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Lille - Vor dem Spiel des DFB-Teams attackieren etwa 40 deutsche Hooligans friedliche Fans. Auch vor einem SPORT1-Reporter machen sie nicht halt.

In Lille ist es vor dem EM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft gegen die Ukraine zu Ausschreitungen gekommen.

Über 50 deutsche Hooligans griffen in der Innenstadt friedlich feiernde Fans, sowohl ukrainische als auch deutsche, an.

Auch ein SPORT1-Reporter wurde von zwei Fans körperlich attackiert und bekam einen Schlag in die Rippen.

Zwei Ukrainer verletzt

Französische Polizeibeamte rückten an, um die Situation zu entschärfen. Dabei wurden auch Hubschrauber eingesetzt.

Nach französischen Polizeiangaben wurden bei den Ausschreitungen auf dem Place Charles de Gaulle zwei Ukrainer verletzt.

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Über mögliche Festnahmen gab es zunächst keine Informationen.

Zwei Stunden vor dem Anpfiff hatte sich die Lage nach Angaben der deutschen Polizei beruhigt.  

Flaschen und Stühle fliegen

Volker Goll, stellvertretender Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), sagte dem SID: "Die französische Polizei hat sehr spät eingegriffen." Die KOS begleitet die deutschen Fans in Frankreich. Nach Augenzeugenberichten flogen vor den Straßencafés Flaschen und Stühle.

In der Grenzregion von Rheinland-Pfalz stoppte die Bundespolizei indes bei verstärkten Kontrollen 21 Hooligans. 

Ein Sprecher in Trier teilte mit, dass man zunächst eine 18-köpfige Gruppe einschlägig bekannter Gewalttäter aus Dresden an der Ausreise gehindert habe. Die Männer seien in drei Kleinbussen unterwegs gewesen, bei ihnen seien Sturmhauben und Mundschutze gefunden worden. Am Nachmittag seien drei weitere Hooligans aus Kaiserslautern gestoppt worden. 

Kein Vergleich mit Marseille

Zuvor hatten in Lille beide Fanlager während des Tages noch weitgehend friedlich und in Vorfreude auf das Spiel gefeiert - bis die Stimmung kippte.

Die deutsche Polizeidelegation, die mit acht szenekundigen Beamten vor Ort ist, gab jedoch an, dass die Situation nicht ansatzweise mit den jüngsten Ausschreitungen in Marseille vergleichbar sei.

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Dort hatten in den vergangenen Tagen immer wieder russische und englische Hooligans für Jagdszenen gesorgt, ein Engländer schwebt nach den Vorfällen in Lebensgefahr.

Hooligans mit rechtsradikalen Parolen

In Lille stimmten in der Nähe des Bahnhofs deutsche Anhänger rechtsradikale Lieder und Parolen an.

Nach SID-Informationen sollen sich rund 150 polizeibekannte Gewalttäter aus Deutschland in Lille aufhalten.

Fanmarsch ohne Vorfälle

Um 16.30 Uhr machten sich rund 2000 deutsche Fans im Rahmen eines Fanmarsches von der Innenstadt auf den Weg zum Stade Pierre-Mauroy im Vorort Villeneuve d'Ascq.

Sie erreichten das Stadion nach anderthalb Stunden, dabei gab es keine Zwischenfälle.

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