Löw nicht, um sich gegen die Engländer zu behaupten. Pfiffe für die Weltmeister, die noch viel in der Abwehr zu konsolidieren haben. Der Charakter der Deutschen ist in diesem Match viel zu freundschaftlich. Vielleicht wird die Haltung am Dienstag gegen Italien anders sein."

Corriere dello Sport: "Deutscher Flop in Berlin: Kroos und Gomez genügen nicht. England versenkt Löws Truppe mit einer aggressiven Haltung in der zweiten Halbzeit. Löw hat noch zu arbeiten, um seine Mannschaft in Hinblick auf die Europameisterschaft zu konsolidieren."

Tuttosport: "Deutschland geht mit Beulen aus der Partie hervor. Nach einer fahlen ersten Halbzeit, werden Vardy und Kane zum Albtraum der Deutschen. Ein fast vergessener Mario Gomez findet vier Jahre nach seinem letzten Tor wieder einen Neubeginn in der Nationalelf."

Corriere della Sera: "Die Weltmeister glänzen gegen England in Berlin nicht. Deutschland geht angeschlagen aus diesem Match hervor und muss auch Pfiffe hinnehmen. Rüdiger und Tah sind nicht auf dem Niveau der abwesenden Boateng und Höwedes. Löw muss noch an der Mannschaft arbeiten."

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