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Saint-Etienne - Die Schweiz hält die Partie gegen Polen dank eines Traumtores von Xherdan Shaqiri lange offen. Im Elfer-Krimi versagen dem künftigen Arsenal-Star jedoch die Nerven.

Nach dem Krimi lagen die Nerven auf allen Seiten blank. Dutzende Bierbecher flogen Robert Lewandowski und seinen Mannschaftskollegen nach Polens historischem Triumph im Elfmeterschießen aus dem Schweizer Block entgegen, es drohte sogar eine Massenschlägerei auf dem Rasen - bis Lewandowski mäßigend eingriff.

Im ersten Elfmeterkrimi der EM 2016 in Frankreich haben die Polen die Schweiz nach Hause geschickt. Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach war dabei die tragische Figur: Er leistete sich beim 4:5 i.E. im Achtelfinale der K.o.-Runden-Debütanten den einzigen Fehlschuss Richtung Tribüne und war untröstlich. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

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"Es war ein großer Kampf", sagte Polens überragender Torhüter Lukasz Fabianski. "Am Ende war es sehr emotional, zum Glück haben wir gewonnen." Sein Gegenüber Yann Sommer dagegen beklagte fehlendes Glück: "Das ist unglaublich bitter. Wir hätten es verdient gehabt." (Ergebnisse und Spielplan der EM 2016)

Shaqiris Traumtor reicht nicht

Die Polen fordern am Donnerstag (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) in Marseille den Sieger des Achtelfinals am Samstagabend zwischen Kroatien und Portugal. Für die Schweiz, die ebenfalls erstmals eine EM-Vorrunde überstanden hatte, geht es zurück in die Heimat.

Selbst der sensationelle 1:1-Ausgleich von Xherdan Shaqiri per Fallrückzieher (82.) führte die Schweizer nicht auf die Siegerstraße. Jakub Blaszczykowski (39.), von Borussia Dortmund an den AC Florenz ausgeliehen, hatte 10.000 polnische Fans unter den 38.842 Zuschauern im Stade Geoffroy Guichard zuvor mit seinem 18. Länderspieltor verzückt. (Ergebnisse und Spielplan der EM 2016)

In der Verlängerung suchte die Schweiz die Entscheidung, der frühere Leverkusener Eren Derdiyok (113.) vergab jedoch die Riesenchance zum Sieg.

Fabianski hält Polen im Spiel

Garant des polnischen Sieges war der auch in dieser Szene starke Fabianski, der in der 73. Minute bereits einen Freistoß des Wolfsburgers Ricardo Rodriguez mit einer herausragenden Parade aus dem Torwinkel gelenkt hatte. Zudem rettete die Querlatte bei einem Schuss von Haris Seferovic (78.).

Polens Superstar Lewandowski vom FC Bayern war hingegen wieder unauffällig - eine Schrecksekunde war seine minutenlange Behandlungspause nach einem groben Foul des Hoffenheimers Fabian Schär (55.). Seinen Elfmeter verwandelte er aber sicher - wie Blaszczykowski.

Die Schweiz zeigte sich anfangs überrascht vom polnischen Pressing. Die Spieler der "Nati" sagten sich auf dem Rasen nach Fehlpässen mehrmals deutlich die Meinung.

Blaszczykowski tunnelt Sommer

Lewandowski hatte bei der Europameisterschaft noch nichts bewirkt, aber Polens Nationaltrainer Adam Nawalka setzte unverdrossen auf seinen Star-Torjäger. Für die Schweiz stürmte nach einem Spiel Denkpause wieder Seferovic. Breel Embolo, von Schalke 04 umworben, saß dafür bis zur 58. Minute auf der Bank.

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Polen hielt seinen anfänglichen Schwung nicht durch, hatte aber weiter die besseren Chancen. Die vorerst beste bot sich Grzegorz Krychowiak, der nach einem Milik-Eckball frei über das Tor köpfte (29.).

Dann stand Blaszczykowski im Strafraum frei, nachdem Milik sensationell am Elfmeterpunkt durchgelassen hatte. "Kuba" schob Sommer den Ball durch die Beine ins Tor - und in der 53. Minute hätte er fast einen zweiten Treffer nachgelegt.

Die Schweizer verstanden daraufhin endlich, welche Chance sich ihnen eröffnete. Xhaka und Shaqiri trieben ihre Mitspieler an, doch blieb die polnische Abwehr weiter ohne Gegentor - denn bei Shaqiris Fernschuss (51.) riss Fabianski die Fäuste hoch.

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