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Cristiano Ronaldo (M.) bekommt es unter anderem mit dem Münchner Österreicher David Alaba (l.) zu tun © SPORT1-Montage: Paul Hänel/Getty Images

Der Gruppenfavorit ist angesichts der jüngsten Ergebnisse klar auszumachen. Portugal, Österreich, Island und Ungarn kämpfen um den Einzug in die K.o.-Runden.

Am 10. Juni beginnt die EM 2016 in Frankreich. Bis zum Turnierstart gibt SPORT1 immer wochentags einen Überblick über Stars, Trainer und aktuelle Form der Teams. Zum Finale nun die Gruppe F.

PORTUGAL

Stars: Einige. Pepe zum Beispiel, etwas in die Jahre gekommen. Aber noch immer mit einer Zweikampf- und Foulhärte gesegnet, dass gegnerische Stürmer es schon bei seinem Anblick mit der Angst zu tun bekommen haben sollen. Oder Nani, der nach Wanderjahren zwischen Manchester und Lissabon bei Fenerbahce wieder richtig aufdrehte. Oder natürlich Renato Sanches, der muskulöseste 18-Jährige der Welt, der nach der EM beim FC Bayern den technisch feinen Pitbull geben darf. 

Superstar: Cristiano Ronaldo. Der Leibhaftige hat eine eigene Kategorie verdient. Findet er natürlich schon lange, aber er hat ja recht. Doch ausgerechnet er warnte vor zu viel Euphorie. "Es bleibt dabei, dass es schwierig sein wird, Europameister zu werden. Wir müssen jetzt einfach mit den Füßen auf dem Boden bleiben", sagte er am Mittwoch.

Trainer: Für Fernando Santos wird es das erste Turnier als Trainer seines Heimatlandes - Griechenland führte der knurrige Kettenraucher zuletzt aber zweimal in die K.o.-Runden: Bei der EM 2012 war im Viertelfinale gegen Deutschland Schluss, 2014 bei der WM kam das Aus im Achtelfinale. Fun-Fact: Santos war Cristiano Ronaldos erster Profitrainer.

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Form: Einem 0:1 gegen Bulgarien folgte im März ein 2:1 gegen Belgien. Zuletzt gab es ein 3:0 gegen Norwegen, ein 0:1 gegen England und ein, man höre und staune, 7:0 bei der EM-Generalprobe gegen Estland. So schwingt man sich zum Gruppenfavoriten auf. 

ISLAND

Stars: Schwer zu sagen, die Isländer kommen mehr als alle anderen über das Kollektiv - das aber gewaltig. Aus der Bundesliga dürfte Fußballfans mittlerweile Alfred Finnbogason bekannt sein, der beim FC Augsburg in der Rückrunde siebenmal knipste. Eidur Gudjohnsen gilt als bester Spieler, den Island je hervorgebracht hat, der frühere Barca- und Chelsea-Star ist aber mittlerweile 37. Bester Stürmer derzeit ist Kolbeinn Sigthorsson vom FC Nantes - nicht nur wegen seines Namens.

Trainer: Der Schwede Lars Lagerbäck trainierte von 2000 bis 2009 die Auswahl seines Heimatlandes, 2010 war er Nationaltrainer Nigerias. Die EM 2016 in Frankreich wird sein siebtes internationales Turnier. Island zur EM geführt zu haben, dürfte eine größere Sensation sein als der Achtelfinaleinzug mit Schweden 2006.

Form: Nach der sensationell souveränen Qualifikation für die EM setzte es für die Traummannschaft aller Fußball-Hipster ein 1:0 gegen Finnland, ein 1:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, ein 2:3 gegen die USA, ein 1:2 gegen Dänemark, ein 3:2 gegen Griechenland, 2:3 gegen Norwegen und zuletzt immerhin ein 4:0 gegen Liechtenstein. Konstant war nur die Inkonstanz.   

ÖSTERREICH

Stars: In einem sind sich sogar die alten Helden von Cordoba und Gijon einig, all die Prohaskas, Schachners, Hickersbergers und Co.: So einen guten Kicker wie David Alaba gab es in der Alpenrepublik seit Kriegsende nicht. Auch top: Aleksandar Dragovic, der seinen Körper bald für Leverkusen in die Schlachten werfen wird, Bremens Spielmacher Zlatko Junuzovic und natürlich Marko Arnautovic, der mittlerweile schon ein bisschen mehr ist als ein Ibrahimovic für Arme. 

Trainer: Was hatten die alten Helden von Cordoba gelästert, als Marcel Koller 2011 ins Amt gehievt wurde. Ein Schweizer! Und Konzepttrainer noch dazu! Aber mittlerweile sind sie in Österreich längst alle Kollerianer. So einen gepflegten Ball wie unter Koller spielte Team Austria nach dem Krieg schließlich noch nie.

Form: Na ja, durchwachsen. 2016 gab es zwei (mühsame) Siege gegen Albanien und Malta und zwei Niederlagen gegen die Türkei und zuletzt die Niederlande. Dafür stimmt das Selbstbewusstsein.

UNGARN

Stars: Okay, an Ferenc Puskas und den anderen Helden der Wunderteams der fünfziger Jahre werden Gabor Kiraly und seine Jogginghose nicht mehr vorbeikommen. Doch der frühere Torhüter von Hertha BSC und dem TSV 1860 München ist mit seinen 40 Jahren noch immer mehr als nur auf der Höhe. Laszlo Kleinheisler von Werder Bremen ist zudem ein äußerst talentierter Mittelfeldspieler, und Adam Szalai hat in der Bundesliga auch schon lang genug bewiesen, dass er weiß, wie man den Ball ins Tor kriegt.

Trainer: Bernd Storck hat sich in Ungarn emanzipiert von seiner Rolle als überaus talentierter und loyaler ewiger Jugend- und Co-Trainer (unter anderem BVB, Wolfsburg, Hertha). Die EM-Quali schafften Storck, sein Co-Trainer Andreas Möller und die Spieler im Nachsitzen in den Playoffs gegen Norwegen.

Form: Das 0:2 gegen Deutschland tat nicht weiter weh, die zwei 0:0-Unentschieden gegen die Elfenbeinküste und Kroatien konnte man als Achtungserfolge verbuchen. Und die Gruppengegner sind ja auch nicht unbedingt besser in Form.

Den Spielplan gibt es als PDF zum Download - dazu einfach aufs Bild klicken © SPORT1

DAS SAGT EXPERTE LUIS FIGO:

"Ich denke, Portugal hat die Mannschaft und das Talent, um das Turnier zu gewinnen. Portugal hat eine gute Gruppe erwischt. Österreich hat eine sehr gute Qualifikation gespielt, aber wir sind für mich die Favoriten in der Gruppe."

SPORT1-Prognose:

Für Gelegenheitsgucker und all jene, die pünktlich zu Turnieren ihre Fußballbegeisterung entdecken, ist es die Traum-Gruppe der EM: Portugal ("Ronaldo? War der nicht Brasilianer?)! Island ("Cool, Island!")! Österreich ("Ist ja das neue Belgien") und Ungarn ("Ich bin immer für die Kleinen"). 

Österreich, Portugal und Island haben gute Chancen, das Achtelfinale zu erreichen - eine Mannschaft eben als einer der besten Gruppendritten. Über Platz eins, zwei und drei in der Gruppe dürften am Ende nur Nuancen entscheiden. Portugal dürfte aber leichte Vorteile auf den Gruppensieg haben. Ungarn ist und bleibt der Außenseiter.   

Alle Kader der EM 2016 in Frankreich im Überblick © SPORT1-Grafik/Getty Images

Die anderen Gruppen im Check:

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe D

Gruppe E 

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