vergrößernverkleinern
Gareth Bale (l.) und Wayne Rooney treffen in der Gruppe B mit Wales und England zum britischen Duell aufeinander © SPORT1-Montage: Paul Hänel/Getty Images

München - England hat die vielversprechendste Mannschaft seit Jahrzehnten und ist Favorit in EM-Gruppe B. Russland droht gegen Wales und die Slowakei ein peinliches Aus.

Am 10. Juni beginnt die EM 2016 in Frankreich. Bis zum Turnierstart gibt SPORT1 immer wochentags einen Überblick über Stars, Trainer und aktuelle Form der Teams. Weiter geht es mit Englands Gruppe B.

England

Stars: Hinter Wayne Rooney kommt lange, lange nichts – zumindest, was die Zahlen betrifft. Englands Kapitän steht bei 111 Länderspielen und 52 Treffern, kein anderer aus dem aktuellen Kader bringt es auf über 60 Partien. Harry Kane ist mit ganzen fünf Toren der zweiterfolgreichste Schütze. Der Mann von Tottenham führt als Torschützenkönig der Premier League allerdings den Sturm an. Dele Alli hat das Zeug, zu einer der Entdeckungen des Turniers zu werden.

Trainer: Englands Nationalmannschaft ist schon der 19. Trainerjob für den 68-jährigen Roy Hodgson, seit 1976 trainiert er Mannschaften auf der ganzen Welt. Hodgson war vor etwas mehr als zwei Jahren sicher nicht die progressivste Wahl des englischen Verbands. Trotz seiner großen Erfahrung hat er es manchmal schwer, in der englischen Öffentlichkeit ernst genommen zu werden.

Video

Form: Allerdings versteht es Hodgson meist, seiner Gruppe talentierter Spieler die nötigen Freiheiten zu geben. In der Qualifikation gab es ausschließlich Siege, zehn der vergangenen zwölf Partien gewannen die Three Lions, unter anderem in Berlin gegen den Weltmeister. Gegen Titelverteidiger Spanien war England bei einem 0:2 im vergangenen November allerdings chancenlos.

Russland

Stars: Aus deutscher Sicht zu nennen ist Roman Neustädter. Der frisch eingebürgerte Schalker muss sich aber zunächst hinten anstellen. Oben in der Hierarchie sind Kapitän Roman Schirokow und Sergej Ignaschewitsch von Meister ZSKA Moskau. Aleksandr Kokorin soll im Sturm die Tore besorgen.

Trainer: Wie auch die meisten seiner Spieler hat Leonid Slutski keine Auslandserfahrung. In Russland wurde er mit ZSKA Moskau dreimal Meister und zweimal Pokalsieger. Den Job hat er immer noch, trainiert die Nationalmannschaft nebenher. Eine Notlösung des Verbands, nachdem er im vergangenen Jahr Fabio Capello feuerte.

Video

Form: Gegen Österreich hatte Russland in der Qualifikation keine Chance und verlor zweimal. Vor Schweden sprang immerhin der zweite Platz und damit die direkte Qualifikation heraus. Drei der letzten fünf Testspiele gingen verloren, es gibt also noch viel zu tun.

Wales

Stars: Ohne Real Madrids Gareth Bale hätte sich Wales nie für dieses Turnier qualifiziert, so weit sind sich alle einig. Der 26-Jährige ist vermutlich schon jetzt der beste Fußballer, den das kleine Land je hervorgebracht hat. Arsenals Aaron Ramsey ist ebenfalls zu Großem fähig – wenn er verletzungsfrei bleibt. Joe Allen von Liverpool und Andy King von Englands Meister Leicester sind ebenfalls zu nennen.

Video

Trainer: Seit deutlich mehr als vier Jahren ist Chris Coleman bereits für die Mannschaft zuständig, und doch schwebt über allem noch immer Gary Speed. Der damalige Nationaltrainer erhängte sich im November 2011 und stürzte ein ganzes Land in tiefe Trauer. Seitdem legte die Elf einen sensationellen Lauf hin, bis zwischenzeitlich auf Platz acht der Weltrangliste. Nach geschaffter Qualifikation widmete Coleman Speed den Erfolg.

Form: Am Sonntag gingen die Waliser in Schweden mit 0:3 baden. Zuvor gab es schon gegen Nordirland (1:1) und gegen die Niederlande (2:3) Enttäuschungen. Nachdem die Qualifikation hinter Gruppensieger Belgien noch erstaunlich souverän gelungen war, laufen die Briten aktuell dieser Form hinterher.

Slowakei

Stars: Beim SSC Neapel ist Marek Hamsik zum Weltklassespieler gereift und nun in ganz Europa begehrt. Als Mittelfeldspieler hat er mit aktuell 18 Länderspieltreffern die meisten im slowakischen Kader. Hinten hält Liverpools Martin Skrtel die Abwehr zusammen. Aus der Bundesliga bekannt ist außerdem der Ex-Bochumer Stanislav Sestak, der heute unter Thomas Doll bei Ferencvaros Budapest spielt.

Audio

Trainer: 1997 führte Jan Kozak den damaligen 1. FC Kosice als ersten slowakischen Verein in die Gruppenphase der Champions League, wurde insgesamt zweimal Meister. Mit dem Nachfolgeverein MFK Kosice holte er 2009 noch den Pokal. Seit 2013 trainiert er die Nationalelf und verlor von 27 Spielen nur fünf.

Form: Die Slowaken gewannen die ersten sechs Spiele in der Qualifikation, unter anderem gegen Spanien – die Grundlage für die erste Qualifikation für ein großes Turnier. Der Sieg zuletzt beim Wasserball in Augsburg gegen Deutschland deutete darauf hin, dass die Form auch jetzt stimmt. Es war der fünfte Erfolg in den vergangenen sechs Spielen, zuletzt gab es ein 0:0 gegen Deutschlands Gruppengegner Nordirland.

Der Spielplan der EM 2016 zum Downloaden und Ausdrucken © SPORT1

Das sagt Experte Fabio Capello:

"Die englischen Spieler sind jung, aber ihre Qualität ist gut. Es wird keine einfachen Spiele in dieser Gruppe geben."

SPORT1-Prognose:

England hat zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder eine vielversprechende Mannschaft. Viele der entscheidenden Akteure sind noch jung. Bestehen sie den Test auf dieser Bühne, ist Hodgsons Team der Gruppensieg nicht zu nehmen.

Dahinter wird es eng. Russland hat eigentlich die größten Möglichkeiten, doch der WM-Gastgeber von 2018 entwickelt sich eher rückwärts. Slowaken und Waliser werden dieses Turnier als womöglich einmalige Chance wahrnehmen, die nächste Runde zu erreichen und entsprechend heiß sein.

Alle Kader der EM 2016 in Frankreich im Überblick © SPORT1-Grafik/Getty Images

Die anderen Gruppen im Check:

Gruppe A

Gruppe D

Gruppe E

Gruppe F

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel